Schule Gersag lässt Jugendliche ihren Alltag mitgestalten
In der Emmer Schule Gersag 2 übernehmen Jugendliche Verantwortung. Über den G2-Rat und Klassenräte bestimmen Schülerinnen und Schüler ihren Alltag aktiv mit.

Wie die Gemeinde Emmen berichtet, ist Partizipation am Gersag 2 mehr als ein Begriff. Schülerinnen und Schüler erhalten im Schulalltag verschiedene Möglichkeiten, ihre Meinung einzubringen, Ideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.
Im Klassenrat, am Klassentag, in Vollversammlungen und im G2-Rat lernen sie, Schule aktiv mitzugestalten. «Wir verändern und verbessern unsere Schule für uns!» – dieser Leitsatz beschreibt treffend, worum es bei Partizipation am Gersag 2 geht.
Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur am Schulalltag teilnehmen, sondern diesen auch mitdenken und mitgestalten können. Dafür braucht es Gefässe, in denen Anliegen sichtbar werden, Meinungen Platz haben und Ideen weiterentwickelt werden können.
Partizipation auf verschiedenen Ebenen
Am Gersag 2 geschieht dies auf verschiedenen Ebenen. Im Klassenrat werden Themen aus der Klasse besprochen, Anliegen gesammelt und gemeinsame Lösungen gesucht. Der Klassentag bietet Raum, um als Klasse zusammenzukommen, Ideen zu entwickeln und Aktivitäten zu planen.
In Vollversammlungen erhalten alle Schülerinnen und Schüler Einblicke in aktuelle Themen des Schulhauses. Der G2-Rat verbindet diese Ebenen miteinander: Vertreterinnen und Vertreter aus den Klassen bringen Anliegen ein, diskutieren Vorschläge und tragen Informationen zurück in ihre Klassen.
Eine wichtige Rolle in der Begleitung und Umsetzung dieser Partizipationsgefässe übernehmen Laura Achermann und Adila Choudry. Sie tragen mit grossem Engagement dazu bei, dass Mitreden und Mitgestalten am Gersag 2 im Schulalltag sichtbar und weiterentwickelt werden.
Der G2-Rat als Stimme der Klassen
Im G2-Rat treffen sich gewählte Schülerinnen und Schüler aus den Klassen regelmässig, um Ideen, Wünsche und Themen aus dem Schulalltag zu besprechen. Dabei geht es nicht nur darum, Meinungen zu sammeln.
Die Jugendlichen lernen auch, wie aus einer Idee ein konkreter Vorschlag werden kann. Sie diskutieren, wägen ab, stimmen ab und überlegen nächste Schritte.
Zum G2-Rat gehören verschiedene Rollen und Aufgaben. Einige Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung im Präsidium, andere unterstützen beim Protokoll, bei der Organisation oder bei der Vorbereitung von Anlässen.
So erleben sie, dass Mitbestimmung auch Verbindlichkeit bedeutet: Wer etwas verändern möchte, muss zuhören, argumentieren, planen und Verantwortung übernehmen.
Demokratie im Schulalltag erleben
Konkrete Beispiele zeigen, wie Partizipation am Gersag 2 gelebt wird. Der G2-Rat beteiligt sich an der Planung von Anlässen wie dem Weihnachtsanlass, dem Sommerball oder einem Belohnungsanlass. Auch Themen aus dem Schulalltag werden aufgenommen und weiterbearbeitet.
Dabei wird deutlich: Nicht jede Idee kann sofort umgesetzt werden. Trotzdem erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie demokratische Entscheidungen entstehen und weshalb gemeinsame Lösungen Zeit brauchen.
Zuhören, diskutieren, Lösungen finden
Partizipation stärkt wichtige Kompetenzen, die weit über den Schulalltag hinausreichen. Schülerinnen und Schüler üben, ihre Meinung verständlich zu formulieren, anderen zuzuhören und unterschiedliche Sichtweisen zu respektieren. Sie lernen, Kompromisse einzugehen, Mehrheitsentscheide mitzutragen und Verantwortung für gemeinsame Vorhaben zu übernehmen.
Rückmeldungen aus einer Umfrage bei Schülerinnen und Schülern sowie aus dem Team zeigen, dass Partizipation besonders dort sichtbar wird, wo Schülerinnen und Schüler ihren Alltag direkt mitgestalten können: im Unterricht, im Klassenrat, am Klassentag oder über den G2-Rat. Häufig verbinden die Jugendlichen Mitreden und Mitbestimmen mit Begriffen wie «eigene Meinung», «Respekt», «Ideen» und «gemeinsame Lösung».
Gleichzeitig bleibt Partizipation ein Entwicklungsprozess. Nicht allen Schülerinnen und Schülern fällt es leicht, eigene Anliegen zu formulieren oder Veränderungsideen zu entwickeln. Kreativmethoden, klare Strukturen und regelmässige Austauschgefässe helfen, Ideen sichtbar zu machen und weiterzudenken. So entsteht Schritt für Schritt eine gemeinsame Beteiligungskultur.






