Igelpflegestation: Verletzte Igel bleiben Herausforderung

Walter Zoo
Walter Zoo

Gossau,

Die Igelpflegestation des Walter Zoos betreute 2025 insgesamt 284 Igel. Trotz leichtem Rückgang bleibt der Pflegeaufwand hoch, Verletzungen sind der Hauptgrund.

Walter Zoo Igel
Etwas weniger Igel, aber weiterhin hoher Pflegeaufwand. - Walter Zoo

Wie der Walter Zoo berichtet, blickt die Igelpflegestation auf ein intensives Igeljahr 2025 zurück und hat insgesamt 284 Igel aufgenommen. Damit liegt die Zahl der betreuten Tiere leicht unter dem Vorjahreswert (336), bleibt jedoch auf einem vergleichbaren Niveau wie in den vergangenen Jahren. Trotz des leichten Rückgangs war der Pflegeaufwand weiterhin hoch.

Besonders auffällig war der saisonale Verlauf: Während bis ins Frühjahr nur wenige Tiere eingeliefert wurden, stiegen die Zahlen ab April deutlich an. Der Höhepunkt wurde im Oktober erreicht. In dieser Zeit werden häufig untergewichtige Jungtiere sowie geschwächte oder verletzte adulte Igel gefunden.

Verletzungen bleiben häufigste Ursache

Wie bereits in den Vorjahren waren Verletzungen der häufigste Aufnahmegrund. Rund ein Viertel der Igel wurde aufgrund von Traumata eingeliefert – darunter Bissverletzungen, Unfälle mit Rasenmähern oder dem Strassenverkehr.

Auch Verdauungsprobleme, Schwächezustände und Parasitenbefall zählen weiterhin zu den zentralen Herausforderungen in der Igelpflege. Einzelne Fälle zeigen exemplarisch die Gefahren im Siedlungsraum: So musste unter anderem ein Igel mit schweren Verletzungen durch Abfall oder Gartenmaterial behandelt werden – ein Problem, das zunehmend beobachtet wird.

Viele Tiere erreichen Station in kritischem Zustand

Ein grosser Teil der eingelieferten Tiere befindet sich bei der Aufnahme in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Mehr als die Hälfte der Igel überlebte die ersten 24 Stunden nicht, was die Dringlichkeit früher Intervention unterstreicht.

Die potenzielle Auswilderungsrate liegt bei rund 60 Prozent – ein Wert, der im Bereich der Vorjahre liegt. Besonders aufwendig ist die Betreuung verwaister Jungtiere: Neun Igel wurden 2025 von Hand aufgezogen, acht davon konnten später wieder ausgewildert werden.

Beratung der Bevölkerung bleibt zentral

Neben der Pflege spielt die Beratung der Bevölkerung eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2025 führte die Station über 1’200 Telefongespräche. Die hohe Zahl an Kontakten zeigt, dass in der Bevölkerung weiterhin ein grosses Interesse an Informationen zum Umgang mit Igeln und zu deren Schutz besteht.

Die häufigsten Anfragen betrafen das Verhalten von Igeln, den Umgang mit Jungtieren, richtige Fütterung und die Gestaltung igelfreundlicher Gärten. Diese präventive Arbeit trägt wesentlich dazu bei, unnötige Einlieferungen zu vermeiden und das Bewusstsein für den Schutz heimischer Wildtiere zu stärken.

Herausforderungen bleiben hoch

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich: Igel sind im Siedlungsraum zahlreichen Gefahren ausgesetzt – von Verkehr über Gartenmaschinen bis hin zu Lebensraumverlust.

Die Igelpflegestation des Walter Zoos wird auch künftig ihre Arbeit auf zentrale Schwerpunkte ausrichten. Dazu gehören die medizinische Versorgung und Pflege verletzter und kranker Tiere, die Sensibilisierung der Bevölkerung sowie die Förderung igelfreundlicher Lebensräume.

Ebenso setzt die Station auf die enge Zusammenarbeit mit Fachstellen und anderen Pflegestationen, um den Schutz und die Unterstützung der Igel langfristig zu stärken.

Sicherstellung des Betriebs dank Spenden

Ein wichtiger Beitrag zur Finanzierung der Igelpflegestation ist der freiwillige Artenschutzfranken, den Zoobesucherinnen und -besucher entrichten. Für den langfristigen Betrieb der Station ist der Walter Zoo jedoch auf zusätzliche Unterstützung angewiesen.

Spenden leisten einen entscheidenden Beitrag, um verletzten und geschwächten Igeln auch künftig eine professionelle Versorgung und eine zweite Chance zu ermöglichen.

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