Wie die Geeinde Amriswil berichtet, muss auch die Regio Energie Amriswil dem steigenden Druck der Gaspreise nachgeben und die Preise um rund 30 Prozent erhöhen.
Gemeindeverwaltung Amriswil.
Gemeindeverwaltung Amriswil. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Seit einigen Monaten sind die Einkaufspreise für Gas stark angestiegen. Die Einkaufsmärkte spielen total verrückt, und es drohen in einigen Ländern bereits Versorgungsengpässe.

Die Gründe dafür sind mehrschichtig und hängen von diversen Wirtschaftsmechanismen ab. So ist beispielsweise die Nachfrage nach Erdgas in Asien stark angestiegen, wofür das Wirtschaftswachstum nach der Corona-Pandemie verantwortlich ist.

Auch in Europa stieg die Nachfrage nach Gas, um die Gasreserven für den hiesigen Winter zu füllen. Im Weiteren erfolgte in einigen Industrieländern infolge der gestiegenen CO2-Preise bei der Stromproduktion vermehrt ein Umstieg von Kohle zu Gas.

Erdgas hat im Vergleich zu Kohle eine bessere Klimabilanz und ist deshalb sehr interessant für die Stromproduktion.

Anstieg um rund 30 Prozent

Die Regio Energie Amriswil (REA) beschafft das Gas über die GOS Handel AG und konnte mit ihrer strukturierten Einkaufsstrategie bis heute dem starken Preisanstieg entgegenwirken. Dennoch muss die REA nun die Preise für 2022 (Energie, Netzkosten und CO2-Abgabe) mit einem Aufschlag von rund 30 Prozent im Tarif Small erhöhen.

Für die Preiserhöhung ist nebst dem Gaspreis auch die massive Erhöhung der CO2-Abgabe auf das Maximum des aktuell gültigen CO2-Gesetzes verantwortlich. Bei Produkten mit 100 Prozent Erdgas fällt die Preiserhöhung per 1. Januar 2022 deshalb auch massiver aus. Auf Biogas entfällt die CO2-Abgabe gänzlich.

Bei Produkten mit einem Biogas-Anteil erhöht sich die CO2-Abgabe nur prozentual auf den Erdgas-Anteil. Deshalb fällt die Preiserhöhung per 1. Januar 2022 je nach Produkt und Biogas-Anteil unterschiedlich hoch aus.

Biogas-Anteil kann individuell erhöt werden

Um die CO2-Abgaben zu senken, kann die Kundschaft ihren Biogas-Anteil individuell erhöhen. Hinsichtlich einer Gasmarktöffnung und einer zukünftigen Einführung eines Gasmarktgesetzes sind neu die Netzkosten und die Abgaben im Gastarif strukturiert aufgeführt.

Mit dieser Anpassung ist eine bessere Kostentransparenz gewährleistet, wie dies bereits bei den Stromtarifen seit Jahren der Fall ist.

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