Glarus: Neue Beratungsstelle «Kompass» hilft bei Fragen
In Glarus GL öffnet am 10. August 2026 die Beratungsstelle «Kompass» in der Landesbibliothek – kostenlos, vertraulich und ohne Voranmeldung.

Am 10. August 2026 startet in den Räumlichkeiten der Lernstube in der Landesbibliothek Glarus die neue Beratungsstelle «Kompass». Das kostenlose und niederschwellige Angebot unterstützt Menschen dabei, sich im vielfältigen Netz von Fachstellen, Sozialversicherungen und weiteren Unterstützungsangeboten zurechtzufinden.
Wer sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet, steht oft vor vielen Fragen: Wo erhalte ich Unterstützung? Welche Fachstelle hilft weiter? Habe ich Anspruch auf eine bestimmte Leistung?
Es gibt eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten. Doch für Betroffene ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten und die passende Anlaufstelle zu finden. Genau hier setzt «Kompass» an.
Die neue Beratungsstelle versteht sich als unabhängige und neutrale Orientierungshilfe. Sie klärt gemeinsam mit den Ratsuchenden, welche Angebote passen und unterstützt bei den nächsten Schritten.
Einfach und ohne Voranmeldung vorbeikommen
Die Beratungsstelle «Kompass» ist bewusst unkompliziert niederschwellig ausgestaltet. Das Angebot ist kostenlos, vertraulich und ohne Voranmeldung zugänglich. Das Spektrum an Themen ist gross und reicht von finanziellen Engpässen über Sozialversicherungsfragen bis zu Fragen zu Arbeit und Bildung.
«Kompass» führt keine eigenen Fälle, entscheidet nicht für die Ratsuchenden und richtet keine direkten Finanzhilfen aus. Ziel ist es vielmehr, Betroffene zu informieren und darin zu stärken, ihren weiteren Weg möglichst selbstständig zu gehen. Persönliche Daten werden grundsätzlich nicht erhoben.
Je nach Fragestellung vermittelt «Kompass» an geeignete kantonale oder externe Stellen weiter.
Persönliche Erfahrung und Fachwissen verbinden
Eine Besonderheit des neuen Angebots ist die Zusammensetzung des Teams: Eine Fachperson aus dem Sozialbereich arbeitet eng mit zwei ausgebildeten Beratenden zusammen, die Erfahrungen mit Krisen gemacht haben. Sie kennen Hindernisse im Kontakt mit Behörden, Unsicherheiten beim Ausfüllen von Formularen und die Schwierigkeit, sich in komplexen Unterstützungssystemen zurechtzufinden, aus eigener Erfahrung. Dieses Wissen ergänzt die fachliche Beratung und kann dazu beitragen, Schwellenängste abzubauen und Informationen verständlich zu vermitteln.
Gemeinsam mit Betroffenen entwickelt
Die Idee zu «Kompass» entstand in einer Zusammenarbeit der Hauptabteilung Soziales mit der Berner Fachhochschule. Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen entwickelten zusammen mit Menschen mit eigener Armutserfahrung konkrete Ideen, wie Unterstützungsangebote besser zugänglich gemacht werden können. Im Zentrum stand die Frage, weshalb bestehende Angebote teilweise nicht genutzt werden und wie Menschen möglichst rasch die für sie passende Unterstützung finden können.
Für Audrey Hauri, Leiterin Hauptabteilung Soziales, zeigte dieser Prozess auf, dass es sich lohnt, die Sichtweise von Betroffenen von Anfang an einzuholen:
Kompass» zeigt beispielhaft, welchen Mehrwert die Verbindung von Fachwissen und persönlichem Erfahrungswissen schaffen kann.
Finanziert wird das Projekt durch den Sozialfonds des Kantons Glarus. Die Kaufmännische Berufsfachschule Glarus (KBS) ist für die Verwaltung verantwortlich, die Projektleitung liegt bei Stefan Braun (Berufs- und Laufbahnberater).










