Quartier Oberwinterthur erhält moderne Wärmeversorgung

Winterthur plant den nächsten Meilenstein der städtischen Wärmeversorgung. Für die Erschliessung Oberwinterthurs beantragt der Stadtrat 16 Millionen Franken.

Die Halle 710 in Neu-Hegi Oberwinterthur.
Die Halle 710 in Neu-Hegi Oberwinterthur. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Winterthur informiert, plant der Stadtrat den nächsten Meilenstein der städtischen Wärmeversorgung. Für die Grunderschliessung von Oberwinterthur beantragt der Stadtrat beim Stadtparlament einen Verpflichtungskredit von 16,06 Millionen Franken.

Der Stadtrat will den Ausbau des städtischen Wärmenetzes gemäss kommunalem Energieplan sowie Masterplan vorantreiben. Der nächste Ausbauschritt soll vom Fernwärmenetz in Neuhegi in das Wärmeversorgungsgebiet Oberwinterthur führen.

Im vorliegenden Bauprojekt ist die Grunderschliessung von Oberwinterthur mit einer Hauptversorgungsleitung vorgesehen. Ausserdem werden im gleichen Zug das Schulhaus Guggenbühl sowie erste private Liegenschaften angeschlossen.

Neue Wärmeleitungen ebnen den Weg

Eine mögliche künftige Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums in Neuhegi wird zudem vorbereitet: Die Wärmeinfrastruktur wird so gebaut, dass die Abwärme des Rechenzentrums künftig eingespeist werden kann.

Das vorliegende Bauprojekt erschliesst somit ein neues Gebiet mit Wärme und bereitet weitere Ausbauschritte vor. Der dem Parlament vorgelegte Baukredit beträgt 16,06 Millionen Franken.

Der Stadtrat will das städtische Wärmenetz möglichst rasch ausbauen. Deshalb wird die Submission für die Planungsfirmen parallel zum Bewilligungsprozess durchgeführt.

Dies mit dem Vorbehalt, dass das Parlament den Kredit bewilligt. Sobald die Bewilligung vorliegt, kann das Bauprojekt beginnen. Der Baustart ist für Anfang 2027 geplant.

Grunderschliessung ermöglicht weiteren Ausbau

Nach der Grunderschliessung von Oberwinterthur sind weitere Ausbauschritte geplant. In einem zweiten späteren Bauprojekt soll die Hauptversorgungsleitung bis zur Holzschnitzelheizzentrale Zinzikon verlängert werden.

Der Quartierwärmeverbund (QWV) Zinzikon wird mit dem Netz verbunden und ein weiteres Gebiet in Oberwinterthur, Guggenbühl (V17 gemäss Energieplan), wird erschlossen.

Der QWV Zinzikon und das Gebiet Guggenbühl werden dann im Sommer mit Abwärme der KVA versorgt. Im Winter, wenn der Wärmebedarf höher ist und die Abwärme der KVA nicht ausreicht, sorgt die bestehende Holzschnitzel-Heizzentrale Zinzikon für den fehlenden Anteil der Wärme. Dies entspricht der Strategie des Masterplans.

Schlüsselrolle erneuerbare Gebäudewärme

Erneuerbare Gebäudewärme ist einer der wirksamsten Hebel, um den CO2-Ausstoss im Gebäudebereich zu senken. Mit dem vorliegenden Bauprojekt können diverse Liegenschaften in Oberwinterthur mit Abwärme der KVA versorgt werden.

Ausserdem kann die jetzige Gasheizung des Schulhauses Guggenbühl nach Ablauf ihrer Lebensdauer durch ein erneuerbares Heizsystem ersetzt werden. Dies steht im Einklang mit dem Ziel der Stadtverwaltung, bis 2035 Netto Null Tonnen CO2-Ausstoss zu erreichen.

Die Einsparung von CO2 beträgt beim vorliegenden Bauprojekt insgesamt jährlich bis zu 2500 Tonnen CO2. Mit den weiteren Ausbauschritten liegt die berechnete CO2-Einsparung bei 4300 Tonnen CO2 pro Jahr.

«Mit diesem Bauprojekt wächst das städtische Wärmenetz weiter. Dies auch zu unserem Vorteil, denn wir schliessen auch das Schulhaus Guggenbühl an und kommen so dem Ziel Netto Null für die Stadtverwaltung bis im Jahr 2035 näher», teilt Stadtrat Stefan Fritschi, Vorsteher Departement Technische Betriebe, mit.

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