Frauenfeld

    Frauenfeld TG: Professor Kruse zieht 90 Gäste in seinen Bann

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    Rund 90 Personen kamen am 1. Oktober zum Internationalen Tag der älteren Menschen ins Rathaus Frauenfeld TG. Professor Andreas Kruse referierte über das Altern.

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    Die Besucherinnen und Besucher nutzten den Anlass für den Austausch. - zVg

    Am diesjährigen Internationalen Tag der älteren Menschen (ITAM) am 1. Oktober im Rathaus Frauenfeld hat Professor Andreas Kruse die rund 90 Anwesenden in seinen Bann gezogen.

    Das Departement Alter und Gesundheit darf auf einen gelungenen Anlass zurückblicken. Bereits vor dem offiziellen Start des Programms haben sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher mit selbstgebackenen Kuchen des Kurzdorf-Träffs verköstigt und sich angeregt unterhalten. Einige nutzten die Gelegenheit, sich von den beiden Freiwilligen bei Fragen zu ihren digitalen Geräten unterstützen zu lassen.

    Eröffnung und Altersstrategie

    Nach der Eröffnung des Anlasses durch Regine Siegenthaler, Departementsleiterin Alter und Gesundheit, hat Urban Kaiser als Amtsleiter Alter und Gesundheit die wichtigsten Elemente der Altersstrategie 2035 der Stadt Frauenfeld kurz vorgestellt: Es gehe darum, ein altersfreundliches Frauenfeld gemeinsam zu gestalten, was bereits bei der Entwicklung im Vordergrund stand, die kooperativ mit der Bevölkerung und Fachpersonen zustande kam. Der Weg zu dieser Vision könne auch Hindernisse aufweisen und Umwege erfordern. Entscheidend sei, dass die Stadt Ideen und Ansätze für das gemeinschaftliche Wohl ermögliche und flexibel auf notwendige Umwege reagiere.

    Dementsprechend werden die Ziele und Massnahmen im Rahmen jeder Legislatur entwickelt und überprüft. Schwerpunkte wie Wohnen und Digitalisierung werden stets auch mit dem wichtigen Aspekt der Gemeinschaft verknüpft, die tragend sein und den Frauenfelderinnen und Frauenfeldern ein gutes Leben ermöglichen soll.

    Bei der Vorstellung des Referenten Professor Andreas Kruse hat Regine Siegenthaler nebst seinen beeindruckenden biografischen Stationen besonders dessen Persönlichkeit hervorgehoben. Er berühre Menschen und lasse sich von ihnen berühren, teile sein umfangreiches Wissen auf Augenhöhe und erlebe sich selbst als stets Lernender.

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    Referent Professor Andreas Kruse bei seinem Vortrag im Rathaus. - zVg

    Natura non facit saltum und gemeinsame Sorge

    Der Höhepunkt des Nachmittags war das Referat von Professor Kruse. Mit dem lateinischen Sprichwort «Natura non facit saltum», was übersetzt «Die Natur macht keine Sprünge» bedeutet, begab er sich mit dem interessierten Publikum auf die Spur des Alterns. In der Regel bedeute Altern eine kontinuierliche Veränderung, die körperliche, emotionale, geistige, soziale und kommunikative Veränderungsprozesse beinhalte, die verantwortlich gestaltet werden können.

    Es gehe darum zu verstehen, dass die Wahrscheinlichkeit für Krankheit im Alter höher sei, ohne sich davon dominieren zu lassen. Den Gedanken aus der Präambel der Schweizer Bundesverfassung, «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen», erachte Kruse als treffende Orientierung. Autonomie, Selbstbestimmung, das alles sei wichtig für ältere Menschen.

    Zentral indes sei, dass das Alter nicht vordergründig so verstanden werde, dass Menschen im hohen Alter sich ausschliesslich als gut umsorgt fühlen und wissen. Vielmehr wollen sich ältere Menschen als selbst Sorgende erfahren, was in einer umfangreichen Studie eindrücklich zum Ausdruck gebracht wurde. Selbst in sehr verletzlichen Phasen des Alterns sei ihr Wunsch gross, für andere zu sorgen.

    Zudem habe sich gezeigt, dass sich Psyche und Geist auch in der Hochaltrigkeit eindrucksvoll weiterentwickeln können, wenn die Rahmenbedingungen dies ermöglichen. Die Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen bezeichnet Kruse als Zutat für ein zufriedenes Leben und betont gleich im Anschluss auch die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Beziehungen zwischen den Generationen. Der Austausch zwischen den Generationen ermögliche es, die Schätze des Alters im Sinne eines Humanvermögens mit anderen zu teilen, an nachfolgende Generationen weiterzugeben und die Demokratie zu stärken.

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