Neues Pilotprojekt stärkt frühe Förderung von Kindern
Die Stadt Arbon lanciert gemeinsam mit den Schulgemeinden ein Pilotprojekt, das Elternbildung und Frühförderung ab August 2026 enger miteinander verbindet.

Wie die Stadt Arbon berichtet, startet sie im August 2026 gemeinsam mit den Primarschulgemeinden Arbon, Frasnacht und Stachen sowie der Sekundarschulgemeinde – vorbehältlich der Annahme des städtischen Budgets am 14. Juni 2026 – ein Pilotprojekt, das Elternbildung und Frühförderung enger verknüpft. Notwendig wurde dieses Vorgehen vor dem Hintergrund der Einführung des SOVS.
Seit Sommer 2015 konnten Kinder von Arboner Familien im Rahmen des Programms „Frühe Förderung Arbon“ einen Halbtag pro Woche kostenlos die Spielgruppe besuchen. Die Bedingung dafür war, dass die Erziehungsverantwortlichen im Laufe eines Jahres an sechs Elternbildungsveranstaltungen teilnahmen.
Seit Inkrafttreten des selektiven Obligatoriums zur vorschulischen Sprachförderung (SOVS) im Januar 2024 werden Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen im Kanton Thurgau zur vorschulischen Sprachförderung verpflichtet. Das SOVS umfasst jedoch nicht alle Ziele des bisherigen Programms, und es berücksichtigt Elternbildung sowie allgemeine Frühförderung nicht.
Wichtigkeit früher Förderung und Elternbildung
Die Stadt Arbon trägt gemeinsam mit den Arboner Schulgemeinden seit 2016 das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde». Wie die gemachten Erfahrungen und nationale Studien bestätigen, sind Ausgaben im Bereich der frühen Förderung Investitionen in die Zukunft.
Die wichtigsten Grundlagen für die Entwicklung eines Kindes bilden sich in den ersten Lebensjahren. Dabei ist für eine wirksame Frühförderung der Einbezug der Erziehenden zentral. Bildungs- oder Entwicklungsrückstände beim Eintritt in den Kindergarten lassen sich später nur schwer aufholen.
Entsprechende Angebote für die Kinder sowie die Eltern sind deshalb besonders wichtig und tragen dazu bei, möglicherweise erhebliche Folgekosten zu reduzieren. Im Februar 2024 initiierte die Stadt Arbon gemeinsam mit den Arboner Primarschulgemeinden die Ausarbeitung eines zeitgemässen Subventionierungsmodells, welches weiterhin Anreize für die Elternbildung beinhaltet.
Neue Struktur ab August 2026
Aufgrund der Ablehnung des städtischen Budgets 2026 durch das Stimmvolk Ende November 2025 steht die Umsetzung ab August 2026 unter dem Vorbehalt der Annahme des Budgets im Juni 2026.
Neu sollen die Eltern pro Arboner Kind einen Frühfördergutschein erhalten, wenn sie ab Schwangerschaft bis zur obligatorischen Sprachstandserhebung – etwa 18 Monate vor der Einschulung der Kinder – zehn Elternbildungsveranstaltungen besucht haben.
Durch die Frühfördergutscheine und einen zusätzlichen Subjektbeitrag senken sich für Arboner Familien die Kosten für anerkannte Frühförderangebote wie Spielgruppen oder Kitas.
Entlastung für Familien durch Frühfördergutscheine
So zahlen Familien mit einem Frühfördergutschein für einen Halbtag Spielgruppe pro Woche zukünftig rund 400 Franken pro Jahr. Für finanziell belastete Familien mit Anspruch auf KulturLegi ist eine Erhöhung des Frühfördergutscheins vorgesehen. Für den Start im Sommer 2026 sind Übergangsregeln definiert.
Zusätzlich wurde definiert, wie Stadt und Schulen ab August 2026 ein angemessenes Angebot an Elternbildung ab Geburt der Kinder bis zum Schulaustritt sicherstellen und im Sinne einer Verbundaufgabe kommunizieren.
Die Kosten für die Frühfördergutscheine und Subjektbeiträge teilen sich Stadt und Primarschulgemeinden. An den Auslagen für die Koordination der Elternbildung beteiligt sich zusätzlich auch die Sekundarschulgemeinde.
Mehrinvestition mit langfristigem Nutzen
Seitens der Stadt wird – vorbehältlich eines genehmigten Budgets – mit Mehrkosten von etwa 20'000 Franken pro Jahr gegenüber dem bestehenden Programm gerechnet, welches rund 60'000 Franken kostete.
Ein Teil der Mehrkosten soll mittels Fundraisings gedeckt werden. Von der vorgesehenen Umsetzung erhoffen sich die Verantwortlichen einen deutlichen Mehrwert. Ohne die enge Zusammenarbeit von Stadt und Schulen wäre die Subventionierung der Frühförderangebote im Vorschulbereich allein von der Stadt zu tragen.
Das bis Ende Juli 2029 laufende Pilotprojekt wurde im November 2025 von allen beteiligten Behörden beschlossen. Bereits während der Pilotphase sollen wichtige Erkenntnisse ausgewertet und die Grundlagen für die Umsetzung in den Folgejahren erarbeitet werden.






