Hochdorf hat wegen seiner finanziellen Lage von dem Bankenkonsortium, bei dem es mit einem Kredit in der Kreide steht, eine Erleichterung erhalten. Die Konsortialbanken hätten der Aussetzung der Prüfung des Verschuldungsgrades per Mitte Jahr zugestimmt, teilte der Milchverarbeiter am Montag mit.
Geld
Aufgeschichtete Schweizer Münzen, mit einer 200-Franken-Note als Dach. (Symbolbild) - Keystone

Hochdorf teilte mit, das Unternehmen sei wegen des «saisonalen Milchgeschäfts» in Verhandlungen mit den Banken getreten. Per Ende 2021 blieben die Finanzkennzahlen aber unverändert bestehen, heisst es. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gingen davon aus, die per Ende 2021 geforderten Finanzkennzahlen einhalten zu können.

Für den Konsortialkredit gelten der Eigenfinanzierungsgrad und der Verschuldungsfaktor als Finanzkennzahlen. Der Verschuldungsfaktor gilt laut den Angaben als verletzt, wenn er per Ende 2021 grösser ist als 4,0x, für die Eigenkapitalquote gilt per Ende 2021 eine solche von 40 Prozent.

Zudem hat Hochdorf laut der Mitteilung die als Hauptzahlstelle (Principal Paying Agent) agierende UBS fristgerecht darüber informiert, den freiwilligen Zinstermin vom 30. Juni 2021 nicht wahrzunehmen. Stattdessen wird die Zinszahlung für die 2017 platzierte Hybrid-Anleihe aufgeschoben. Über den genauen Auszahlungszeitpunkte werde Hochdorf die Anlegerinnen und Anleger direkt informieren, heisst es.

Der Milchverarbeiter hatte am Freitagabend bekannt gegeben, dass er die jüngste Zinszahlung für die 2017 emittierte Hybridanleihe mit ewiger Laufzeit und erster Rückzahlungsmöglichkeit nach 5,5 Jahren ausgesetzt respektive verschoben habe.

Die Zahlung hätte am 21. Juni erfolgen sollen. Ein Hochdorfsprecher erklärte gegenüber der Wirtschaftsagentur AWP, dass 2021 der Weg der finanziellen Gesundung weitergeführt werde. Die Zinszahlung sei ausgesetzt worden, weil auch die Aktionäre in den letzten drei Jahren keine Dividende erhalten hätten.

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