Degersheim schliesst 2025 deutlich besser ab
Die Rechnung 2025 schliesst mit 921'000 Franken Gewinn. Der Gemeinderat beantragt deshalb zum achten Mal in Folge eine Steuerfusssenkung um drei Prozent.

Wie die Gemeinde Degersheim bekannt gibt, schliesst die Jahresrechnung 2025 deutlich besser als erwartet und vor allem mit einem beachtlichen Ertragsüberschuss ab. Statt einem budgetierten operativen Verlust von rund 1,6 Millionen Franken resultiert ein Gewinn von rund 921'000 Franken. Der Gemeinderat beantragt deshalb zum achten Mal in Folge eine Steuerfusssenkung um drei Prozent.
An dieser Stelle könnte, mit wenigen inhaltlichen Ausnahmen, auch der Bericht zum Jahresabschluss 2024 oder 2023 abgedruckt werden. Vieles in der Jahresrechnung und im Budget ist mit den Vorjahren identisch:
Das positive Rechnungsergebnis in der Erfolgsrechnung 2025, das Defizit im Budget 2026, die erneut beantragte Steuerfusssenkung um drei Prozent, der Gesamtaufwand wie aber auch die Tatsache, dass es sich bei den Budgetabweichungen in allen Funktionen um Minderaufwände handelt. Aber was macht diese Stetigkeit aus und wo liegen dann doch diese wenigen Ausnahmen? Doch zuerst die Zahlen.
Zahlen zur Rechnungszahlen
Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst mit einem beachtlichen Gewinn von 921'677,66 Franken rund 2,5 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Das Budget 2025 sah ein operatives Defizit von 1,6 Millionen Franken vor, das mit einem Bezug aus den Ausgleichsreserven auf 413'600 Franken hätte reduziert werden sollen.
Aufgrund des positiven Jahresabschlusses mussten diese Reserven nun nicht angetastet werden. Im Gegenteil: Sie können weiter angehäuft werden und belaufen sich nun auf gut sieben Millionen Franken.
Im Rahmen der Investitionsrechnung wurden von den neu im Budget eingestellten und aus den Vorjahren vorgetragenen Restkrediten von rund 6,2 Millionen Franken nur 1,5 Millionen Franken verwendet. Insgesamt konnten vier Investitionsprojekte abgeschlossen werden. Bei allen wurde der Kreditrahmen eingehalten oder unterschritten.
Zahlen zum Budget
Das Budget 2026 sieht mit einem Aufwand von 26,6 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 1,4 Millionen Franken vor. Die grössten Unterschiede zum Vorjahresbudget machen Unterhaltsprojekte an Schulhäusern oder Strassen aus.
In diesen Funktionen liegt der Budgetbetrag entsprechend über dem Budget des Vorjahres. Deutlich unter dem Budget des Vorjahres liegen die voraussichtlichen Kosten im Bereich Soziales und allgemeiner Verwaltung.
Aufgrund des guten Steuerertrags im Jahr 2025 sind die Steuereinnahmen im Jahr 2026 trotz einer Steuerfusssenkung um drei Prozent höher veranschlagt als je zuvor. Im Budget der Investitionsrechnung sind rund 7,6 Millionen Franken eingestellt.
Konstanz und Geduld
Natürlich mag die oben erwähnte Stetigkeit teilweise auch dem Zufall zu verdanken sein. Die Gemeinde hat sich diese jedoch auch erarbeitet: Bereits seit mehreren Jahren wendet die Gemeinde jährlich konstante Summen für den Unterhalt von Strassen, Liegenschaften Erschliessungsinfrastrukturen und für Mobilien auf.
Dies führt dazu, dass böse und teure Überraschungen ausbleiben und die Jahresrechnung nicht unerwartet belasten. Die Geduld bei den Steuerfuss-Senkungen in den letzten acht Jahren darf in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt werden. Sie hat nicht nur Vertrauen geschaffen, sondern auch die oben erwähnte Kontinuität ermöglicht.
Treues Personal
Ein weiterer Faktor, der für Stetigkeit und für Effizienz sorgt, ist die geringe Personalfluktuation in der Gemeindeverwaltung. Nicht weniger als 16 Mitarbeitende stehen seit mindestens fünf Jahren in den Diensten der Gemeinde Degersheim.
Für Gemeindepräsident Andreas Baumann ist feststellbar, dass sich die gute Stimmung, die in der Bevölkerung der Gemeinde herrscht, auch auf die Verwaltungsstellen überträgt.
«Das wir nun Jahr für Jahr trotz düsterer Prognosen sehr gut abschliessen können, verursacht bei den Mitarbeitenden auch Stolz und sorgt für zusätzliche Motivation.»
So erklärt er sich auch die Treue der Mitarbeitenden. Eine Treue, die er ebenfalls bei den Bewohnerinnen und Bewohnern feststellt. Auch wenn im Jahr 2025 die Bevölkerungszahl nur leicht angestiegen ist, so bewegt sich doch auch sie stetig nach oben.
Was ist anders?
Neben vielen kleineren Veränderungen, die selbstverständlich in Verschiebungen in einzelnen Finanzkonten zu finden sind, gibt es vor allem eine grosse Veränderung.
«Die Steuererträge 2025 haben uns gleichermassen überrascht wie auch erfreut,» sagt Gemeindepräsident Andreas Baumann zum Steuerertrag, der insgesamt 1,3 Millionen Franken über dem Budget lag.
Allein der Ertrag der Steuern von natürlichen Personen lag mit rund 10,3 Millionen Franken knapp eine Million über dem Vorjahresergebnis. Die Gründe dafür liegen sicher im starken Bevölkerungszuwachs im Jahr 2024, aber auch bei der Zunahme der Steuerkraft. Solche Veränderungen werden gerne angenommen.









