Ludotrail lässt die Stadt spielerisch entdecken
Mit 24 Spielposten, freier Route und Spiel-Set lädt der Ludotrail dazu ein, Sursee ohne Zeitdruck zu entdecken und das lokale Gewerbe ganz neu wahrzunehmen.

Wie die Stadt Sursee mitteilt, lässt sie sich seit einigen Monaten auf eine neue Art erkunden: spielerisch. Der Ludotrail «Spiel dich durch Sursee» führt als Parcours mit 24 Spielposten durch Plätze, Gassen und entlang von Geschäften – quer durch die Stadt. Wer teilnehmen will, holt nach der Online-Ticketbuchung im Hotel Sursee im Zentrum Trotte ein Spiel-Set ab.
Darin steckt das Material, das unterwegs gebraucht wird: Würfel, Karten, Magnete, Stifte und ein Regelbuch. Danach geht es los – ohne fixe Route, ohne Zeitdruck. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, welche Posten sie besuchen. Alle an einem Tag zu schaffen, ist nicht möglich. Und gerade das macht den Reiz aus.
Der Ludotrail funktioniert nicht wie eine klassische Führung, vielmehr wie ein Freizeitpark unter freiem Himmel. Man wählt aus, lässt sich treiben, legt Pausen ein – vielleicht für einen Kaffee oder ein Zmittag – und entdeckt dabei Orte und Geschäfte, die sonst leicht übersehen werden.
Die Spiele sind bewusst so angelegt, dass sie an Läden, Restaurants und öffentlichen Plätzen vorbeiführen. Stadtspaziergang, Tourismus und Gewerbe greifen so ineinander.
24 Ideen und sehr viel Handarbeit
Hinter jedem Spiel steckt eine eigene Idee. Und hinter dem Projekt steht eine Person: Gaby Kaufmann. Sie hat das Konzept der Ludotrails entwickelt; inzwischen gibt es ihre Angebote in neun Schweizer Städten.
Sursee nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Die 24 Posten seien besonders aufwendig und individuell gestaltet, sagt Kaufmann. «Sursee ist im Moment der Ludotrail mit den hochwertigsten Spielen.»
Die Spiele, ausser das Brändi Dog, hat sie selbst entwickelt, sie sind eigens für Sursee entstanden und in dieser Form einzigartig. Jeder Posten ist einem sogenannten Paten zugeordnet und inhaltlich auf seinen Standort abgestimmt: ein Versicherungsspiel vor der «Baloise», ein Sparschwein-Spiel bei der «Valiant», ein Erzählspiel vor der Buchhandlung Untertor oder ein Möbel-Spiel, das ein ganzes Einrichtungshaus abbildet.
«Viele Ideen entstehen im Austausch mit den Geschäften», sagt Kaufmann. Die beteiligten Betriebe stellen nicht nur den Standort zur Verfügung, sondern helfen auch beim Unterhalt und der Pflege der Posten mit.
Ein Projekt mit viel Herz
Der Aufbau des Ludotrails war aufwendig. «Da steckt sehr viel Herzblut drin», sagt Kaufmann. Zahlreiche Gespräche, Bewilligungen und die Suche nach Sponsoren waren nötig – ein Prozess, den sie mit einem Bauprojekt vergleicht, das sich durch die ganze Stadt zieht. Der Ludotrail ist weitgehend als Non-Profit-Angebot angelegt.
Die Einnahmen aus den Spieleset-Ausleihen fliessen hauptsächlich in den Betrieb und Unterhalt. Die Ausleihgebühr ist bewusst tief gehalten, damit Wertschöpfung für Sursee generiert wird. Die Spielenden werden zum Gewerbe und zu den Detaillisten geführt und angeregt in der Altstadt und in Cafés und Restaurants zu verweilen.
So funktioniert es
Tickets können online auf der Ludotrail-Webseite gebucht werden. Die Ausleihe eines SpielSets kostet 35 Franken und ist für vier Personen ausgelegt. Der Trail kann aber auch zu zweit oder dritt absolviert werden.
Das Spiel-Set wird im Hotel Sursee abgeholt und am selben Tag wieder zurückgegeben. Der Ludotrail richtet sich an Familien, Vereine, Firmen oder Freundesgruppen – an Einheimische ebenso wie an Gäste. Empfohlen ist das Angebot ab etwa sieben Jahren. Wer sich darauf einlässt, entdeckt Sursee neu: Schritt für Schritt, Spiel für Spiel.










