Sursee

    Sursee LU: Neue Holzheizzentrale versorgt Quartier St. Martinsgrund

    In Sursee LU ist die neue Wärmezentrale im Quartier St. Martinsgrund offiziell eröffnet worden. Sie liefert künftig Fernwärme an rund 30 Liegenschaften.

    Sursee LU
    Die Gemeinde Sursee im Kanton Luzern (Symbolbild) - keystone

    Wo bis vor Kurzem gebaut, montiert und getestet wurde, entsteht heute erneuerbare Wärme für das Surseer Quartier St. Martinsgrund. Die neue Holzheizzentrale des Wärmeverbunds Sursee liefert Wärme für Heizung und Warmwasser. Am 9. Oktober 2026 wurde die Wärmezentrale beim Hinteren Beckenhof offiziell eröffnet – ein weiterer Meilenstein für die nachhaltige Wärmeversorgung von Sursee.

    Die Gerüste und Baufahrzeuge sind verschwunden: Die neue Wärmezentrale im Surseer Gebiet St. Martinsgrund ist gebaut und in Betrieb. Bereits Anfang September 2026 erfolgten erste Wärmelieferungen. Nun fand am 9. Oktober 2026 die offizielle Eröffnung statt.

    Komfortabler und unabhängiger

    «Über die neue Wärmezentrale können wir Gebäude zentral und mit erneuerbarer Wärme versorgen», erklärt Milorad Markovic, Geschäftsführer der Wärmeverbund Sursee AG. «Die Wärme kommt zuverlässig und komfortabel aus dem Netz, sodass eigene fossile Heizungen ersetzt werden können.» Damit sinkt auch die Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen, wie Markovic betont.

    Die neue Wärmezentrale liefert im Endausbau bis 4.5 Gigawattstunden Wärme pro Jahr an rund 30 Liegenschaften im Quartier. Als Wärmequelle kommt Energieholz aus Schweizer Wäldern zum Einsatz – mit regionalem Lieferanten. «So bleibt die Wertschöpfung in der Region, und der Brennstoff wächst dort, wo er gebraucht wird», sagt Markovic.

    Im Vollausbau spart Sursee damit jedes Jahr rund tausend Tonnen CO₂ ein.

    Mit gebündelten Kräften zur Wärmeversorgung

    Hinter dem Projekt steht die Wärmeverbund Sursee AG. Die Stadt Sursee, die Korporation Sursee und ewl energie wasser luzern sind zu gleichen Teilen daran beteiligt und bauen gemeinsam eine nachhaltige Wärmeversorgung mit thermischen Netzen für Sursee auf. Die Wärmezentrale im St. Martinsgrund ist ein weiterer Baustein dieses langfristigen Vorhabens.

    «Ihre Bedeutung zeigt sich besonders deutlich, wenn wir an die Menschen denken, denen diese Wärme zugutekommt: an die Kinder im Schulhaus St. Martin, die älteren Menschen im Alterszentrum und die vielen Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Stadtteil. Die neue Wärmezentrale verbindet moderne Energieversorgung mit einem sehr menschlichen Bedürfnis: einem warmen, behaglichen Ort zum Leben», sagt Stadtpräsidentin Sabine Beck-Pflugshaupt im Rahmen der Zentraleneröffnung.

    Neu gebaut – vom Gebäude bis zur Technik

    Um diesen Bedürfnissen nachzukommen, investierte der Wärmeverbund rund 5.2 Millionen Franken in die Wärmezentrale. Entstanden ist nach knapp einem Jahr Bauzeit eine vollständig neue Zentrale, vom Gebäude bis zur Technik im Innern. Holzheizkessel, Holzschnitzelbunker, Wärmespeicher und Verteilleitungen wurden installiert.

    Im Zusammenspiel erzeugen sie Fernwärme, die über das Leitungsnetz zu den angeschlossenen Gebäuden gelangt.

    Planung mit Weitblick

    Bei der Planung reichte der Blick über das Gebäude hinaus. «Wir haben auch die Umgebung bewusst in die künftige Betriebsplanung einbezogen», erklärt Markovic. Dazu gehört die sichere Anlieferung der Holzschnitzel per Lastwagen: Im Bereich der Schulanlagen werden die Lieferzeiten gezielt angepasst, zudem fahren die Fahrzeuge mit reduzierter Geschwindigkeit.

    So soll die Sicherheit der Schulkinder und aller weiteren Verkehrsteilnehmenden gewährleistet werden.

    Im St. Martinsgrund steht der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes an. Für rund 60 Prozent des Absatzpotenzials ist die künftige Versorgung mit Fernwärme bereits vereinbart. Die Hauptleitung ist gebaut, nun wird das Netz mit neuen Netzästen und Kundenanschlüssen verdichtet.

    Im kommenden Jahr ist zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Wärmezentrale geplant. Sie wird einen Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugen. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist.

    Mehr Informationen: So funktioniert die Wärmezentrale

    Anlieferung und Lager: Holzschnitzel aus Schweizer Wäldern werden per Lastwagen angeliefert und im Schnitzelbunker gelagert.

    Wärmeerzeugung: Ein automatisches System führt die Schnitzel bedarfsgerecht dem Holzheizkessel (1'200 kW) zu. Die Verbrennungswärme erhitzt Wasser. Eine Abgasreinigung hält die Emissionen tief und die gesetzlichen Grenzwerte ein. Die anfallende Asche wird umweltgerecht entsorgt.

    Verwertbare Anteile werden als Rohstoff – etwa für Baustoffe – wiederverwendet.

    Wärmespeicher (64'000 Liter): Das heisse Wasser wird zwischengespeichert. Dies lässt den Kessel gleichmässig und effizient laufen und federt Verbrauchsspitzen (zum Beispiel morgens) ab.

    Verteilung: Über das Leitungsnetz gelangt das warme Wasser zu den Gebäuden. Eine kompakte Übergabestation überträgt die Wärme ans Hausnetz für Heizung und Warmwasser. Das abgekühlte Wasser fliesst zurück und wird erneut erwärmt.

    Reserve und Sicherheit:

    Für sehr kalte Tage oder Unterhaltsarbeiten steht ein Öl-Reservekessel (900 kW) bereit. Im Normalbetrieb liefert das Holz die Wärme, der Ölkessel dient nur zur Absicherung.

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