GRÜNE prowil wehren sich gegen Abbau beim Ortsbus
Dem Ortsbus in Wil SG droht auf einzelnen Linien ein Abbau von 50 Prozent. Die GRÜNEN prowil fordern mit einer Interpellation eine klare Haltung des Stadtrats.

Die GRÜNEN prowil verlangen vom Stadtrat eine klare Haltung zu den geplanten Kürzungen beim öffentlichen Verkehr. Die vom Kanton vorgeschlagenen Angebotsreduktionen würden Wil deutlich treffen und stehen aus Sicht der GRÜNEN in einem Spannungsverhältnis zu zentralen Planungen der Stadt – vom neuen Bahnhof über das Gesamtverkehrskonzept und die Ortsplanung bis zu WILWEST und den Klima- und Mobilitätszielen. Mit einer Interpellation und einem Antrag auf Dringlicherklärung fordern die GRÜNEN den Stadtrat auf, die Auswirkungen auf Wil aufzuzeigen, sich regional zu koordinieren und gegenüber dem Kanton für den Erhalt eines leistungsfähigen ÖV einzusetzen.
Im Rahmen des kantonalen Entlastungspakets EP2026plus droht dem Wiler Ortsbus ein erheblicher Leistungsabbau. Die Linien 701 Bahnhof–Neulanden–Spital und 704 Bahnhof–Wilerwald sollen um rund 50 Prozent ausgedünnt werden. Bei den Linien 702 Wilen–Bahnhof–Rossrüti und 703 Reuttistrasse–Wil–Neugruben ist eine Reduktion um rund 20 Prozent vorgesehen. Die Umsetzung wäre frühestens ab 2028 möglich.
Diese Kürzungen sind Bestandteil der aktuellen Vorlage der Regierung an den Kantonsrat.
ÖV-Abbau steht im Konflikt mit städtischen Planungen
Für die GRÜNEN prowil stehen diese Pläne in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur langfristigen Verkehrs- und Siedlungsentwicklung der Stadt. Wil richtet derzeit mit dem Gesamtverkehrskonzept und der Ortsplanungsrevision seine Verkehrs- und Siedlungsentwicklung neu aus. Gleichzeitig stehen mit der Aufwertung des Bahnhofs und dem neuen Bushof grosse Investitionen in die zentrale Verkehrsdrehscheibe von Stadt und Region an.
Auch für die Entwicklung von WILWEST sowie zur Erreichung der städtischen Klima- und Mobilitätsziele ist ein attraktiver öffentlicher Verkehr von Bedeutung. Die eingereichte Interpellation verlangt deshalb vom Stadtrat eine Einschätzung dieser Zielkonflikte.
Aus Sicht der GRÜNEN wäre es widersprüchlich, erhebliche Mittel in einen modernen Bahnhof und eine attraktive Verkehrsdrehscheibe zu investieren und gleichzeitig das Busangebot, das die Menschen dorthin bringt, massiv auszudünnen. Ein weniger attraktiver Ortsbus könnte zudem die Verlagerung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr erschweren und damit zusätzlichen Druck auf das Wiler Strassennetz erzeugen.
GRÜNE prowil verlangen aktive Haltung des Stadtrats
Vor diesem Hintergrund ist für die GRÜNEN prowil jetzt eine aktive Haltung des Stadtrats gefragt. Während sich Vertreter betroffener Gemeinden wie Quarten, Altstätten oder Neckertal bereits öffentlich gegen die geplanten Abbaumassnahmen stellen und auf deren Folgen hinweisen, lässt der Wiler Stadtrat bislang eine öffentliche Reaktion auf die konkret für Wil vorgesehenen Kürzungen vermissen. Dabei wäre Wil mit Angebotsreduktionen von bis zu 50 Prozent auf einzelnen Ortsbuslinien erheblich betroffen.
Die GRÜNEN prowil wollen deshalb unter anderem wissen, welche Auswirkungen der Stadtrat auf die Erschliessungsqualität der Quartiere, die Anschlüsse am Bahnhof und das Verkehrsaufkommen erwartet, ob die Stadt vor der Veröffentlichung der Kürzungspläne einbezogen wurde und ob bereits eine Koordination mit der Regio Wil, betroffenen Nachbargemeinden und dem Kanton stattgefunden hat. Zudem soll der Stadtrat darlegen, ob er bereit ist, die Interessen von Stadt und Region gegenüber Regierung und Kantonsrat aktiv zu vertreten.
«Es geht nicht nur um einzelne Buskurse. Es geht um die Frage, ob die Verkehrsplanung von Stadt und Region weiterhin auf einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr bauen kann. Wil sollte seine Interessen deshalb gemeinsam mit der Region frühzeitig und deutlich beim Kanton einbringen», so Fraktionspräsident Michael Sarbach.












