Stadt Zürich

Globusprovisorium: Vom Warenhaus zum lebendigen Treffpunkt

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Das markante Gebäude am Zürcher Hauptbahnhof wird zum Treffpunkt: Mit Gastronomie, Kultur und einer Dachterrasse soll das Areal bis 2035 neu belebt werden.

Das Globusprovisorium steht seit den 1960er-Jahren beim Hauptbahnhof Zürich. Nun soll es umgestaltet werden. (Archivbild)
Das Globusprovisorium steht seit den 1960er-Jahren beim Hauptbahnhof Zürich. Nun soll es umgestaltet werden. (Archivbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Wie die Stadt Zürich berichtet, entwickelt sich das Papierwerd-Areal mit dem Globusprovisorium am Zürcher Hauptbahnhof weiter. Nach über 60 Jahren wird das markante Gebäude umfassend saniert und zu einem lebendigen, öffentlichen Ort umgestaltet – inklusive der angrenzenden Aussenräume. Ein Detailhandelsangebot bleibt erhalten.

Das Globusprovisorium an der Bahnhofbrücke zwischen Hauptbahnhof und Central wurde 1961 als provisorischer Standort des Globus-Warenhauses errichtet – ursprünglich für 8 Jahre. Heute, über 60 Jahre später, ist es stark sanierungsbedürftig.

Zugleich ist das Gebäude auf dem Papierwerd-Areal historisch wertvoll – und die Erneuerung der wasserrechtlichen Konzession ist daran geknüpft, dass es künftig öffentliche Nutzungen mit einem Mehrwert für die Bevölkerung bereithält.

Umfassender Sanierungsbedarf als Ausgangspunkt

Das Gebäude muss umfassend erneuert werden: Tragwerk, Erdbebensicherheit, Fassade und Dämmung, Haustechnik sowie Brandschutz entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Sanierung wird genutzt, um das Haus im Sinne der 2023 vom Stadtrat verabschiedeten Entwicklungsrichtung für das Papierwerd-Areal weiterzuentwickeln (STRB Nr. 2722/2023).

Grundlage ist das breit abgestützte Dialogverfahren «Forum Papierwerd». Ziel ist eine sorgfältige Transformation des gesamten Areals zu einem öffentlich zugänglichen Ort mit guter Anbindung an die Umgebung – ein Raum für Aufenthalt, Begegnung und Austausch. Die künftigen Nutzungen sollen vielfältig, flexibel und sowohl temporär als auch dauerhaft möglich sein.

Erste Veränderungen sichtbar

Erste Schritte sind bereits umgesetzt: Seit 2024 steht zwischen Globusprovisorium und Mühlesteg ein gut frequentierter öffentlicher Begegnungs- und Aufenthaltsort mit Sitzgelegenheiten und Bäumen in begrünten Töpfen bereit.

Der bestehende Freiraum soll entsprechend dem Weissbuch «Stadtraum Hauptbahnhof» weiterentwickelt werden. Eine kurzfristige Massnahme ist die Aufhebung der Schrägparkplätze entlang des Gebäudes zugunsten von entsiegelten Flächen, weiteren Bäumen in begrünten Töpfen und Sitzelementen.

Längerfristig vorgesehen ist eine Verschiebung des Mühlestegs näher ans Gebäude. Diese Massnahme schafft eine direkte Verbindung für Fussgänger*innen und Velofahrende zwischen Beatenplatz und Limmatquai.

Neues Nutzungskonzept: Vom Provisorium zum öffentlichen Ort

Im Zuge der Gesamtsanierung bleibt das Globusprovisorium als bedeutendes historisches Bauwerk erhalten und wird als öffentliches Haus neu ausgerichtet: Ein Detailhändler mit breitem Sortiment befindet sich künftig im Untergeschoss statt im Erdgeschoss.

Der heutige Detailhändler bleibt bis zum Baubeginn im Gebäude; anschliessend wird die Verkaufsfläche öffentlich ausgeschrieben. Erd- und Obergeschosse bieten nach dem Umbau flexible, öffentlich zugängliche Flächen für Stadtkultur, Bildung, Veranstaltungen, temporäre Formate und Gastronomie.

Zudem wird in der weiteren Planung die Realisierung einer Velostation geprüft. Die konkreten Nutzungen sind noch offen; sie werden nun erarbeitet und dann öffentlich ausgeschrieben. Die städtischen Büros im Gebäude ziehen an andere Standorte um.

Auf dem Dach entsteht eine öffentlich zugängliche, von aussen erschlossene Terrasse. Künftig wird das Gebäude eng mit dem neuen Freiraum am Mühlesteg und der Limmat verknüpft – ein zentrales Element der Gesamtstrategie.

Projektierungskredit von 7,21 Millionen Franken

Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat für die Projektierung der baulichen Massnahmen zugunsten neuer Nutzungen einen Investitionskredit von 3,08 Millionen Franken. Die Projektierung der Instandsetzungsmassnahmen bewilligt er in eigener Kompetenz mit 4,13 Millionen Franken.

Der gesamte Projektierungskredit beläuft sich damit auf 7,21 Millionen Franken (inklusive Reserven) und umfasst den Projektwettbewerb, das Bauprojekt mit Kostenvoranschlag, das Baubewilligungsverfahren sowie die Vorbereitung der Ausführung.

Weiteres Vorgehen

Das Wettbewerbsergebnis wird voraussichtlich im Sommer 2028 vorliegen. Anschliessend erarbeitet das ausgewählte Planungsteam ein baureifes Projekt; die Fertigstellung ist ab 2035 vorgesehen. Die bestehenden Mietverhältnisse bleiben bis kurz vor Beginn der Ausführungsphase unverändert bestehen.

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