Winterthur

    Winterthur: Laub bleibt liegen – Lindengutpark macht den Anfang

    Stadtgrün lässt das Herbstlaub künftig liegen. Im Lindengutpark in Winterthur startet der Versuch – mittelfristig sollen 30 Prozent bleiben.

    Winterthur
    Die Bushaltestelle Stadthaus in Winterthur im Kreis 1 (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Stadtgrün Winterthur hat einen neuen Ansatz im Umgang mit herbstlichem Laubfall gefunden. Das Laub wird, wo immer möglich, in den Anlagen belassen anstatt es abzutransportieren. Mittelfristig sollen bis zu 30 Prozent des in den Grünanlagen anfallenden Laubs in den Anlagen bleiben, den lokalen Nährstoffkreislauf schliessen und das Bodenleben bereichern.

    Im Rahmen einer Weiterbildung zum neuen Laubmanagement von Stadtgrün haben Mitarbeitende von Stadgrün und von Nachbargemeinden im Lindengutpark die Stammfüsse der mächtigen Bäume eingezäunt. Innerhalb dieser Einzäunungen soll das Laub über den Winter liegenbleiben, sich langsam zersetzen, den Boden mit Nährstoffen versorgen und die Bodenstruktur verbessern. Der Lindengutpark dient als erstes Versuchsobjekt.

    Die liegengelassene Laubschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, speichert Feuchtigkeit im und am Boden und fördert die Bodenfruchtbarkeit durch den natürlichen Verrottungsprozess. Zudem bietet es zahlreichen Tierarten wie Insekten, Regenwürmern und weiteren Bodenlebewesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Diese wiederum lockern den Boden auf, machen die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar, bauen Humus auf und sind wiederum Nahrung für andere Tiere, allen voran Vögel und Amphibien.

    Kurz gesagt:

    Ist der Boden lebendig, ist er auch fruchtbar und kann so langfristig die Pflanzen ernähren und vital halten. Mit dem neuen Laubmanagement will Stadtgrün Winterthur natürliche Prozesse in der Stadt vermehrt zulassen und Nährstoffkreisläufe schliessen. So dient das Laub nicht nur dem Erhalt der Artenvielfalt, es hilft auch, die Herausforderungen des Klimawandels besser zu meistern.

    Laub wird neu als Ressource und nicht als Entsorgungsgut betrachtet. Dabei werden die positiven Eigenschaften vom Laubliegen-lassen genutzt: Die Natur wird in ihren Prozessen unterstützt und ein geschlossener Kreislauf entsteht.

    Sofern sich das neue Verfahren bewährt, sollen mittelfristig rund 30 Prozent des anfallenden Laubs in den städtischen Grünanlagen verbleiben. Das sind grob geschätzt rund 90 Tonnen. Nicht geeignet für dieses neue Verfahren sind Strassenbäume.

    Hier muss das Laub aus Sicherheitsgründen weiterhin eingesammelt, gereinigt und entsorgt werden. Ebenso wird auf Wegen, versiegelten Plätzen, Sportrasen, empfindlichem Rasen und Flächen mit besonderen Nutzungen das Laub weiterhin entfernt.

    Rund zwei Drittel aller Bäume auf Stadtgebiet sind in Privateigentum. Auch im Privatgarten oder in Überbauungen können die vielen positiven Eigenschaften von Laub genutzt werden. Laub kann dort, wo es anfällt, flächig liegengelassen werden.

    Das anfallende Laub von Wegen, Plätzen, Sitzplätzen und empfindlichen Rasenflächen, kann zu Haufen in einer ruhigen Ecke im Garten oder in der Überbauung aufgeschichtet werden. Mit Astmaterial vermischt bieten solche Haufen ideale Verstecke und Überwinterungsquartiere für viele Tierarten, unter anderem für Igel.

    Stadtgrün Winterthur hat ein Merkblatt für private Liegenschafteneigentümerinnen und Liegenschafteneigentümer und -verwaltungen entworfen, dass auf der städtischen Website heruntergeladen werden kann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2537 (nicht angemeldet)

    Solange die Fusswege Laubfrei sind, ist es eine gute Idee. Damit fördert man den natürlichen Kreislauf.

    Weiterlesen

    aa
    349 Interaktionen
    Westen als Ziel
    schmezer kolumne
    138 Interaktionen
    Schmezer

    MEHR AUS WINTERTHUR

    Zürich/Winterthur
    EHC Winterthur
    Eishockey
    HC Rychenberg Winterthur
    Handball
    Winterthur ZH