Noch kein Entscheid zur Rolle der Psychiatrie Nord

Bei der juristischen Aufarbeitung des Tötungsdelikts an der Speicherstrasse in St. Gallen vom September 2020 ist die Rolle der Psychiatrie noch nicht geklärt.

St.Gallen Altstadt.
St. Gallen Altstadt. (Symbolbild) - pixabay

Im September 2020 war ein 22-jähriger Mann in ein Haus an der Speicherstrasse in der Stadt St. Gallen eingedrungen und hatte eine Frau angegriffen. Er schlug mit einer Pfanne so lange auf sie ein, bis ihn zwei Stadtpolizisten mit mehreren Schüssen stoppten.

Die Frau starb an ihren schweren Verletzungen. Der Täter wurde durch die Schüsse getötet. Im September 2021 kam es zu einer Gerichtsverhandlung gegen die beiden Stadtpolizisten. Sie wurden vom Kreisgericht St. Gallen vom Vorwurf der versuchten Tötung freigesprochen.

Noch offen ist die Rolle der Psychiatrie Nord. Der Täter hatte sich dort in Behandlung befunden und war am Tag, an dem die Attacke passierte, entlassen worden.

Untersuchung gegen zwei Ärzte

Ende 2021 liess die Anklagekammer des St. Galler Kantonsgerichts eine Untersuchung gegen zwei Ärzte von Psychiatrie Nord zu. Seither klärt die Staatsanwaltschaft ab, ob gegen sie Anklage erhoben oder die Untersuchung eingestellt wird. Als Vorwürfe stehen fahrlässige Tötung oder Aussetzung im Raum.

Gegenstand der Untersuchung sind unter anderem die Umstände der Entlassung des Täters aus der Psychiatrie. Ein Ergebnis der Abklärungen gibt es noch nicht: Das Verfahren sei nach wie vor am Laufen, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage von «Keystone-SDA».

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