Der Gemeinderat Widnau hat beschlossen, im Jahr 2021 den Verein gegen Mädchenbeschneidungen Ostschweiz und Liechtenstein mit 3000 Franken zu unterstützen.
von links nach rechts, vorne: Vorstandsmitglied Jutta Ahlke (Stellenleiterin Fachstelle Familienplanung Schwangerschaft und Sexualität), Vorstandsmitglied Yvonne Blättler Göldi (Präsidentin Soroptimistinnen St. Gallen und Appenzell), Gründungsmitglied Selamawit Araya (Schlüsselperson Tigrinya und Amharisch); hinten: Gründungsmitglied Nihal Taha (Schlüsselperson Arabisch), Gründungsmitglied Nigisti Teklemariam (Schlüsselperson Tigrinya), Gründungsmitglied Bella Glinski (Projektinitiantin und Schlüsselperson Somali), Vorstandsmitglied Qatro Shire (Projektinitiantin), Co-Präsident Jakob Gähwiler (Geschäftsführer Stiftung Mintegra), Co-Präsidentin Chantale Beusch (Fachstelle Integration Rheintal) - Widnau

Der Gemeinderat hat beschlossen, 2021 den Verein gegen Mädchenbeschneidungen Ostschweiz und Liechtenstein mit einem Betrag von 3000 Franken zu unterstützen. Der Verein wurde Ende November 2021 gegründet und hat seinen Sitz in Rebstein bei der Fachstelle für Integration des Vereins St. Galler Rheintal.

Der Gemeinderat möchte mit seiner Spende ein Zeichen setzen gegen eine in der öffentlichen Wahrnehmung unsichtbare Unterdrückung von Mädchen und Frauen. Informationen über die Folgen der Beschneidung, über die Möglichkeit der medizinischen Nachsorge und der psychosozialen Beratung fehlen in der Region vollumfänglich.

Rund 2000 Frauen und Mädchen sind in der Schweiz betroffen – St. Gallen nimmt mit Zürich, Bern und Genf leider einen traurigen Spitzenplatz ein. 2019 wurde in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz ein regionales Netzwerk im Kanton St. Gallen aufgebaut.

Tabuisiertes Thema

Durch die Gründung des Vereins «Mädchenbeschneidung Ostschweiz» Ende November 2021 in Rebstein und dem Einrichten einer Anlaufstelle soll der Verein mit seinem Beratungs- und Unterstützungsangebot für unterschiedliche Zielgruppen professionalisiert und personenunabhängig verankert.

Der Gemeinderat Widnau versteht seine Weihnachtsspende als Initialunterstützung und Wertschätzung an den Verein, der das weitgehend tabuisierte Thema der Mädchenbeschneidung in der Region aufgreift und bearbeitet.

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