Dank besserem Wetter und dem sinkenden Pegel des Vierwaldstättersees kann die Zentralbahn (ZB) am Donnerstagmorgen auf der Brüniglinie die Gleise bei Alpnachstad OW wieder befahren. Das Netz der ZB war in den letzten Tagen gleich mehrmals von den Unwettern betroffen gewesen.
Bahnstrecke Stansstad-Engelberg
Ein Zug der Zentralbahn (ZB). (Archivbild) - Keystone

Die ZB stellte am 13. Juli auf der Brüniglinie zwischen Alpnach Dorf OW und Sarnen OW den Betrieb ein, weil das Hochwasser der Sarner Aa eine Bahnbrücke bedrohte und schliesslich auch überspülte. Dann musste sie die Sperrung wegen Hochwassers auf den Abschnitt Hergiswil NW-Giswil OW ausdehnen.

Am Mittwoch war noch der Abschnitt Hergiswil-Alpnach Dorf unterbrochen. Wie das Bahnunternehmen mitteilte, werde die Brünigstrecke ab Donnerstag morgen wieder durchgehend befahrbar sein.

Vorübergehend unterbrochen war die Brüniglinie wegen der Unwetter auch auf der Berner Seite zwischen Meiringen und Brienzwiler. Bereits am 11. Juli hatte ein Bach nach heftigen Regenfällen die ZB-Linie Luzern-Engelberg OW im Engelbergertal verschüttet. Die Bahnlinie war für mehrere Tage unterbrochen.

Der Pegel des Vierwaldstättersees sank bis am Mittwochmittag auf eine Höhe von 434,52 Meter über Meer. Damit liegt er noch immer sieben Zentimeter über der Hochwassergrenze, aber 42 Zentimeter tiefer als in der Nacht auf Samstag.

Der Kanton Luzern zog am Mittwoch eine positive Bilanz zur Bewältigung des Hochwassers. Dieses könne zwar nicht mit dem Jahrhunderthochwasser von 2005 verglichen werden, teilte er mit. Eine erste Zwischenbilanz zeige jedoch, dass sich die seit damals ergriffenen Schutzmassnahmen bewährt hätten.

Das Reusswehr in Luzern, mit dem der Pegel des Vierwaldstättersees reguliert wird, wurde so für 23 Millionen Franken saniert. In Massnahmen an der Kleinen Emme, die in Emmenbrücke in die Reuss mündet, wurden bislang 72 Millionen Franken investiert.

Der Kanton Luzern weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der geplanten Hochwasser- und Renaturierungsmassnahmen an der Reuss hin. Das 200-Millionen-Franken-Projekt erstreckt sich über eine Länge von 13 Kilometer und ist wegen seines Landverbrauchs umstritten. Es gingen 56 Einsprachen ein.

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