Cham ZG: Budget 2027 mit Minus – Steuerfuss soll sinken
In Cham ZG rechnet die Gemeinde für 2027 mit einem Aufwandüberschuss von rund 568'000 Franken. Der Steuerfuss soll von 54 auf 53 Prozent gesenkt werden.

Die Gemeinde Cham budgetiert für das Jahr 2027 einen Ertrag von rund 119,6 Millionen Franken und einen Aufwand von rund 120,2 Millionen Franken. Daraus resultiert ein Aufwandüberschuss von rund 568'000 Franken. Der Gemeindeversammlung wird zudem eine Senkung des Steuerfusses von 54 auf 53 Prozent beantragt.
Die finanzielle Entwicklung der Gemeinde Cham präsentiert sich weiterhin solide. Gegenüber dem Budget 2026 steigt der Ertrag um 5,3 Millionen Franken. Insbesondere bei den Steuererträgen wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet.
Insgesamt fallen die budgetierten Steuereinnahmen um 8,5 Millionen Franken höher aus als im Vorjahr. Sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen werden höhere Erträge erwartet. Zusätzlich rechnet die Gemeinde mit höheren Vermögensgewinnsteuern.
Demgegenüber erhält Cham nächstes Jahr 6,9 Millionen Franken weniger aus dem innerkantonalen Finanzausgleich ZFA. «Grund für den tieferen Beitrag aus dem ZFA sind die ausserordentlich hohen Steuereinnahmen im Jahr 2025», erklärt Gemeinderat Arno Grüter, Vorsteher Finanzen und Verwaltung. Um die Mindereinnahmen aus dem kantonalen Finanzausgleich teilweise abzufedern, werden 3 Millionen Franken aus den eigens dafür geschaffenen politischen Reserven aufgelöst.
Der Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2026 voraussichtlich um 6,2 Millionen Franken. Wesentliche Treiber sind das Bevölkerungswachstum sowie die steigenden Anforderungen an Betreuung, Schule und Verwaltung. Beim Personalaufwand wird mit einer Zunahme von insgesamt 3 Millionen Franken gerechnet.
Davon fallen 1,3 Millionen Franken auf die Löhne des Verwaltungs- und Betriebspersonals und 1 Million Franken auf die Löhne der Lehrkräfte. Beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand werden 1,1 Millionen Franken mehr budgetiert. Um 0,9 Millionen Franken höher ausfallen werden die Beiträge an private Unternehmen, was insbesondere die Kosten der stationären Pflege betrifft.
Steuerfuss soll auf 53 Prozent sinken
Die Steuereinnahmen des Budgets 2027 wurden mit einem Steuerfuss von 53 Prozent berechnet. Der Steuerfuss soll damit um einen Prozentpunkt von 54 auf 53 Prozent gesenkt werden. Gemeinderat Arno Grüter erläutert: «Die Steuereinnahmen entwickeln sich erfreulich. Angesichts der grossen geplanten Investitionen ist das wichtig und notwendig. Eine moderate Senkung des Steuerfusses ist verkraftbar und hält uns konkurrenzfähig. Der Gemeinderat will weiterhin verantwortungsvoll mit den Finanzen umgehen. Gleichzeitig soll Cham ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben.»
Investitionen in Bildung und Infrastruktur
Für die Jahre 2027 bis 2031 wird im Investitionsplan mit Ausgaben in der Höhe von 177,9 Millionen Franken gerechnet. Davon betreffen 40,4 Millionen Franken bereits bewilligte Projekte. Bei den geplanten Projekten in der Höhe von insgesamt 137,4 Millionen Franken entfallen 105 Millionen Franken auf Schulhausbauten.
Der Selbstfinanzierungsgrad über die Jahre 2027 bis 2031 beträgt voraussichtlich 25,7 Prozent. Die Investitionen können somit nicht aus eigenen Mitteln finanziert werden. Dank der grossen Liquiditätsreserven muss innerhalb des Planungshorizonts jedoch keine Nettoverschuldung eingegangen werden.
Genehmigung durch Gemeindeversammlung
Die Chamer Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über das Budget 2027 und über den Steuerfuss. Die Gemeindeversammlung findet am Montag, 14. Dezember, um 19 Uhr im Lorzensaal statt.











