Das bewährte Tandemprogramm in Zürich kann dank dem neuen Fördersystem für Geflüchtete ausgeweitet werden. Die AOZ sucht neue Freiwillige.
Stadt Zürich
Blick auf die Stadt Zürich. (Symbolbild) - Keystone

Das bewährte Tandemprogramm kann dank dem neuen Fördersystem für Geflüchtete (Integrationsagenda Kanton Zürich) ausgeweitet werden. Damit möglichst viele Geflüchtete unterstützt werden können, sucht die AOZ jetzt neue Freiwillige.

Geflüchtete, die in der Stadt Zürich leben, haben während ihres Asylverfahrens an verschiedenen Orten gewohnt – meist für begrenzte Zeit in betreuten Zentren. Einmal in Zürich angekommen, bleiben sie vorerst hier – oft längerfristig, manchmal ein Leben lang.

Sich selbstständig in der neuen Lebensumwelt zurechtzufinden und sich in der Wohngemeinde einzuleben ist aber nicht immer einfach. Vor allem für Familien mit mehreren Kindern oder für ältere Personen.

Hürden gemeinsam überwinden

Hier lebende Freiwillige können dabei helfen, Hürden zu überwinden. An diesem Punkt setzt das Tandemprogramm der AOZ an. Die Fachstelle Freiwilligenarbeit der AOZ vermittelt Kontakte zwischen Freiwilligen und Geflüchteten.

Die Tandems treffen sich einmal pro Woche in der Freizeit und unternehmen etwas zusammen. Bei Bedarf unterstützen die Freiwilligen bei individuellen Themen, sei es beim Deutsch lernen, bei der lokalen Vernetzung oder bei der Job- und Wohnungssuche.

Neue Freiwillige für regelmässige Treffen mit Geflüchteten gesucht

Die AOZ sucht und vermittelt im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich bereits seit vielen Jahren Freiwillige, welche Asylsuchenden, vorläufig Aufgenommenen und anerkannten Flüchtlingen helfen, sich besser im Alltag zurechtzufinden.

Dank dem neuen Fördersystem für Geflüchtete (Integrationsagenda Kanton Zürich), das eine verstärkte Förderung der sozialen Integration von Geflüchteten zum Ziel hat, kann die AOZ nun ihr Tandemprogramm in der Stadt Zürich massgeblich ausweiten.

Es werden deshalb Personen oder Familien gesucht, die sich sozial engagieren möchten und Zeit für regelmässige Treffen haben. So können zukünftig noch viel mehr Geflüchtete von einer Unterstützung durch Freiwillige profitieren.

Erfahrungsbericht einer langjährigen Freiwilligen bei der AOZ

Emma Meier ist seit 2011 Freiwillige bei der AOZ. Bis vor kurzem begleitete sie eine Frau aus Eritrea. Ziel dieses Tandems war, mit der Geflüchteten lesen und schreiben zu üben, damit die fünffache Mutter später einen regulären Deutschkurs besuchen konnte.

Aber nicht nur das. «Wenn ihre zweitjüngste Tochter nicht in der Tagesschule ist, spielen wir zusammen, wir machen kleine Aufgaben, die sie in der Schule weiterbringen oder wir gehen gemeinsam auf den Spielplatz oder auf einen Spaziergang. Wenn im Familienalltag Probleme auftauchen, bespricht sich M. oft mit mir und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung», berichtet sie anfangs Jahr.

Emma Meier erzählt ausserdem: «Ich nehme mit Achtung wahr, wie gross die Anstrengungen von M. sind, um einen Platz in unserer Gesellschaft zu finden.» Die Begleitung bereicherte ihr Leben als Pensionierte. «Ich kann Wissen aus meinem Berufsleben als Lehrerin und Sozialarbeiterin nochmals nutzen.»

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