Wie die Gemeinde Schwyz berichtet, soll ein moderner und funktionaler Bushof die Bedürfnisse an die Mobilität und die Behindertengerechtigkeit erfüllen.
Gemeindehaus - Schwyz
Gemeindehaus - Schwyz - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Im Zentrum von Schwyz soll ein moderner und funktionaler Bushof die Bedürfnisse an die Mobilität und die Behindertengerechtigkeit erfüllen.

Gleichzeitig wird auch die Hofmatt umgestaltet: Zusätzliche Baumgruppen, ein Wasserspiel sowie genügend Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Die Ge-samtkosten für das Projekt belaufen sich auf 11.57 Millionen Franken, wobei sich Bund und Kanton mit rund 5.4 Millionen Franken massgeblich beteiligen.

Der Bushof Schwyz als zentraler Platz mit repräsentativer Funktion bildet mit dem Museum Forum der Schweizer Geschichte, dem Hauptlatz mit Kirche und dem Rathaus sowie der Hofmatt einen wichtigen Bestandteil des Schwyzer Dorfbilds.

Auch ist der Bushof eine der wichtigsten Haltestellen im Busnetz der Auto AG Schwyz. Jedoch genügt das 60 Jahre alte Bauwerk mittlerweile weder den Anforderungen an die Verkehrs- und Fussgängersicherheit noch erfüllt es die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Von der Planung zur Umsetzung

Vor rund 11 Jahren genehmigte der Souverän einen Verpflichtungskredit von Fr. 480'000.00 für einen Planungswettbewerb über die Bahnhofstrasse, den Bushof Schwyz sowie die Hofmatt. Das Planungsteam X-Y, unter der Federführung der einheimischen BSS Architekten erhielt damals den Zuschlag.

Aufgrund offener Fragen zum Standort, den Betriebskosten und zu einem allfälligen Parkhausausbau, wurde das Projekt im Jahr 2013 vorläufig sistiert.

Der Umstand, dass der Bushof sanierungsbedürftig ist sowie die Vorgabe, bis 2023 die Behindertentauglichkeit im Sinne der Bundesvorgaben sicherzustellen, haben die Dringlichkeit des Projekts deutlich erhöht. Seit diesem Sommer liegt das überarbeitete und mittlerweile beschlussreife Projekt des Planungsteams vor.

ÖV-Drehscheibe für die Gemeinde Schwyz

Einer gebauten Topografie gleich, ist der neue Sockelbau mit der bestehenden Parkgarage als Rückgrat des Bushofs zu sehen und wertet diesen als verbindendes Element der zwei Ebenen Bushof und Hofmatt auf.

Um die umgebenden Bauten zu stärken und zusammenzuführen, wird ein einheitliches Material angestrebt: Wie aus einem Guss geformt, bilden der Sockel und die Perron-Dächer mit dem neuen Belag eine Einheit.

Grossformatige Betonplatten übernehmen die einheitliche Platzgestaltung des Bushofs und unterstreichen dessen funktionalen Charakter.

Tempo-30-Regime soll eingeführt werden

Wie in enger Zusammenarbeit und aufwändigen Fahrversuchen mit der Auto AG Schwyz und den kantonalen Fachstellen festgestellt wurde, erfüllt der neue Bushof die Anforderungen an die ÖV-Konzepte von Kanton und Gemeinde und berücksichtigt dabei, wie die Behindertenorganisation Procap Schwyz bestätigt, in vorbildlicher Art und Weise die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Der Verkehrsfluss auf der Bahnhofstrasse wird durch den neuen Bushof nicht beeinträchtigt. Hingegen wird die städtebauliche Situation des Zentrums Schwyz gestalterisch aufgewertet.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit und der erhöhten Aufenthaltsqualität soll ein Tempo-30-Regime eingeführt werden, was ein entsprechendes Verkehrsgutachten so empfiehlt.

Übergang zwischen Bushof und Hofmatt

Die gebaute Topografie trennt die Hofmatt funktional vom Bushof, lässt aber mit dem Projekt Neugstaltung Hofmatt die beiden Plätze visuell als Ganzes erscheinen.

So werden beispielsweise die heutigen Fahrradabstellplätze ins Parkhaus verlegt und getrennt vom motorisierten Verkehr direkt vom Bushof erschlossen.

Neben dem Treppenaufgang zur Hofmatt wird ein Durchstich gemacht, der gleichzeitig als Notausgang für das Forum der Schweizer Geschichte dienen wird.

Durch die Differenzierung der Beläge - Bushof Ortsbeton, Hofmatt Natursteinpflästerung - werden die unterschiedlichen Funktionen des Bushofs und der Hofmatt unterstrichen.

Ein Platz zum Verweilen

Mit der gleichzeitigen Neugestaltung der Hofmatt werden planerische, bauliche und finanzielle Synergien genutzt.

Mit dem neuen Standort des geschichtsträchtigen Meinrad Inglin-Brunnens, gemütlichen Sitzgelegenheiten, einem Wasserspiel und Schatten spendenden Baumgruppen, lädt der Platz Besucher aller Altersgruppen zum Verweilen ein. Grosse, zusammenhängende Flächen stehen auf der Hofmatt für vielfältige Nutzungswünsche (Greiffler-Hütte, Markt, Chilbi usw.) zur Verfügung.

Finanzielle Unterstützung durch Bund und Kanton

Das Agglomerationsprogramm Talkessel Schwyz (3. Generation) anerkennt nach vorläufigem Bericht des Bundes die Projekte Neubau Bushof Schwyz und Neugestaltung Hofmatt als sogenannte subventionsberechtigte A-Massnahme.

Aufgrund dieser Tatsache, werden die Kosten von gesamthaft 11.57 Millionen Franken im optimalen Fall mit rund 5.435 Millionen Franken durch Dritte (Bund und Kanton) getragen. Oder anders ausgedrückt belaufen sich die Nettoaufwendungen für die Gemeinde Schwyz in diesem Fall auf 6.135 Millionen Franken.

Der richtig Zeitpunkt

Die Gelegenheit, mit dem Neubau des Bushofs Schwyz ein starkes Zeichen im Sinne der steigenden Mobilität zu setzen, die Hofmatt deutlich aufzuwerten und gleichzeitig in beiden Vorhaben durch Bund und Kanton finanzielle Unterstützung zu finden, sind für den Gemeinderat wichtige Argumente, die für die Umsetzung dieser Projekte sprechen.

Unter der Voraussetzung eines positiven Volksentscheids an der Urnenabstimmung vom 13. Februar 2022 wird das Baubewilligungsverfahren vorbereitet. Im Idealfall erfolgt der Baustart im Herbst 2023.

Bei einer Bauzeit von rund einem Jahr und einer gleichzeitigen Ausführung der Vorhaben darf im Herbst 2024 mit der Inbetriebnahme der Bauwerke gerechnet werden.

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