Die Stadt Bern verleiht am 24. November 2021 die literarischen Auszeichnungen 2021. Ausgezeichnet werden Roland Reichen, Sarah Elena Müller und Jared Muralt.
Stadt Bern mit dem Bundeshaus im Vordergrund - Keystone
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Roland Reichen, Sarah Elena Müller und Jared Muralt werden mit Stipendien unter dem Titel «Weiterschreiben» ausgezeichnet. Das Netzwerk B-Lesen erhält einen Spezialpreis Vermittlung. Julia Haenni erhält den Welti-Preis für das Drama.

Mit dem Stipendium Weiterschreiben will die Literaturkommission der Stadt Bern Autorinnen und Autoren sowie Literaturvermittelnde ermutigen, ihre Arbeit weiterzuführen.

Das mit 10'000 Franken dotierte Stipendium versteht sich sowohl als Auszeichnung wie als Förderung. In diesem Jahr gehen die Stipendien an Roland Reichen, Sarah Elena Müller und Jared Muralt.

Roland Reichen und Elena Müller werden ausgezeichnet

Roland Reichen hört, sammelt, liebt Worte und arbeitet mit einer Sprache von Menschen, welche uns ihre Geschichten aus eigenem Unvermögen nie erzählen würden.

Er führt uns mit seinen Texten in den hinterletzten «Chrachen» und zeigt uns sowohl schonungslos als auch lustvoll, dass auch hier Tragödie und Komödie quasi aufeinanderliegen. Dafür zeichnet ihn die Stadt Bern mit einem Weiterschreiben-Stipendium aus.

Sarah Elena Müller setzt sich in ihren Arbeiten wach und kritisch mit aktuellen Themen auseinander und bringt ihre Beobachtungen zu den Widersprüchlichkeiten der heutigen Welt mit viel Witz in eine eigene Sprache und literarisch-musikalische Form.

Für ihr vielseitiges Schaffen, das neben dem Schreiben auch die Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Künstlern weiterer Gebiete umfasst, erhält sie ein Weiterschreiben-Stipendium.

B-Lesen erhält den Spezialpreis

Mit einem weiteren Weiterschreiben-Stipendium zeichnet die Stadt Bern Jared Muralt für seine Arbeit auf dem Feld der grafischen Literatur aus.

Hier tat er sich zuletzt insbesondere mit seinem als Fortsetzungsgeschichte angelegten Comic-Epos «The Fall» hervor, in dem er mit feinem Strich und kräftiger Kolorierung von einer Familie und ihrem Kampf mit der Unbill der Zeit in nicht allzu ferner Zukunft erzählt.

Mit dem Spezialpreis in der Höhe von 10'000 Franken zeichnet die Stadt Bern «B-Lesen» aus. Das Netzwerk von zehn unabhängigen Buchhandlungen der Stadt Bern trägt mit seiner Arbeit massgeblich zur Verbreitung und Vermittlung von Literatur in Bern bei.

Der Welti-Preis für das Drama geht an Julia Haenni

Der Welti-Preis für das Drama speist sich aus den Restmitteln des Welti-Fonds und wird nur dann verliehen, wenn die städtische Literaturkommission einen würdigen Preisträger oder eine würdige Preisträgerin ausmacht.

Dieses Jahr wird Julia Haenni für ihr eigenwilliges, herausragendes Schaffen mit dem Welti-Preis für das Drama ausgezeichnet. Als Autorin wie auch als Regisseurin bohrt sie in die Tiefe jener Themen, die an der Oberfläche schwelen.

Haenni gibt unsichtbaren Frauen genauso Gestalt wie sie stumm erschöpften Männern eine Stimme gibt. Ihre Texte gehen mit der Gegenwart auf Tuchfühlung – pointiert, prägnant und präzise.

Die öffentliche Preisfeier mit Musik von Fhunyue Gao findet am Mittwoch, 24. November 2021, um 19.30 Uhr in der Aula des PROGR Bern statt. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl beschränkt. Die Veranstaltung findet unter den geltenden Pandemiebestimmungen statt.

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