Mit fachkundiger Unterstützung von Stefan Nänni schufen die Kinder der fünften und sechsten Klasse neuen Lebensraum für Kleintiere und Pflanzen in Uzwil.
stare
Der Star ist einer der häufigsten Vögel der Welt. (Symbolbild) - Pixabay

Für mehr Biodiversität brauchts nicht immer riesige Konzepte. Zuweilen genügen der Wille und die Tat. Just do it. Die Schulkinder von Algetshausen und Henau machen es vor.

Gesundheit, Nachhaltigkeit, Biodiversität –Begriffe, die in den letzten Monaten und Jahren prominenter im Sprachgebrauch auftauchten. Und das ist auch gut so. Durch versiegelte Bodenflächen kann das Wasser nicht mehr versickern.

Asphaltbeläge, Beton- und Verbundsteinflächen nehmen mehr Wärme auf und geben diese an ihre Umgebung ab, das heizt lokal auf. Stichwort Hitze in den Städten. Schotter«gärten» und gepflegte Rasenflächen sind kein Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Der dramatische Rückgang der Insekten lässt grüssen.

Es ist kinderleicht

Dabei muss es nicht bleiben. Wie leicht Abhilfe geschafft werden kann, lernten die Schüler in Algetshausen und Henau vor Ort. Sie gingen mit gutem Beispiel voran, legten in ihren Schulanlagen selber Hand an.

Mit fachkundiger Unterstützung von Stefan Nänni von der Grüngold GmbH schufen die Kinder der fünften und sechsten. Klasse in Algetshausen und der vierten Klasse aus Henau neuen Lebensraum für Kleintiere und Pflanzen rund um ihre Schulanlagen.

Neue Lebensräume

An zwei Spezialtagen wurde gegraben und gepickelt, aufgebaut und neugestaltet. Randplatten wurden herausgenommen und mit wenigen kräftigen Schlägen zerkleinert. Sträucher, die keinen Nutzen bringen, wurden mit viel Kraft herausgerissen und durch heimische Pflanzen ersetzt.

Das Holz der gestutzten Bäume wurde zu Altholzhaufen geschichtet, Rabatten wurden verbreitert. So entstand Lebensraum für Igel, Blindschleichen, Vögel, Wildbienen, Insekten und viele andere Kleintiere.

Mit sichtlichem Vergnügen fuhren die Kinder Wurzelstöcke und anderes Material mit Schubkarren herum. In Algetshausen entstand zusätzlich ein beeindruckendes Hochbeet, welches natürlich nicht neuen Lebensraum ergibt, den Kindern und ihren Lehrpersonen aber die Möglichkeit bietet, anzusäen und zu ernten.

Ein erster Schritt

Die Schulareale sind zu gross, um an zwei Tagen eine komplett neue Welt zu schaffen. Die Kinder schafften aber grosse Teilflächen, ein wichtiger Anfang ist gemacht.

Die Kinder wurden dabei von erwachsenen Helferinnen und Helfern unterstützt. Ihre Lehrpersonen Jonathan Meierhofer und Stefanie Gubler legten ebenso Hand an wie Hauswart Kaschi Walser, der sichtlich Freude an mehr Biodiversität in den Schulanlagen hat. Er kümmerte sich zusammen mit Marcel Huber, Bereichsleiter Infrastruktur der Gemeinde, auch um die Vorbereitung der Einsatztage.

Die Mitarbeiter des Werkhofes schafften Unmengen von Steinen, Kies und Erde herbei und brachten auch das richtige Werkzeug mit. Das Thema Artenvielfalt und Biodiversität scheint in den Schulanlagen angekommen zu sein. Weitere Veränderungen sind geplant oder in Vorbereitung.

Müde, aber zufrieden

Stefan Nänni versprach den Kindern, dass sie am Ende des Tages müde sein würden. Er sollte Recht behalten. Kaum erstaunlich, wenn man sah, mit wieviel Fleiss, Freude und Einsatz die Kinder ihre Schulanlagen umgestalteten. Ein Versprechen für die Zukunft?

Mehr zum Thema:

Biodiversität Wasser Erde