Luzern: KI-Stellenmarkt wächst – 5000 Inserate in einem Jahr
In der Schweiz wurden zwischen Juli 2025 und Juni 2026 knapp 5000 KI-Stellen ausgeschrieben. Im Kanton Luzern legten die Ausschreibungen um 55 Prozent zu.

Die Nachfrage nach KI-Fachkräften steigt in der Schweiz deutlich. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 wurden knapp 5’000 KI-Stellen ausgeschrieben, 32 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Kleine und mittlere Unternehmen tragen den grössten Teil zu diesem Wachstum bei.
Das zeigt der neue Swiss AI Jobs Report 2026 der Hochschule Luzern.
Die Frage, wie KI den Jobmarkt verändert, ist derzeit in aller Munde. Der aktuelle Swiss AI Jobs Report der Hochschule Luzern liefert konkrete Daten dazu, wie viele und welche KI-Stellen in der Schweiz ausgeschrieben wurden. So ist die Zahl der KI-Stelleninserate im Berichtsjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 32 Prozent gestiegen.
Gesucht wird nicht nur in der IT: In allen zehn grössten Branchen hat die Nachfrage nach KI-Fachkräften zugenommen (Informationstechnologie, Finanzen und Versicherungen, Bildung und Forschung, Chemie und Pharma, Handel und Logistik, öffentlicher Sektor, Ingenieurwesen, Industrie, Rechts- und Unternehmensberatung, Gesundheitswesen).
Die IT-Branche schrieb zwar mit 1’211 die meisten Stellen aus, den stärksten Zuwachs verzeichneten aber öffentliche Institutionen mit 67 Prozent. «Insbesondere das Wachstum der KI-Stellen im öffentlichen Sektor deutet darauf hin, dass Politik und Verwaltung ihr Vertrauen in KI als Zukunftstechnologie festigen», sagt Studienautor Curdin Derungs von der Hochschule Luzern.
Besonders stark wächst die Nachfrage ausserhalb der Grossunternehmen. Auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entfielen 76 Prozent des gesamten Stellenzuwachses. Sie schrieben 62 Prozent aller KI-Stellen aus.
«KI ist nicht mehr nur Sache grosser Technologieunternehmen, sondern fliesst zunehmend auch in die Prozesse und Angebote etablierter KMU ein», sagt Derungs.
Erfahrene Fachkräfte gesucht
Der Report macht zudem deutlich: KI verlässt die Testphase. Fast 40 Prozent aller Inserate entfallen auf Data Engineering und Machine Learning Engineering, also auf Fachleute, welche die Dateninfrastruktur bauen und Modelle zuverlässig am Laufen halten. Daneben wurden Rollen wie Product Owner, Manager oder AI Consultant deutlich häufiger ausgeschrieben.
In diesen Funktionen wird entschieden, welche Anwendungen ein Unternehmen braucht und wie es sie einführt.
Entsprechend suchen Unternehmen verstärkt erfahrene Fachkräfte, die technische und strategische Expertise verbinden. Die Zahl der Stellen auf Senior-Level stieg um 42 Prozent. Auch für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger wurden mehr Stellen ausgeschrieben.
Festanstellungen auf Junior-Level machen jedoch nur 5 Prozent aller Inserate aus. Trotz der hohen Nachfrage ist der KI-Arbeitsmarkt umkämpft: «Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger beschreiben den Stellenmarkt als äusserst kompetitiv. Überrascht hat uns aber, dass selbst Fachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung die Stellensuche zunehmend als anspruchsvoll wahrnehmen», sagt Derungs.
Zürich an der Spitze
Regional konzentriert sich die Nachfrage vor allem auf den Kanton Zürich und die Zentralschweiz. Der Kanton Zürich verzeichnete mit 2’181 ausgeschriebenen Stellen die höchste Zahl, das sind 45 Prozent aller KI-Stellen in der Schweiz. Gemessen an der Bevölkerung liegen viele Kantone der Zentralschweiz über dem Schweizer Schnitt.
Auf 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen dort zwischen 100 und 140 ausgeschriebene KI-Stellen (Durchschnitt Schweiz: 96). Im Kanton Luzern legte die Zahl der Ausschreibungen um 55 Prozent zu.
Über den Swiss AI Jobs Report
Der Swiss AI Jobs Report 2026 ist eine datengestützte Studie des Applied AI Center der Hochschule Luzern. Er untersucht den Schweizer KI-Stellenmarkt anhand von 8’439 Stelleninseraten aus dem Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2026. Das Berichtsjahr 2026 umfasst die Monate Juli 2025 bis Juni 2026.
Die von der x28 AG bereitgestellten Inserate wurden bereinigt, strukturiert und mithilfe von KI ausgewertet. Gespräche mit Fachpersonen aus verschiedenen Branchen und Funktionen ergänzen die quantitative Analyse und ordnen die Entwicklungen ein.






