Erst 20 Sekunden vor Schluss gelang Zug beim punktlosen Schlusslicht UHC Thun der Siegtreffer zum 6:5.
Die beiden Matchwinner André Andersson (7) und Alexander Hallén (roter Rücken) - Michael Peter

Ein Schrei der Erleichterung war von André Andersson zu hören. Der Schwede traf 20 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem scharfen Schlenzer in die nahe Torecke zum 6:5 für seine Farben.

Es war eben Andersson gewesen, der kurz zuvor mit einem Ballverlust der unnötigen Art erst das 5:5 Thuns ermöglicht hatte. «Nach diesem Lapsus war es gut, dass ich das Siegtor noch machen konnte», meinte der Schweden denn auch nach dem Spiel.

Er hatte als hinterster Mann den Ball mehr oder weniger unbedrängt Tobias Baumann aufgelegt, der mit einem herrlichen Chip Petter Nilsson im Tor überlistete und die Mur-Halle in Thun nochmals laut werden liess. Es war dann aber eben auch Andersson, der die Halle wieder zum Verstummen brachte.

Der Torrausch

Die Zuger waren nach dem Ausgleich wild entschlossen, keine Punkte im Berner Oberland zu lassen und schnürten die Gastgeber in ihrer Zone ein.

Die Thuner vergaben die Chance, erstmals in dieser Saison Punkte zu holen vorab im ersten Drittel. Zwar gelang Zug der Start ordentlich und Adrian Furger erzielte das 1:0 im Powerplay – nach einem schönen Diagonalpass Anderssons.

Doch direkt danach spielten sich die Thuner in einen Rausch. Keine Minute nach dem Zuger Führungstor erzielte Reto Graber, der im Slot vergessen ging, den Ausgleich und der nach vorne stürmende Verteidiger Mischa Zbinden doppelte gleich 44 Sekunden später nach und brachte das Heimteam gar in Führung.

Viele Chancen vergeben

In der Folge erspielten sich die Berner weitere hochkarätige Chancen, vergaben diese aber oft etwas ungestüm. Nilsson im Zuger Gehäuse musste nur selten eingreifen, weil Thun selbst aus besten Positionen zu oft das Tor verfehlten.

Besser machte es auf der anderen Seite Alexander Hallén, der mit dem 2:2 für das ziemlich aus Zuger Sicht ziemlich schmeichelhafte 2:2 nach dem ersten Drittel sorgte.

Erst ab dem zweiten Drittel hatte Zug etwas besseren Zugriff auf die Partie, spielte geduldiger mit dem Ball und bot entsprechend weniger Gelegenheiten für die Gastgeber, mit schnellem Umschaltspiel zu Chancen zu kommen. Einzig vor dem Thuner Tor waren die Zuger zu wenig durchschlagkräftig und prallten mal für mal an den leidenschaftlich verteidigenden Thunern ab.

Halléns Traumtor

Es brauchte schon einen Geniestreich Halléns, um in Führung zu gehen. Der Schwede lenkte einen Schuss von Tim Mock, der wohl am Tor vorbeigeflogen wäre, direkt und sehenswert aus der Luft ab. Bis zu Baumanns 5:5 unumstritten der schönste Treffer des Abends.

Gleichwohl schienen die Zuger das Geschehen unter Kontrolle zu haben, ehe Thun mit einem Blitzstart im dritten Drittel sich selbst, die Zuschauer und die Emotionen mit einem zweiten Doppelschlag weckten. Erst kam Jan Rehor in zentraler Position unbedrängt zum Abschluss und 30 Sekunden später erwischte Baumann nach einem Konter Nilsson zwischen den Beinen.

Kühlen Kopf bewahrt

Nach 96 Sekunden im Schlussdrittel war die Partie abermals auf den Kopf gestellt. Die Zuger bewahrten aber auch in der lauten Mur-Halle diesmal kühlen Kopf.

Severin Nigg glich die Partie nach einem erfolgreichen Nachsetzen aus. Und als Yannick Bärtschi für eine Intervention gegen Hallén auf die Strafbank musste, brachte eben dieser im fälligen Powerplay mit seinem dritten Tor des Abends wieder in Führung.

Turbulente Schlussphase

Wieder traf er aus kurzer Distanz mit einem Volleyabschluss. In der Folge schienen die Zuger das Spiel kontrolliert zu Ende zu spielen – bis sich eben Andersson zwei Minuten vor Schluss den fatalen Lapsus leistete und die turbulente Schlussphase einläutete.