Der Gemeinderat hat am Mittwoch ein Postulat überwiesen, das einen Bio-Anteil von mindestens 50 Prozent verlangt.
Der Bio-Markt in der Schweiz floriert.
Der Bio-Markt in der Schweiz floriert. - dpa

Die Stadt Zürich soll in ihren eigenen Verpflegungsbetrieben mit mehr Bio-Produkten kochen als heute. Der Rat hiess den Vorstoss mit 71 zu 41 Stimmen gut. Der Stadtrat muss nun also prüfen, wie er den Anteil an Bio-Lebensmitteln in Alters- und Pflegezentren, Spitälern, Kindertagesstätten, Schulen, Kantinen und Caféterias auf mindestens 50 Prozent erhöhen kann.

Da gebe es noch einige Probleme zu lösen, sagte Umwelt- und Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri (GLP). Es gebe durchaus Produkte, die gebe es in den grossen Mengen, wie sie die Stadt benötige, gar nicht regional und Bio. «Ich bin aber überzeugt, dass wir den Anteil trotzdem erhöhen können», kündigte er an.

Gegen den Vorstoss stimmten SVP und FDP. Für Johann Widmer (SVP) war der Vorstoss der Grünen «ein Affront gegenüber all jenen Menschen in armen Ländern, die nicht wissen, wie sie sich ernähren sollen». Dieses Bio-Postulat sei «weit entfernt von Anstand und Realität.»

Für die FDP war die Fixierung auf Bio falsch. Lebensmittel nach IP-Suisse-Standard seien sicher gleich erstrebenswert wie Bio aus dem fernen Ausland. Zudem sei unklar, wie «50 Prozent» gemessen werden solle. «In Kilogramm? In Franken?», fragte Martina Zürcher.

Die Grünen betonten jedoch, dass IP Suisse keineswegs «gleich erstrebenswert» sei, vor allem, was die Artenvielfalt angehe. Zudem sei das Kriterium «Regional» bereits in der bisherigen Ernährungsstrategie der Stadt enthalten. Bio komme einfach dazu.

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