Thalwil hat die Planung für eine Neuüberbauung des Areal Breiteli Nord lanciert und einen Studienauftrag ausgeschrieben. Die erste Stufe endet im Februar 2022.
Bauhelm
Mehrere farbige Bauhelme hängen an einer Ziegelwand. - Pixabay

Wie die Gemeinde Thalwil berichtet, hat der Gemeinderat die Planung für eine Neuüberbauung auf dem Areal Breiteli Nord lanciert und einen Studienauftrag ausgeschrieben. Mit dem Planungsverfahren soll ein breit abgestütztes Projekt gefunden werden, das durch verdichtetes Bauen sowohl die Anforderungen an günstigen, generationen-gemischten Wohnraum als auch an den Erhalt des zusammenhängenden Grün- und Aussenraums erfüllt.

Das Breiteli-Areal liegt zentral in der Gemeinde Thalwil. Die im Dreieck zwischen Alte Landstrasse, Seehaldenstrasse und Breitelistrasse gelegene Siedlung stammt aus den 1920er Jahren.

2015 hat die Gemeindeversammlung dem Gestaltungsplan für die Überbauung und Entwicklung des Areals zugestimmt. Oberstes Ziel war und ist es, an dieser gut erschlossenen und attraktiven Lage günstigen Wohnraum anzubieten.

Um dies zu ermöglichen, genehmigte die Stimmbevölkerung 2015 den Gestaltungsplan Breiteli.

Nord-und Südteil

Auf dem Südteil des Areals entstand ab 2018 eine neue Überbauung mit 35 Wohnungen, welche 2021 fertiggestellt wurde. Die Gemeinde hat das Projekt im Baurecht an die Baugenossenschaft Zurlinden übergeben.

Der nördliche Teil des Breiteli-Areals ist ebenfalls Bestandteil des Gestaltungsplans, wurde jedoch der ersten Bauetappe ausgeschlossen. Mit Sanierungen sollten die Liegenschaften für weitere 10 bis 15 Jahre erhalten bleiben.

Nun zeigt sich, dass die Bausubstanz der Gebäude schlecht ist und weitere Sanierungen nicht mehr nachhaltig sind.

Neue Analyse

Der Gemeinderat hat in den vergangenen Monaten zusammen mit der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit die Ausgangslage auf dem Breiteli-Areal erneut analysiert. Basierend auf einer Nachhaltigkeitsbeurteilung ist er zum Schluss gekommen, dass die Planungen für eine Neuüberbauung des Breiteli-Nordteils gestartet werden sollen.

Ein Neubau der Liegenschaften ist die beste bzw. nachhaltigste Option, um langfristig günstigen Wohnraum zu erhalten.

Weiterentwicklung des 50/50-Konzepts

2014 entwickelte der Gemeinderat als Reaktion auf eine Initiative, unter Mitwirkung der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit und der IG Breiteli, ein Konzept für eine Teilneubebauung im südlichen Teil und für notwendige Sanierungsarbeiten an den bestehenden Häusern im nördlichen Teil der Siedlung Breiteli, um diese für die kommenden Jahre zu erhalten. Dieses liegt auch den weiteren Planungen zugrunde.

Wichtiges Element des Konzepts war und ist der grosse zusammenhängende Grünraum im nördlichen Teil des Breiteli-Areals. Diesen zu erhalten und gleichzeitig mit einer guten Ausnutzungsziffer tiefe Mietzinse zu ermöglichen, ist erklärtes Ziel und Herausforderung für die Weiterentwicklung der zentral gelegenen Wohnsiedlung.

Dass der Gemeinderat jetzt eine Neuüberbauung auf dem Nordteil angehen will, hängt von der schlechten Bausubstanz der Liegenschaften, sowie dem Ziel der inneren Verdichtung zusammen. Mit dem Start der Planungen muss frühzeitig begonnen werden.

Bis ein Projekt realisiert werden kann, ist mit ungefähr drei Jahren Planungs- und weiteren zwei bis drei Jahren Bauzeit zu rechnen.

Studienauftrag eröffnet

Der Gemeinderat hat eine Projektkommission mit der Lancierung eines Studienauftrags für die Wohnüberbauung Breiteli Nord eingesetzt. Sie besteht aus Vertretern von Breiteli-Mietern, des Gemeinderats, der Liegenschaftenkommission, der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit, der Verwaltung sowie externen Fachexpertinnen.

Wesentliche Anforderungen, welche im Studienauftrag definiert sind: Im Breiteli Nord entstehen möglichst viele preisgünstige Wohnungen. Gemäss Richtprojekt sind ca. 55 Wohnungen möglich, heute sind es 23 Wohneinheiten, davon vier Doppel-Einfamilienhäuser.

Die Struktur der Wohnüberbauung ist auf generationengerechtes und -gemischtes Wohnen ausgerichtet und bietet einen Mix aus Familien-, Alters- und Einzelpersonenwohnungen. Der grosse zusammenhängende Grünraum hat für das ganze Quartier grossen Wert. Er muss erhalten und attraktiver gestaltet werden.

Zentrale Lage

Die zentrale Lage des Breiteli-Areals erfordert eine besonders gute Gestaltung und städtebauliche Qualität der neuen Siedlung. Die neue Siedlung soll die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllen.

Grundlage für das Projekt ist der Gestaltungsplan Breiteli von 2015. Für Ideen, die wesentlich zu einer Verbesserung beitragen, kann sich der Gemeinderat auch eine Revision des Gestaltungsplans vorstellen.

Der Studienauftrag erfolgt zweistufig. Die erste Stufe (Präqualifikation) wird im Februar 2022 abgeschlossen.

Eine Fachjury wählt den Sieger

Daraus werden vier bis fünf Teams hervorgehen, die konkrete Projektideen erarbeiten. Eine Fachjury, in der auch Vertreter von Breiteli-Mieter sowie der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit vertreten sind, wird im November 2022 ein Siegerprojekt auswählen.

Anschliessend wird voraussichtlich 2023 für die weitere Ausarbeitung und Verfeinerung des Projekts bei den Stimmberechtigten ein Planungskredit beantragt. Mit dem Baustart ist frühestens ab 2025 zu rechnen.

Das Breiteli Nord ist eines der wichtigsten Projekte in der Thalwiler Wohnraumplanung. Die Gemeinde verfügt mit dem Breiteli über ein strategisch wichtiges Areal, mit dem sie an zentraler Lage Wohnraum zur günstigen Preisen anbieten kann.

Verdichtetes Bauen

Der Gemeinderat ist überzeugt im Planungsverfahren zu einem breit abgestützten Projekt zu kommen, das durch verdichtetes Bauen sowohl die Anforderungen an günstigen, generationen-gemischten Wohnraum als auch an den Erhalt des zusammenhängenden Grün- und Aussenraums erfüllen wird.