Damit für die verschiedenen Schulstufen genügend Schulraum zur Verfügung steht, soll am Rebberg ein Oberstufenzentrum entstehen.
Zofingen Budget
Niklaus Thut Platz mit Rathaus in der Altstadt von Zofingen. - Nau.ch / Werner Rolli

Die Schülerzahlen an der Zofinger Primarschule nehmen seit Jahren stetig zu. In der Oberstufe ist zudem vorgesehen, dass die Schülerinnen und Schüler der Real- und Sekundarschule von Brittnau und Strengelbach nach Zofingen wechseln werden. Damit für die verschiedenen Schulstufen genügend Schulraum zur Verfügung steht, soll am Rebberg ein Oberstufenzentrum entstehen. Zurzeit wird das Bauprojekt für ein neues Schulhaus unterhalb des Bezirksschulhauses erarbeitet. Dabei werden neu auch die sanierungsbedürftigen Gebäude der Bezirksschule in die Überlegungen einbezogen.

Aktuell läuft in Zofingen die Planung des neuen Schulgebäudes für das Oberstufenzentrum Rebberg. Im Zuge der Planung des neuen Oberstufenzentrums wurde immer klarer, dass auch die sanierungsbedürftigen Gebäude mitberücksichtigt werden müssen. Dies – sowie das Aufzeigen der langfristigen Entwicklung der Schulbauten für die Oberstufe (Bez, Sek und Real) – hatte auch der Einwohnerrat mit verschiedenen Vorstössen gefordert. Die neusten Analysen zum Zustand des BezSchulhauses haben ein schlechteres Bild ergeben, als bisher angenommen. So musste beispielsweise das Flachdach im letzten Jahr bereits notfallmässig saniert werden. Und in rund 10 Jahren ist eine umfassende Sanierung unumgänglich.

Der Stadtrat hat nun einen detaillierten Variantenvergleich über einen Zeitraum von 20 Jahren ausgearbeitet. Darin wurde beispielsweise der Bau des neuen Gebäudes für das Oberstufenzentrum mit und ohne Aufstockung geprüft. Hinsichtlich des Bez-Schulhauses wurden die Varianten Sanierung oder Ersatzneubau evaluiert. Einerseits wurden die Investitionskosten und die Unterhaltskosten miteinander verglichen, andererseits auch nicht-monetäre Aspekte wie Architektur, schulische Bedürfnisse, Wirtschaftlichkeit und Ökologie. Ebenso ist ein Vergleich der Kosten über einen längeren Zeitraum hinweg in die Überlegungen eingeflossen.

Fazit: Die Aufstockung ist eine kostengünstige und elegante Lösung

Die Analyse zeigt, dass Zofingen mit dem geplanten Oberstufenzentrum auf dem richtigen Weg ist. Die bisherige Planung ist auch in der langfristigen Betrachtung richtig.

Der Variantenvergleich zeigt, dass eine Sanierung der Bez über 20 Jahre betrachtet rund CHF 7 Mio. mehr kostet, als ein Ersatzneubau. Dies, weil das bestehende Gebäude nicht nur saniert, sondern aufgrund neuer Vorgaben und Anforderungen – insbesondere bezüglich der Grösse der Schulzimmer – total umgebaut werden müsste. Der Entscheid bezüglich Sanierung oder Ersatzneubau der Bez muss aber nicht bereits jetzt, sondern kann in ein paar Jahren gefällt werden. Gemäss Investitionsplan ist die Umsetzung nach 2032 vorgesehen.

Unabhängig davon, ob die Bez saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll, muss das jetzt neu zu erstellende Oberstufen-Schulhaus langfristig aufgestockt werden, damit genug Schulraum zur Verfügung steht. In der Gesamtschau lassen sich mit der Aufstockung Kosten sparen. Das neue Oberstufen-Schulhaus ist bereits "aufstockbar" geplant. Der Variantenvergleich zeigt, dass es sinnvoll ist, die Aufstockung bereits in der ersten Etappe umzusetzen. Damit lassen sich für Zofingen zwölf neue Schulzimmer sehr günstig realisieren. Zudem löst eine Aufstockung das Platzproblem der Bez auf elegante Weise.

Der Zusatzstock des neuen Gebäudes könnte sofort nach dem Bau bezogen werden und würde während der Sanierung oder dem Neubau der Bez als Puffer dienen, so dass weniger provisorischer Schulraum benötigt wird, was zusätzlich Kosten spart. Ausserdem könnte auf den Umbau des heutigen Garderobentrakts in ein Provisorium für Lehrerzimmer sowie Sekretariats- und Schulleitungsbüros verzichtet werden.

Schülerzahlen wachsen stärker als erwartet

Für die Schulraumplanung hat Zofingen zudem von der Firma Metron die Prognosen zu den Schülerzahlen aktualisieren lassen. Die neuesten Zahlen bestätigen, dass die Prognosen von 2015 bis und mit heute ziemlich gut stimmen. Aber in Zukunft werden in allen drei Stufen (Kindergarten, Primarschule und Oberstufe) die Zahlen der Lernenden höher als ursprünglich prognostiziert ausfallen. Daher müssen mehr Abteilungen gebildet werden. Dies wird Auswirkungen auf den benötigten Schulraum haben.

Zusatzkredit für Planung der Aufstockung

Im November 2019 genehmigte der Zofinger Einwohnerrat einen Projektierungskredit für das Oberstufenzentrum von CHF 1,94 Mio. Aufgrund der Vorteile der Aufstockung und des Bedarfs an Schulraum wird der Zofinger Stadtrat dem Einwohnerrat im Herbst 2021 einen Zusatzkredit für die Projektierung der Aufstockung beantragen.

Der Stadtrat rechnet damit, dass die SeReal-Schülerinnen und Schüler von Brittnau und Strengelbach nach Zofingen wechseln werden. Der dafür erforderliche Schulraum ist im Raumprogramm für das neue Gebäude des Oberstufenzentrums enthalten. Gemäss aktuellem Terminplan ist vorgesehen, dass die Gemeindeversammlungen von Brittnau und Strengelbach sowie der Zofinger Einwohnerrat noch im laufenden Jahr über den Zusammenarbeitsvertrag entscheiden werden.

Sollten Strengelbach und Brittnau entscheiden, mit der SeReal nicht nach Zofingen zu wechseln, würde der Stadtrat vor Beginn der Arbeiten die Planung für das Oberstufenzentrum nochmals überprüfen.

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