Aushubdeponie Babilon: Betriebsjahr 2025 verlief stabil
Die Deponie Babilon in Dietwil lief 2025 stabil und ohne Zwischenfälle. Mehr Aushub wurde verarbeitet und die Erweiterung nach Norden ist in Planung.

Wie die Gemeinde Dietwil mitteilt, hat die Deponie Freiamt AG als Betreiberin der Aushubdeponie Babilon dem Gemeinderat den Technischen Jahresbericht 2025 zugestellt. Daraus geht hervor, dass das Betriebsjahr 2025 deutlich problemloser als das Vorjahr verlief.
Der Böschungsfuss konnte bis ins Frühjahr mit Felsaushub stabilisiert und mit trockenem Aushub aufgebaut werden. Über die Sommermonate wurde die Böschung mit geeignetem, gut verdichtbarem Aushub aufgebaut.
Die Zufahrten wurden bei Bedarf mit Felsmaterial und Kies verstärkt. Die Reifenwaschanlage sowie die Zu-/Wegfahrtsstrasse funktionierten einwandfrei. Seit Betriebsbeginn kam es noch nie zu einer Verschmutzung der Kantonsstrasse.
Bis Ende Jahr wurden gesamthaft 212'124 Kubikmeter Aushub (Vorjahr: 193'661 Kubikmeter) und 544 Kubikmeter Unterboden (Vorjahr: 4851 Kubikmeter) angenommen und eingebaut. Die Aushublieferungen aus den Kantonen Aargau und Zug haben zusammen einen Anteil von 61 Prozent.
Flächenentwicklung und Rekultivierung
Die offene Fläche der Deponie betrug per Ende 2025 rund sieben Hektar (inklusive Zufahrt und Installation). Die langfristigen Bodendepots blieben unverändert bei rund 1,9 Hektar.
Im Spätsommer wurde Richtung Norden ein weiterer Bodenabtrag auf einer Fläche von 0,4 Hektar umgesetzt. Der abgetragene Boden wurde fachgerecht in temporären Depots gelagert und begrünt. Diese Depots werden im Jahr 2026 für weitere Rekultivierungsarbeiten verwendet.
Das in Planung stehende Projekt Babilon Fortsetzung Nord überlagert den nordwestlichen Teil der bewilligten Deponie. Aus diesem Grund wird auf dieser Fläche vorläufig auf die Rekultivierung verzichtet.
Die ersten rekultivierten Flächen von rund 4,5 Hektar aus dem Jahr 2020 konnten am 4. September 2025 nach einer gemeinsamen Begehung mit Vertretern von Kanton, Gemeinde, Fachbüro, Grundeigentümer, Bewirtschafter und Unternehmer zur uneingeschränkten Bewirtschaftung freigegeben werden.
Materialkontrolle und Qualitätssicherung
Bei der Deponie Babilon handelt es sich um den Deponietyp A. Es darf ausschliesslich sauberes Aushub- und Ausbruchmaterial angeliefert werden. Als vorsorgliche Kontrollmassnahme wird vor der ersten Anlieferung von Bauherrschaften und Aushublieferanten eine Aushubdeklaration verlangt und geprüft.
Jede Lieferung wird mit Lieferschein erfasst und bei der Annahme durch den geschulten Maschinisten oder den Betriebsleiter visuell kontrolliert. Seit 2024 werden zusätzlich Feststoffproben zur Überwachung verschiedener Schwermetalle durchgeführt. Ab Juni 2025 wurde die Probenahme intensiviert.
Alle 5000 Kubikmeter Aushub lose erfolgt eine chemische Analyse. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 27 Beprobungen durchgeführt. Bei allfälligen Überschreitungen der Grenzwerte wird das weitere Vorgehen mit der kantonalen Abteilung für Umwelt festgelegt.
Ökologische Massnahmen und Planung 2026
Die naturnahen Flächen um den Installationsplatz sowie die Böschungen wurden im Sommer 2025 durch eine Fachperson auf Neophyten kontrolliert. Unerwünschte Pflanzen wurden entfernt und ein Säuberungsschnitt durchgeführt.
Ein erster Teil der Ostböschung wurde bereits 2022 erstellt und begrünt. Die Bepflanzung hat sich schon sehr gut entwickelt. Insgesamt sind rund 15'000 Kubikmeter ökologische Ausgleichsfläche definitiv erstellt. Zusätzlich bestehen rund 3500 Kubikmeter temporäre naturnahe Flächen.
Für das Jahr 2026 ist eine Jahresmenge von 180'000 Kubikmeter Aushub lose vorgesehen. Die aktuell offene Ablagerungsfläche reicht voraussichtlich bis Mitte 2026. Im Sommer ist ein weiterer Bodenabtrag von rund einem Hektar Richtung Norden nötig. Gleichzeitig kann eine weitere Rekultivierungsetappe umgesetzt werden.
Zudem muss das Reifenwaschbecken entleert und der Schlamm nach vorgängiger Beprobung fachgerecht entsorgt werden. Der zweite Teil der im Herbst 2025 erstellten Ostböschung kann im Frühjahr 2026 begrünt werden.
Planungsverfahren und Erweiterung Nord
Der Grossrat des Kantons Aargau hat am 26. August 2025 dem Richtplaneintrag für die Fortsetzung der Deponie Babilon gegen Norden zugestimmt. In der Folge haben die beiden Standortgemeinden Dietwil und Oberrüti das kommunale Nutzungsplanverfahren gestartet und die Unterlagen Ende September 2025 beim Kanton eingereicht.
Der kantonale Vorprüfungsbericht wird im Frühling 2026 erwartet. Anschliessend ist im Sommer 2026 das öffentliche Mitwirkungs- und Auflageverfahren vorgesehen.
Die Teiländerung von Kulturlandplan und Bau- und Nutzungsordnung ist an einer kommenden Gemeindeversammlungen der beiden Standortgemeinden zu traktandieren. Bei positivem Entscheid soll das Gestaltungsplanverfahren im Jahr 2027 gestartet werden.










