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Neues Gemeindehaus in Ruswil nimmt Form an

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Das Projekt «zäme» schafft in Ruswil flexiblen Raum für Verwaltung und Bürger. Die Baukostenermittlung läuft, Abstimmung folgt im September 2026.

Die Pfarrkirche St. Mauritius in Ruswil.
Die Pfarrkirche St. Mauritius in Ruswil. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Gemeinde Ruswil mitteilt, stimmte die Ruswiler Bevölkerung 2019 über, wo die Gemeindeverwaltung künftig ihr Zuhause finden soll, ab. 54 Prozent entschieden sich für das ehemalige Landi-Areal – ein Stück Boden mitten im Dorf.

Es war der Startpunkt für einen Weg, der nun immer klarere Formen annimmt. Die bestehenden Gebäude werden von der Grundeigentümerin Aplafinimo AG abgerissen – an ihrer Stelle entstehen drei neue Wohn- und zwei Gewerbehäuser. Gleichzeitig wird am östlichen Ende des Areals mit Hochdruck das neue Gemeindehaus geplant.

Mehr als ein Bürogebäude

Doch ein Gemeindehaus ist mehr als ein Bürogebäude. Es ist Treffpunkt, Identitätsträger und Schaufenster einer Verwaltung, die täglich mit Menschen zu tun hat.

«Das neue Gemeindehaus ist für die nächsten 50 oder 100 Jahre das Herz unserer Verwaltung. Daher müssen wir vorausdenken. Viele Ge spräche führen und Fragen klären», erklärt Gemeinde präsident Franzsepp Erni.

Dazu gehört der Umgang mit der Digitalisierung, die Einschätzung des Wachstums der Gemeinde, aber auch was in Zukunft die Bedürfnis se der Bürger sind.

Auch in anderen Bereichen wurde sorgfältig vorgearbeitet: Der Gestaltungsplan «Dorfkern Südwest» legte fest, wie sich der untere Dorfteil entwickeln soll – mit Wohn raum, Gewerbe und der denkmalgeschützten «Alten Farb», die direkt neben dem künftigen Gemeindehaus steht. Als klar war, was dieser Ort beinhalten muss, begann das Herzstück des Prozesses: ein zweistufiger Studienauftrag.

Flexible Struktur für die Zukunft

Sieben Architekturbüros erhielten im Frühjahr 2024 die Aufgabe, nicht nur einen Bau, sondern eine Idee für Ruswil zu entwickeln. Die schützenswerte «Alte Farb» sollte erhalten bleiben, aber nicht um jeden Preis.

Die Verwaltung benötigt genügend Arbeitsplätze, gut or ganisierte Abläufe und eine flexible Struktur für die Zukunft. Und der Ort sollte ein Stück Dorfzentrum neu definieren. Die Jury, besetzt mit Fachleuten, Gemeinderäten, Vertretern der Nachbarschaft und der Denkmalpflege, begleitete diesen Prozess aufmerksam.

Als klar wurde, dass die alte Färberei für eine Verwaltungsnutzung zu unpraktisch ist, öffnete sich ein neuer Gedanke: Sie soll ein öffentliches Haus werden – für Kultur, Vereine, vielleicht kleine Ateliers. Ein Ort, der Ruswils Geschichte nicht nur bewahrt, sondern lebendig hält. Die später gegründe te Genossenschaft «Baukultur Ruswil» wird sich diesem Erbe widmen.

Vier Teams durften ihre Entwürfe in der zweiten Stufe weiterentwickeln. Jetzt wurde jeder Meter geprüft, vom Lärmschutz über die Erschliessung bis zu den prognostizierten Betriebskosten. Es war ein Ringen um die beste Lösung, ein Abwägen zwischen Architektur, Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Projekt «zäme» von TGS Architekten

Am Ende überzeugte das Projekt «zäme» von TGS Architekten. Ein polygonales Holzhaus mit vier Geschossen. Kein lauter Solitär, sondern ein Gebäude, das Rücksicht nimmt auf das gewachsene Ortsbild.

Publireportage «Die Fassade» mit ihren fein gesetzten Holzstrukturen verweist auf traditionelle Handwerksbauten, während im Innern moderne, flexible Arbeitsplätze entstehen. Zwei neue Aussenräume – der Gemeindeplatz an der Wolhuserstrasse und der Hofgarten am Chasteleweg – sollen künftig das soziale Leben stärken.

Auch wirtschaftlich schnitt der Entwurf gut ab: Kompakt gebaut, mit effizienten Grundrissen und der günstigsten Kostenschätzung aller Projekte.

Mehr Raum durch Digitalisierung im Projekt

Mit dem Abschluss des Studienauftrags begann die nächste Phase. In Kriens, Root und Rothenburg besuchten die Projektverantwortlichen andere Verwaltungen. Die Architekten beschäftigten sich mit diesen Erkenntnissen intensiv mit dem Innenraum.

«In der Bearbeitung stellte sich heraus, dass mit der Digitalisierung deutlich weniger Platz für Archive und Abstellflächen notwendig ist, sodass mehr Raum für verschiedene Arbeitsformen und den Kundenbereich zur Verfügung steht», erklärt Projektleiter Stefan Koch von den TGS Architekten.

Im nächsten Schritt schliesst die Gemeinde nun die Vorprojektplanung mit der Baukostenermittlung ab. Damit wird der Baukredit vorbereitet, über den die Ruswiler Bevölkerung voraussichtlich im September abstimmen wird.

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