Wie die Gemeinde Uster berichtet, sieht das Budget der Stadt Uster für das Jahr 2022 einen Aufwandüberschuss von 3,3 Millionen Franken vor.
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Schweizer Franken. (Symbolbild) - keystone

Das Budget der Stadt Uster sieht für die Erfolgsrechnung 2022 einen Aufwandüberschuss von 3,3 Millionen Franken vor. Dies bei einem Aufwand von 267,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 264,5 Millionen Franken.

Das negative Ergebnis enthält Mindereinnahmen beim Ressourcenzuschuss. Denn nach wie vor muss die Stadt davon ausgehen, dass wegen der Pandemie das kantonale Mittel der Steuerkraft aller Gemeinden (exklusive Stadt Zürich) tiefer ausfallen wird. Indessen entwickeln sich die Steuereinnahmen der Stadt Uster positiv.

Die Globalkredite der Verwaltung nehmen gegenüber dem Budget 2021 um 1,9 Millionen Franken zu. Die Erhöhung ist auf die Zunahme bei den Abschreibungen zurückzuführen.

Globalkredite zwischen dem Ist-Wert 2019 und dem Ist-Wert 2020

Ohne die Abschreibungen sind die gesamten Globalkredite gegenüber dem Budget 2021 um 0,4 Millionen Franken gesunken. Dies entspricht der Vorgabe des Stadtrates, der die Globalkredite (exklusive Abschreibungen) wegen der unsicheren Prognose zur COVID-19-Pandemie unter dem Budgetwert 2020 eingefroren hat.

Konkret bewegen sich die Globalkredite mit den vorliegenden Zahlen zwischen dem Ist-Wert 2019 und dem Ist-Wert 2020. In der gleichen Zeit, nämlich von Ende 2018 bis Ende 2022 wird die Stadt aber voraussichtlich von 34'647 auf 35'750 Einwohnende wachsen.

Somit beträgt das voraussichtliche Bevölkerungswachstum in der genannten Zeitspanne 3,2 Prozent oder 1103 zusätzliche Einwohnende. Im Vergleich zum Ist 2020 ergibt sich somit eine Reduktion der Globalkredite um 65 Franken pro Einwohner.

Keine Steuerfusserhöhung

Der Stadtrat beantragt für 2022 keine Steuerfusserhöhung. Gemäss aktualisierten Konjunkturprognosen ist mit einer Erholung der Wirtschaft zu rechnen.

Nach wie vor sind jedoch Arbeitnehmende in Kurzarbeit. Es besteht somit ein gewisses Risiko, dass mittelfristig mit einem Anstieg der Sozialhilfe zu rechnen ist.

Ausserdem dürfte wegen der Pandemie das kantonale Mittel der Steuerkraft aller Gemeinden (exklusive Stadt Zürich) sinken. So sind insbesondere Städte und Gemeinden rund um den Flughafen mit grösseren Mindereinnahmen bei den Steuern konfrontiert.

Steuereinnahmen um 6,5 Millionen Franken höher als im Budget 2021

Dies wird das kantonale Mittel kurzfristig weiter belasten und somit einen tieferen Ressourcenzuschuss zur Folge haben.

Die Sekundarschulgemeinde ihrerseits beantragt, wie der Stadtrat auch, einen gleichbleibenden Steuerfuss von 18 Prozent. Der Gesamtsteuerfuss für Uster soll somit 112 Prozent, bzw. 108 Prozent für Nänikon betragen.

Die Steuereinnahmen (Fiskalertrag) sind mit 111,8 Millionen Franken um 6,5 Millionen Franken höher als im Budget 2021 eingestellt. Neben den höheren Steuereinnahmen im Rechnungsjahr ist auch bei den Grundstückgewinnsteuern aufgrund der aktuellen Entwicklung mit Mehreinnahmen gegenüber dem Budget 2021 zu rechnen.

Ressourcenzuschuss tiefer angesetzt

Die Höhe des Ressourcenzuschusses ist im Budget 2022 gegenüber dem letztjährigen Budget um 1,7 Millionen Franken tiefer angesetzt.

Die ordentlichen Abschreibungen betragen 19,3 Millionen Franken. Die Erhöhung von 2,2 Millionen Franken gegenüber dem Budget 2021 ist auf das Investitionsvolumen zurückzuführen. Die Selbstfinanzierung (Cash Flow) beträgt 16,8 Millionen Franken.

Hochrechnung für das laufende Jahr 2021: Aufwandüberschuss erwartet

Im Bericht zum Budget 2022 geht der Stadtrat von einem Aufwandüberschuss 2021 von 7,5 Millionen Franken aus; 1,9 Millionen Franken mehr als budgetiert. Ursache für das schlechtere Ergebnis sind die voraussichtlichen Mindereinnahmen wegen der pandemiebedingten tieferen Bettenausauslastung bei den Heimen und der voraussichtlich tiefere Ressourcenzuschuss.

Positiv zu werten sind die voraussichtlichen Steuereinnahmen, diese übertreffen die budgetierten Werte um 2,9 Millionen Franken. Neben den Steuern Rechnungsjahr dürften auch bei den Grundstückgewinnsteuern Mehreinnahmen resultieren

Hohes Investitionsvolumen

Die Stadt Uster erwartet für 2022 ein der Strategie der Stadt entsprechendes höheres Investitionsvolumen. Im Verwaltungsvermögen sieht das Budget Nettoinvestitionen in der Höhe von 25,8 Millionen Franken vor.

Im Finanzvermögen sollen netto 7,4 Millionen Franken investiert werden. Darin enthalten sind 5,7 Millionen Franken für den Kauf des Grundstückes an der Wagerenstrasse 45.

Der Selbstfinanzierungsgrad (inklusive Spezialfinanzierungsbereich) im Budget 2022 beträgt 65 Prozent. Der Investitionsanteil liegt bei zehn Prozent.

Erste Investitionen

Die Investitionsplanung 2023 bis 2025 rechnet im Verwaltungsvermögen mit Nettoinvestitionen von insgesamt 85,1 Millionen Franken (100 Prozent). Im aktuellen Zeitraum 2022 bis 2025 sind erste Investitionen für das Projekt «Kultur- und Begegnungszentrum im Zeughaus» sowie Investitionen für ein fussgängerfreundliches Zentrum, die Sanierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA Jungholz), die Umsetzung der Veloinitiative, die Sanierung und Erweiterung von Schulanlagen und für die Sanierung des Ausbildungszentrums Riedikon eingeplant.

Stabilisierung der langfristigen Schulden

Im Jahr 2022 wird die Stadt Uster zwar voraussichtlich weitere langfristige Darlehen aufnehmen müssen. Diese sollen zum einen die Liquidität sichern und zum anderen kurzfristig die geplanten Investitionen finanzieren.

In den Jahren 2023 und 2025 werden sich die langfristigen Schulden aber gemäss vorliegender Planung bei 160 Millionen Franken stabilisieren.

Herausforderungen für den Finanzhaushalt

Das Budget 2022 wie auch die Finanzplanung für die Jahre 2023 bis 2025 zeigen eine machbare Entwicklung für den Finanzhaushalt auf. Der definierte mittelfristige Ausgleich, die finanzpolitischen Ziele wie auch die Kennzahlen können eingehalten werden; für die Finanzplanjahre sind Ertragsüberschüsse prognostiziert.

Die prognostizierte Nettoschuld (Ende 2022: 123 Franken) kann bereits in den Finanzplanjahren teilweise abgebaut werden und soll per Ende 2025 noch 30 Franken pro Einwohnenden betragen.

Gemäss Stadtrat Cla Famos, Abteilungsvorsteher Finanzen, weist die vorliegende Finanzplanung eine herausfordernde, aber machbare Entwicklung für den Finanzhaushalt aus. «Nach den Stürmen der letzten beiden Jahre, durch welche die Stadt insgesamt gesehen relativ unversehrt hindurchgekommen ist, scheinen sich die Wogen glücklicherweise wieder etwas zu glätten», so Cla Famos.

Es verstehe sich dabei von selbst, dass der Stadtrat sich auch weiterhin für eine Balance von Einnahmen und Ausgaben und eine nachhaltige stabile finanzielle Situation der Stadt Uster einsetzt.

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