Winterthur ZH: Stadtrat sagt Nein zur Initiative Allmend Grüzefeld

Der Stadtrat von Winterthur ZH lehnt die Volksinitiative «Allmend Grüzefeld für alle» ab.

Winterthur ZH
Winterthur ZH: Stadtrat sagt Nein zur Initiative Allmend Grüzefeld (Symbolbild) - Keystone

Die kommunale Volksinitiative «Allmend Grüzefeld für alle» fordert eine Kreditvorlage von mindestens einer Million Franken, um das Gebiet für alle zugänglich zu machen und mit entsprechender Begrünung, Beschattung sowie der Sicherung einer Kaltluftschneise aufzuwerten. Der Stadtrat teilt das Anliegen, die Allmend Grüzefeld aufzuwerten, lehnt die Initiative jedoch ab, weil das Vorhaben unter anderem bereits im gesamtrevidierten kommunalen Richtplan als Massnahme enthalten ist. Aus Sicht des Stadtrats gibt es zurzeit keine Gründe, diese Massnahme dringlicher zu priorisieren, als sie geplant ist.

Am 24. April 2026 reichte das Initiativkomitee die kommunale Initiative «Allmend Grüzefeld für alle» mit 1154 gültigen Unterschriften ein (Medienmitteilung vom 28. Mai 2026). Die Initiative verlangt eine Kreditvorlage von mindestens einer Million Franken von Seiten Stadtparlament, um für das Gebiet Allmend Grüzefeld nördlich der Tösstalstrasse, ausgenommen die Parzelle Familiengärten, eine öffentliche Freifläche mit vielfältigen Nutzungen zu schaffen. Insbesondere umfasst dies eine Aufwertung des Gebiets als für alle zugänglichen Erholungsraum inklusive Begrünung, Beschattung sowie der Sicherung einer Kaltluftschneise. Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament, die Initiative für gültig zu erklären. Er lehnt die Initiative ohne Gegenvorschlag aus verschiedenen Gründen ab.

Die Aufwertung Allmend Grüzefeld ist bereits im kommunalen Richtplan enthalten

Die Allmend Grüzefeld ist als Entwicklungsgebiet im kommunalen Richtplan enthalten. Das Gebiet soll als vielseitiger Naherholungs-, Natur- und Freizeitraum weiterentwickelt und gleichzeitig besser mit den umliegenden Quartieren vernetzt werden. Dazu soll mittelfristig (bis 2030) eine Testplanung durchgeführt werden. Ziel ist es, die Erholungsqualität zu steigern, ökologische Werte zu stärken und den Freiraum langfristig zu sichern. Gleichzeitig wird die Entwicklung mit angrenzenden Nutzungen wie dem Schulstandort Steinacker sowie den Sportanlagen abgestimmt. Gegen die Gesamtrevision des kommunalen Richtplans wurde das Volksreferendum ergriffen. Es kommt am 29. November 2026 zur Volksabstimmung Die Allmend Grüzefeld hat keinen unmittelbaren stadtklimatischen Handlungsbedarf Der Stadtrat will die verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen gezielt für die klimatische Aufwertung von Strassen und Plätzen einsetzen. Diese Massnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der «Stadtklima-Initiativen», indem sie die Hitzebelastung in dicht bebauten Gebieten reduzieren und dadurch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern. Es sollen Projekte und Massnahmen priorisiert werden, wo aufgrund der hohen Nutzungsintensität die grösste Wirkung für die Bevölkerung erreicht werden kann. Die Allmend Grüzefeld weist aufgrund ihrer bestehenden Funktion als Kaltluftschneise und ihres hohen Freiraumanteils derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf aus klimatischer Sicht auf.

Die Aufwertung Allmend Grüzefeld ist sorgfältig und seriös zu planen

Vor einem Kreditantrag sind zunächst die planerischen Grundlagen im Dialog mit der Bevölkerung sorgfältig zu erarbeiten. Damit werden notwendige Entscheidungsgrundlagen geschaffen, die es ermöglichen, den erforderlichen Finanzbedarf realistisch zu bestimmen. Erst auf dieser Basis ist ein seriöser Kreditantrag möglich.

Die Aufwertung Allmend Grüzefeld ist nicht budgetiert und finanziell geplant

Der Betrag von über einer Million Franken für die Aufwertung der Allmend Grüzefeld ist weder im Budget noch in der längerfristigen Finanzplanung der Stadt enthalten. Sollte die Initiative angenommen werden, würde sich der zeitliche Ablauf verändern und die Priorisierung der Projekte würde sich verschieben. Der Betrag müsste durch gleich hohe Einsparungen kompensiert werden, was zulasten bereits laufender und weit fortgeschrittener Projekte gehen könnte, die aufgrund ihres Planungsstands und ihres unmittelbaren Nutzens derzeit prioritär umgesetzt werden sollen.

Der Stadtrat ist überzeugt, dass zurzeit keine Dringlichkeit besteht, eine Kreditvorlage von über einer Million Franken für die Aufwertung der Allmend Grüzefeld zuhanden des Stadtparlaments auszuarbeiten. Die Entwicklung der Allmend Grüzefeld ist für den Stadtrat unbestritten. Er setzt sich aber dafür ein, zuerst die nötigen planerischen Grundlagen im Dialog mit der Bevölkerung sorgfältig zu erarbeiten. Auf diesen Entscheidungsgrundlagen ist dann auch ein seriöser Kreditantrag in einer belastbaren Höhe möglich. Das Amt für Städtebau beabsichtigt, die Planung 2027 zu beginnen. Der Stadtrat empfiehlt deshalb dem Parlament und den Stimmberechtigten, die Initiative abzulehnen.

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