Für den Freibach und Gstaldenbach in Rheineck und Thal wurde ein Hochwasserschutzprojekt erarbeitet. Das Investitionsvolumen beträgt 5,3 Millionen Franken.
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Visualisierung Hochwasserschutzprojekt Rheineck und Thal - Gemeinde Rheineck

Bis am 28. November ist die Bevölkerung eingeladen, im Mitwirkungsverfahren zum geplanten Projekt Stellung zu nehmen.

Am Informationsabend vom 28. Oktober hat der Wasserbauspezialist und Bauingenieur Matthias Schär das Bachprojekt Gstalden- und Freibach umfassend vorgestellt. Dieses wurde von der Stadt Rheineck und der Gemeinde Thal in Auftrag gegeben, weil am besagten Bach seit Jahren ein Hochwasserschutzdefizit besteht.

Hinzu kommt, dass die Anlage stark sanierungsbedürftig ist. Der Handlungsbedarf ist bereits längere Zeit bekannt. Vor 16 Jahren haben erste Bestrebungen stattgefunden, die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz der Sachwerte zu erhöhen.

Aus verschiedenen Gründen konnten die Schutzmassnahmen noch nicht umgesetzt werden. Nun soll dies in einem neuen Anlauf gelingen. Dazu wurden weitere, umfassende Abklärungen getätigt, Alternativen geprüft und vom Experten Hintergründe aufgezeigt, die zum Projektvorschlag geführt haben.

Das Hochwasser von 2002 war der Auslöser

Einer der Hauptauslöser des nun vorliegenden Projektvorschlags war das Hochwasser im Jahr 2002. Ein weiterer Grund, die aktuelle Gefahrenkarte, welche ein klares Defizit und das Schadenpotenzial aufzeigt.

Das generelle Projekt wurde in elf Teilprojekte aufgeteilt, die in unterschiedliche Prioritäten eingeteilt sind. Bereits vor fünf Jahren umgesetzt wurden die Massnahmen beim Zusammenfluss bis zur Farbmülistrasse.

Als Nächstes stehen die Teilprojekte Autobahn A1 bis SBB, Schwelle S7 bis zum Zusammenfluss vom Gstaldenbach und Freibach sowie der Holzrückhalt im Hinterlochen an. Der markanteste Eingriff wird die Schaffung des Geschiebeablagerungsplatzes (GAP) bei der Sefar AG sein.

Dieser ist notwendig, damit das natürlich liegenbleibende Geschiebe im Ereignisfall nicht zu Auflandungen führt. Dies hätte zur Folge, dass es zu grossflächigen Überflutungen kommen könnte.

Die Grösse und der Standort wurde infrage gestellt

Gerade die Grösse und der Standort des Geschiebeablagerungsplatzes wurde in einem früheren Prozess infrage gestellt. Entsprechend wurde diese Massnahme nochmals von einem unabhängigen, bis anhin nicht am Projekt beteiligten, Fachspezialisten geprüft.

Dieser stellte in seinem Bericht fest, dass der GAP aus wasserbaulicher Sicht an der richtigen Stelle geplant ist. Zudem weist er darauf hin, zwingend auf eine Verkleinerung zu verzichten.

Zur Reduktion der Hochwassergefährdung durch Verklausungen von Brücken – durch Schwemmholz aus dem Tobel – soll im Bereich Hinterlochen zusätzlich ein Holzrückhalt erstellt werden.

Die Ökologie ist Bestandteil des Projekts

Der Rheinecker Stadtpräsident Urs Müller wies in seinen Ausführungen am Informationsanlass zudem darauf hin, dass im Projekt die gesetzlichen Umwelt-Vorgaben erfüllt werden müssen, damit es erst bewilligungsfähig ist.

«Ob es einem gefällt oder nicht: Der Hochwasserschutz und die Ökologie sind gleichwertig zu betrachten. Auch wenn dafür zusätzlicher Raum benötigt wird», erklärt Urs Müller, der als ehemaliger Geschäftsführer des Zweckverbandes Rheintaler Binnenkanal bezüglich Wasserbauprojekten ein breites Fachwissen einbringt.

Urs Müller wies zudem darauf hin, dass der nötige Landerwerb für den GAP mit dem heutigen Grundeigentümer bereits geklärt ist und bei Erteilung der Baubewilligung vollzogen werden kann.

Das Investitionsvolumen beträgt 5,3 Millionen Franken

Für die Realisierung der drei im Detail vorgestellten Teilabschnitte wird mit Gesamtkosten von rund 5,3 Millionen Franken gerechnet. 35 Prozent der subventionsberechtigten Kosten werden durch den Bund und weitere 30 bis 35 Prozent durch den Kanton getragen.

Für die Stadt Rheineck wird mit Kosten in der Höhe von rund 1,1 Millionen Franken gerechnet und für die Gemeinde Thal mit Kosten von rund 560'000 Franken. Zudem wird versucht diesen Betrag durch Beiträge von Stiftungen und weiteren Geldgebern zu reduzieren.

Insbesondere durch Unterstützungsbeiträge an die ökologischen Aufwertungen. Da der Stadtrat Rheineck und der Gemeinderat Thal die Perimeterpflicht abgeschafft haben, wird das Projekt über die ordentliche Stadt-, respektive Gemeindekasse abgerechnet.

Die Bevölkerung kann sich beim Mitwirkungsverfahren einbringen

Zum Schluss wies Urs Müller nochmals darauf hin, dass mit dem vorliegenden Projekt die Hochwasserschutzsituation verbessert wird, wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna geschaffen werden, die Zugänglichkeit zum Gewässer erhöht wird und als Nebeneffekt noch Bodenaufwertungsprojekte mit dem verwertbaren Aushubmaterial realisiert werden.

Er forderte die Bevölkerung dazu auf, nun die Chance zu nutzen und sich beim Mitwirkungsverfahren einzubringen. Dieses läuft noch bis am 28. November. Sämtliche Unterlagen sind auf der Webseite der Sanierungsprojekte Gstalden-freibach aufgeschaltet.

Während der Mitwirkungsfrist können Hinweise online platziert oder Stellungnahmen beim Stadtrat Rheineck oder beim Gemeinderat Thal eingereicht werden.

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