Das Zuger Kantonsparlament lockert die Voraussetzungen für die Bewilligung von Homeschooling nicht. Es hat am Donnertag entschieden, einer entsprechenden Petition keine Folge zu leisten.
Klassenzimmer coronavirus
Ein leeres Klassenzimmer. (Symbolbild) - dpa

Das Zuger Kantonsparlament lockert die Voraussetzungen für die Bewilligung von Homeschooling nicht. Es hat am Donnertag entschieden, einer entsprechenden Petition keine Folge zu leisten.

Homeschooling sei auch mit diversen Risiken verbunden, betonte der Präsident der Justizprüfungskommission, Thomas Werner (SVP). Hinter dieses Votum stellte sich der Rat unisono. Werner sagte, unter anderem könnten Lernziele oft nicht erreicht werden, oder es bestehe die Gefahr, dass geltende Promotionsbestimmungen umgangen würden. Die Kommission sehe deshalb von einer Liberalisierung, wie es die Petitionäre forderten, ab.

Gutes Homeschooling sei sehr anspruchsvoll, sagte auch Isabel Liniger (SP). Eine Liberalisierung könnte das «gute öffentliche Bildungssystem» ausfransen.

Manuela Käch (CVP) sagte, Homeschooling sei «kein Zuckerschlecken». Und Schule sei mehr als nur Schulstoff, Schule sei ein wichtiger Begegnungsort. Hier könne Homeschooling nicht mithalten.

Alle Kinder sollten sozialisiert und integriert werden, sagte Anastas Odermatt (ALG). Andersheit habe Konfliktpotential. Der Umgang mit realer Vielfalt müsse aber gelernt werden.

Für die Petitionäre sind die Voraussetzungen für die Bewilligung von Homeschooling derzeit zu strikt. Sie vertreten die Ansicht, dass ein ausgewiesenes Bedürfnis in der Bevölkerung nach Bildungsalternativen bestünden. Zudem sollen Eltern nicht wegen kantonaler Unterschiede den Wohnsitz wechseln müssen, nur um ihre Kinder selbst unterrichten zu können.