«Vermeiden, verlagern, verträglich gestalten, vernetzen»: Nach diesen strategischen Leitplanken will der Kanton Nidwalden den privaten und öffentlichen Verkehr bis 2040 weiterentwickeln. Er hat am Montagabend sein erstes Gesamtverkehrskonzept vorgestellt, das total 82 Massnahmen vorsieht.
Das Kantonsspital Nidwalden in Stans
Stans NW. - Keystone

Der Landrat hatte der Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts im Juni 2020 zugestimmt und für die Arbeiten 250'000 Franken gesprochen. Das Konzept ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und berücksichtigt alle Verkehrsarten, also Fuss-, Velo-, Strassen- und Schienenverkehr sowie die Raumplanung.

Das Gesamtverkehrskonzet wurde vom Kanton in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Transportunternehmen sowie unter Beizug von unabhängigen Fachkräften erarbeitet. Die Bevölkerung kann nun bis im Oktober Stellung nehmen.

Das definitive Konzept soll der Regierungsrat dann im Frühling 2022 beschliessen. Dann müsse die Politik entscheiden, was umgesetzt werden solle, sagte Baudirektor Josef Niederberger (CVP) bei der Präsention im Culinarum in Stans.

Die Massnahmen sind gemäss den Planern auf die erwartete Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum abgestimmt. Die Flughöhen der Massnahmen sind unterschiedlich. Stephanie von Samson, Leiterin des Amts für Verkehr, sagte, einiges werde schnell umgesetzt, einiges sei visionär. Planung sei nie statisch. Die Umsetzung der Massnahmen werde dann politische Knochenarbeit sein.

Eine Massnahme, die eine hohe Priorität hat, ist die nicht unumstrittene Umfahrungsstrasse West in Stans, die vom Landrat gegen den Willen des Regierungsrats bereits beschlossen worden ist. Insgesamt gaben die Autoren des Gesamtverkehrskonzepts dem Strassennetz aber ein gutes Zeugnis. Das Strassenverkehrssystem funktioniere gut, es gebe allerdings punktuelle Überlastungen.

Handlungsbedarf werden bei den Ortsdurchfahrten gesehen. Diese sollen siedlungsverträglicher gestaltet werden. In weiteren Massnahmen geht es um das Mobilitätsmanagement oder um Car-Sharing-Angebote.

Rückgrat des öffentlichen Verkehrs ist die Zentralbahnlinie Luzern-Stans-Engelberg OW, wie die Planer feststellten. Das Busnetz sei feinmaschig, der Anteil des öffentlichen Verkehrs sei in Nidwalden aber tief.

Ein Nachteil des öffentlichen Verkehrs in Nidwalden ist die schlechte Anbindung an den Fernverkehr. Wer weiter als bis nach Luzern fahren will, muss umsteigen.

Eine visionäre Massnahme des Gesamtverkehrkonzepts ist deswegen der Ausbau der Zentralbahn von Schmal- auf Normalspur. Eine weitere Idee, die aufgeworfen wird, ist der Bau einer neuen Bahnlinie Richtung Seegemeinden bis nach Altdorf UR. Dies werde aber erst nach 2040 spruchreif sein, erklärten die Verkehrsplaner. Bereits beerdigt haben sie die Idee einer Tieferlegung der Bahn in Stans.

Grosses Potential sieht das Gesamtverkehrskonzept für den Fuss- und den Veloverkehr. Eine Massnahme sieht so eine durchgehende Veloroute Hergiswil-Beckenried vor. Nidwalden soll aber auch attraktivere Velparkings erhalten.

Mehr zum Thema:

Raumplanung Franken Bahn