Das Spital Thun setzt künftig bei Operationen im Bauchbereich auf die Hilfe eines Operationsroboters. Dadurch werden die Chirurginnen und Chirurgen aber nicht etwa überflüssig. Vielmehr führt der Roboter exakt die Bewegungen aus, die die Chirurgen vorgeben.
Robotik Chirurgie
Robotik-Chirurgie in einem Spital. - shutterstock

Gerade im engen Bauchbereich spielt die Beweglichkeit des Handgelenks des Chirurgen eine entscheidende Rolle. Hier ist der Roboter mit seinen filigranen und flexiblen Instrumenten im Vorteil, wie die Spital Thun AG am Donnerstag in einer Mitteilung ausführte. Ausgestattet ist das Gerät auch mit hochpräziser Kameratechnik.

Die Chirurgin oder der Chirurg steuern das Robotersystem von einer Konsole aus. Dort sind die 3D-Bilder der Operationskamera zu sehen. Die Bewegungen der Hände und Finger des Chirurgen werden von dort auf die Instrumente des Roboters übertragen.

Mit der robotergestützten Chirurgie, die bereits in diversen Schweizer Spitälern eingesetzt wird, können minimalinvasive Operationen ausgeführt werden, die bislang nur in einer offenen Operation möglich waren. Klassisches Beispiel dafür sind nach Angaben der Thuner Spitalverantwortlichen Eingriffe an der Prostata.

Ende Dezember traf der Operationsroboter am Spital Thun ein. Erste Operationen werden voraussichtlich in rund vier Monaten stattfinden. Bis dahin trainieren Ärzte und Personal mit dem neuen Gerät. Am Spital Thun wird das System in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie zum Einsatz kommen.