Gossau plant Schul-Wintersportlager 2027 bis 2030
Das Stadtparlament Gossau bewilligt 680'000 Franken Rahmenkredit, damit jedes Schulkind von der 5. bis 9. Klasse künftig drei Wintersportlager besuchen kann.

Wie die Stadt Gossau mitteilt, hat der Stadtrat für die Jahre 2027 bis 2030 einen Rahmenkredit von 680'000 Franken beantragt, damit das Stadtparlament die mittelfristigen Ausgaben für die schulischen Wintersportlager beeinfluss kann. So könnte jedes Gossauer Schulkind zwischen der fünften und neunten Klasse drei Lager besuchen.
Der Stadtrat hat aufgezeigt, dass dies mit dem Angebot umliegender Schulen vergleichbar ist. Gegenüber dem bisherigen Angebot würde die Anzahl Lager pro Schulkind um zwei reduziert.
Grösseres Sparpotential erwartet
Die SVP-Fraktion wollte gar nicht auf das Geschäft eintreten. Es sei Aufgabe des Stadtrates, die Anzahl Lager festzulegen, begründete Andreas Oberholzer. Anders sahen dies die übrigen Fraktionen. Mit 20 zu 10 Stimmen beschloss das Parlament die Detailberatung.
Darin erklärte Markus Meister (GLP-FLiG) als Vorsitzender der vorberatenden Kommission, dass sie die angestrebte Einflussmöglichkeit des Parlamentes und die Planungssicherheit für die Schule begrüsse. Allerdings erwarte sie eine umfassendere Beurteilung der Lagerfrage und auch möglicher höherer Erträge.
Mit 15 Ja- zu 13 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen beschloss das Parlament den von der VBK beantragten Kredit von 285'000 Franken für Lager im bisherigen Umfang im Jahr 2027.
Zuvor hatte sich der VBK-Antrag mit Stichentscheid der Parlamentspräsidentin gegen den Antrag von Claudia Kretz Büsser (FDP) durchgesetzt. Sie hatte einen Rahmenkredit von jährlich 227'500 oder total 910'000 Franken für Lager in den Jahren 2027 bis 2030 mit höheren Elternbeiträgen beantragt.
Schutzverordnung und Obdachlosigkeit
Für ein privates Bauvorhaben im Gebiet Brüewil soll der Albertschwilerbach auf einer Länge von etwa neunzig Metern verlegt werden. Dabei wird das geschützte westliche Ufergehölz gerodet.
Die Ersatzpflanzung am neuen Bachufer wird ebenfalls unter Schutz gestellt. Das Stadtparlament hat die erforderliche Änderung der Schutzverordnung diskussionslos und einstimmig beschlossen.
In Gossau seien derzeit keine obdachlosen Personen gemeldet, antwortete der Stadtrat auf eine Interpellation von Simon Sigg (Die Mitte) zur Obdachlosigkeit in Gossau. Im Notfall könne das Sozialamt betroffene Personen jedoch sehr rasch angemessen unterbringen.
Sigg (Die Mitte) erklärte sich mit der Antwort teilweise zufrieden. Er hofft, dass der Stadtrat die Situation weiter beobachtet.
Von Finanzverwaltung bis ASGO-Projekt
In der Fragestunde gab Stadtpräsident Wolfgang Giella zu vier Themen Auskunft. Er und Claudia Martin erklärten Heinz Loretini (FDP), dass die Finanzbereiche von Stadt und Stadtwerken wo sinnvoll zusammenarbeiten und Synergien nutzen.
Patrick Huber (SP) erfuhr, dass die Stadt auf die neue digitale Steuererklärung des Kantons und die Formularlieferung keinen Einfluss hat. Das städtische Steueramt unterstütze aber Personen, welche Probleme mit den Neuerungen haben.
Im Bushof-Projekt sind die Verhandlungen mit einem Rekurrenten noch nicht abgeschlossen, erfuhr Christian Schlegel (GLP-FLiG). Seit der Krediterteilung im Jahr 2016 dürften die Kosten ungefähr 20 Prozent höher liegen. Provisorische Aufwertungen des Bahnhofplatzes sind nicht vorgesehen.
Kurt Jau (SVP) erhielt die Antwort, dass die Entwicklungsplanung im Arealentwicklungsprojekt St.Gallen West – Gossau Ost (ASGO) im letzten Sommer abgeschlossen worden ist.
Nun sei eine Realisierungsgemeinschaft für die weiteren Schritte verantwortlich. Die Stadt Gossau beteiligt sich jährlich mit 25'000 Franken an den Kosten.
Marktstübli-Akustik und Taumittel
Die Defizite in der Raumakustik des Marktstüblis sind gemäss Stadtrat Florin Scherrer (Die Mitte) bekannt, erfuhr Roger Pfister (Die Mitte). Verbesserungen würden zwischen 13'000 und 30'000 Franken kosten.
Entsprechende Massnahmen sind aus Spargründen nicht im Budget 2026 enthalten. Das Marktstübli war in den letzten drei Jahren jeweils an über 200 Tagen belegt.
Ruedi Blumer (SP) bekam die Auskunft, dass «Sno’n’Ice» ein Produkt ist, welches der städtische Unterhaltsdienst punktuell anstelle von Salz als Taumittel einsetzt. Es baue sich vollständig organisch ab und sei ungefährlich für Mensch und Tier.
Allerdings kostet es das Zehnfache von Salz. Deshalb wird es nur bei Brücken oder entlang von Stahlfundamenten eingesetzt, da es Metall nicht angreift. Der Veloparkplatz vor dem Gerbhof sei Privatgrund und werde weder vom Kanton noch von der Stadt geräumt.










