Herisau AR: Breites Bündnis fordert Planungsstart für Umfahrung
Politik, Wirtschaft und Quartiervereine aus Herisau AR und Gossau SG verlangen vom Bund, die Umfahrung auf der N25 vorzuziehen.

Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden und aus Gossau bekräftigten am 26. August an einer Medienkonferenz ihre breit abgestützte Forderung für die Umfahrung Herisau auf der N25. Die Erkenntnisse aus der Korridorstudie 2025 sollen umgesetzt und die Planung für die Entlastung der Siedlung von Herisau soll unmittelbar gestartet werden.
Der Bundesrat hat am 19. Juni 2026 die Vernehmlassungsvorlage für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 verabschiedet. Mit «Verkehr ‘45» legt er fest, welche Projekte in den Bereichen Schienen-, Strassen- und Agglomerationsverkehr bis 2045 prioritär verwirklicht werden sollen und welche erst später.
Die Vorlage des Bundesrates für den Teil Nationalstrassen stösst im Kanton Appenzell Ausserrhoden sowie in der Gemeinde Herisau und der Stadt Gossau auf Unverständnis. Die für sie zentrale Umfahrung Herisau auf der Nationalstrasse N25 ist darin zwar aufgeführt, aber erst im Realisierungshorizont 2055. In ihren Vernehmlassungsantworten fordern sie vom Bund unmissverständlich eine Verschiebung in den Realisierungshorizont 2045 und den sofortigen Beginn der Planungsarbeiten.
Dazu gehört die Umfahrung Herisau sowie ein zusätzlicher Autobahnanschluss Gossaus Ost gemäss der 2025 veröffentlichten Korridorstudie des Bundes.
Am Mittwoch, 26. August 2026, bekräftigten sie diese Forderung an einer gemeinsamen Medienorientierung mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Kommunal-, Kantonal- und Bundespolitik, aus Gewerbe, Industrie und Tourismus sowie von Verkehrsverbänden und Quartiervereinen.
Flaschenhals Herisau ist ein regionales Problem
In ländlich geprägten Räumen wie der Ostschweiz und namentlich in den beiden Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden nehmen die Strassen und insbesondere auch die Nationalstrasse N25 eine zentrale Rolle ein. Der Flaschenhals Herisau, wo sich zwei eidgenössische Strassenachsen am einen Ortsrand treffen und vereint durch die Siedlung samt Wohnquartieren quälen, ist mehr als ein lokales Verkehrsproblem.
Die auf diese Verkehrswege angewiesene Wirtschaft und die örtlichen und regionalen Buslinien werden nach wie vor ausgebremst. Dies gilt auch für die Gemeinden des Appenzeller Hinterlandes sowie den Kanton Appenzell Innerrhoden. Im Weiteren ist auch Gossau von einer analogen Verkehrssituation betroffen.
Für Gossau und Herisau wirken sich die Probleme auch auf die Erschliessung von Entwicklungsgebieten aus. Mit der N25 Umfahrung Herisau und dem zusätzlichen Autobahnanschluss Gossau Ost muss deshalb die Gesamtsituation in einer wichtigen Region der Ostschweiz verbessert werden.
Ungenügende Anbindung zweier Hauptorte
Die nach dem Ergebnis der Korridorstudie zögerliche Haltung des Bundesrates bezüglich des Realisierungshorizontes ist nicht nachvollziehbar. Die bessere strassenseitige Anbindung der beiden Appenzeller Kantone darf nicht schon wieder auf die lange Bank geschoben werden. Die Hauptorte der Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden sind nach wie vor ungenügend an das Nationalstrassennetz angeschlossen.
Entlang der Hauptverkehrsachse zwischen St. Gallen-Winkeln und Appenzell bestehen gravierende verkehrstechnische Engpässe und Sicherheitsprobleme. Zudem muss sie neben den Erfordernissen des privaten Individualverkehrs auch den ganzen Güterverkehr sowie den strassengebundenen öffentlichen Verkehr der Region gewährleisten. Diese Probleme sind in der Korridorstudie unbestritten und müssen jetzt unverzüglich angepackt werden.
Neuer Autobahnanschluss in Gossau Ost
Die vom Bund durchgeführte Korridorstudie für den Zubringer Appenzellerland verweist neben der Umfahrung Herisau auch auf einen neuen Autobahnanschluss im Osten der Stadt Gossau. Obschon seine Realisierung keine Aufnahme in das strategische Entwicklungsprogramm STEP erfordert, ist er doch für die Erschliessung des grossen Entwicklungsprojektes für das Areal Gossau Ost-St. Gallen West und damit auch für die bessere Anbindung der Appenzeller Kantone unabdingbar. Nur mit einem zusätzlichen Autobahnanschluss Gossau Ost können die bestehenden Anschlüsse St. Gallen Winkeln und Gossau längerfristig funktionieren.
Dieser soll zudem die dringend nötige Entlastung der Stadt Gossau vom Durchgangsverkehr bewirken.
Eine verkehrstechnisch durchgängig gute Anbindung an die A1 im Raum Winkeln-Gossau Ost ist für die wirtschaftliche Zukunft und Standortattraktivität der Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden von zentraler Bedeutung. Eine von den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen in Auftrag gegebene Studie von 2020 weist die volkswirtschaftlichen und regionalwirtschaftlichen Auswirkungen des Zubringers Appenzellerland aus.
Die Vertreterinnen und Vertretern aus der Kommunal-, Kantonal- und Bundespolitik, aus Gewerbe, Industrie und Tourismus sowie von Verkehrsverbänden und Quartiervereinen fordern aus diesen Gründen vom Bund dezidiert, die Umfahrung Herisau («Massnahme 9 N25 Umfahrung Wilen (SG/AR)») in den Realisierungshorizont bis 2045 aufzunehmen und die dazu nötigen Planungen jetzt anzugehen. Ebenso sei der zusätzliche Autobahnanschluss Gossau Ost zu planen.










