Monitoring und Schutz im Kaltbrunner Riet

Gemeinde Uznach
Gemeinde Uznach

Rapperswil-Jona,

Das Kaltbrunner Riet in Uznach wird mit neuem Monitoring begleitet, um Wasserhaushalt und Schutz der wertvollen Lebensräume langfristig zu sichern.

Die Schulanlage in Uznach.
Die Schulanlage in Uznach. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Uznach berichtet, ist das Kaltbrunner Riet ein Flachmoor, Amphibienlaichgebiet und Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Die Kernzone umfasst mit Möwenteich, Entensee und Zweiersee eine Fläche von rund 50 Hektaren.

Als Folge der Melioration der Linthebene wurde im Kaltbrunner Riet der natürliche Wasserhaushalt gestört.

Um eine Austrocknung und damit die Zerstörung des Schutzgebiets zu verhindern, wurde 1978 ein manuell gesteuertes Bewässerungssystem gebaut, mit dem der Bereich um den Möwenteich bewässert werden kann. Für die anderen Flächen besteht kein Bewässerungssystem.

Bewässerung im Kaltbrunner Riet

Das Wasser für die Bewässerung stammt aus dem Steinenbach. Der Wassereinlauf wird manuell mit einem Schieber reguliert.

Die Bewässerung erfolgt nach einem Bewässerungskonzept: Anfang März wird das Riet vollständig bewässert, ab Ende Juni wird die Wasserzufuhr aus dem Steinenbach langsam gedrosselt, vor der Streuemahd Ende August wird die Bewässerung angehalten, im November wird das Kaltbrunner Riet einmalig bewässert und danach die Wasserzufuhr bis Ende Februar gestoppt.

In den letzten Jahren sank der Wasserstand im Möwenteich während der Bewässerung immer wieder stark ab. Einerseits war dies auf die häufige Verstopfung des Einlaufrechens zurückzuführen.

Anderseits liegt es wahrscheinlich auch an den häufiger auftretenden Trockenperioden, die zu einer geringeren Wasserzufuhr aus dem Steinenbach und aus Niederschlägen führen. Auch unterirdische Versickerungsverluste aufgrund des Schotteruntergrunds der ehemaligen Linthläufe können eine Rolle spielen.

Ökologische Anpassungen im Riet

2022 wurde die Wasserentnahmestelle am Steinenbach optimiert. Seither gibt es weniger Verklausungen beim Einlaufrechen, obwohl immer wieder Perioden mit starken Wasserabsenkungen vorkommen.

Diese können das nationale Flachmoor beeinträchtigen, je nach Zeitraum, Dauer und Ausmass der Wasserabsenkungen auch die Amphibienbestände gefährden und den Lebensraum für Wasser- und Zugvögel negativ beeinflussen.

Auch im Bereich des Entensees wurde der Wasserhaushalt durch die Melioration der Linthebene beeinträchtigt, was dort direkt auf Drainageleitungen zurückzuführen ist. Im Rahmen eines Moorregenerationsprojekts wurden im Jahr 2022 die Drainagen ausser Kraft gesetzt und an verschiedenen Stellen regulierbare Schächte und Wehre eingebaut.

Ausserdem wurden die beiden Flachmoorteile Entensee und Möwenteich durch die Schaffung einer regulierbaren Flutwiese auf einer Zwischenfläche wieder ökologisch miteinander verbunden.

Neues Monitoring für das Rietgebiet

Heute stehen im Kaltbrunner Riet zwei Themen im Fokus, die ein weiteres und gezieltes Monitoring erfordern. Einerseits sind die Auswirkungen von Änderungen des Wasserhaushaltes noch immer von Interesse – sowohl in der Region Möwenteich als auch beim Entensee.

Anderseits wurde das Pflege- und Entwicklungskonzept (PEK) überarbeitet, das als wichtige Planungsgrundlage für Schwerpunkte und Massnahmen dient. Darauf basierend wurden in den letzten zwei Jahren gezielte Veränderungen in der Bewirtschaftung vorgenommen.

Um überprüfen zu können, ob mit dem angepassten Management die Ziele aus dem Pflegeund Entwicklungskonzept erreicht und die Bestandsentwicklung der Zielarten nachvollzogen werden können, braucht es ein neues Monitoringprogramm. Dieses soll zwecks Vergleichbarkeit grundsätzlich der bisherigen Methodik der Erhebungen seit 1986 folgen und aufgrund der überarbeiteten Ziele des PEK gezielt ergänzt werden.

Die Gemeinderäte von Benken, Kaltbrunn und Uznach haben die entsprechenden Monitoring-Konzepte genehmigt und hoffen, die daraus gewonnenen Erkenntnisse für eine Revitalisierung des Naturschutzgebiets vor «unserer Haustüre» nutzen zu können.

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