Bern: Projekt «Stübli» gewinnt Wettbewerb für Stadtpavillon
Unter dem Autobahnviadukt in Bern-Ausserholligen soll ein Pavillon aus wiederverwendeten Bauteilen entstehen. Der Bau ist für 2028 vorgesehen.

Aus bestehenden Bauteilen neue Architektur schaffen und damit einen öffentlichen Begegnungsort gestalten: Das Projekt «Stübli» gewinnt den studentischen Projektwettbewerb für einen Stadtpavillon unter dem Autobahnviadukt im künftigen Stadtquartier Ausserholligen. Die Stadt Bern und die Berner Fachhochschule (BFH) erprobten mit dem Wettbewerb neue Wege, um zirkuläres Bauen konsequent in Architekturverfahren zu verankern.
Unter dem Autobahnviadukt Ausserholligen entsteht ein lebendiger Freiraum, der die umliegenden Stadtquartiere verbindet und dem Raum unter der Autobahn ein neues Gesicht verleihen soll. Die Belebung des Ortes erfolgt auf verschiedenen Ebenen. Ein Bestandteil dieser Entwicklung sind Pavillonbauten. Diese sollen Raum für öffentlich wirksame.
Gewerbeangebote und Dienstleistungen bieten und flexibel genutzt werden können.
«Stübli»: Bestehende Bauteile werden zu neuer Architektur
Die Stadt Bern führte gemeinsam mit der Berner Fachhochschule einen Projektwettbewerb für Architekturstudierende durch.
Im Zentrum stand die Frage, wie sich zirkuläres Bauen konsequent umsetzen lässt. Die Studierenden waren eingeladen, einen Stadtpavillon zu entwerfen, der vollständig aus wiederverwendeten Baumaterialien besteht. Die Materialien stammen aus dem Hallenbad und der Kunsteisbahn Weyermannshaus, welche 2027 zurückgebaut und durch einen Neubau mit einer Schwimmhalle und einem Hallen-Eisfeld ersetzt werden.
Im Frühlingssemester 2026 entwickelten die Studierenden in Zweierteams insgesamt vierzehn Projekte. Dabei beschäftigten sie sich intensiv mit den Möglichkeiten eines ressourcenbasierten Entwerfens und Bauens. Als Siegerprojekt ging der Vorschlag «Stübli»
hervor. Der leicht wirkende Pavillon mit offenem Grundriss, der die Anforderungen an einen öffentlichen Begegnungsort besonders wirkungsvoll erfüllt, überzeugte die Jury. Der Entwurf zeigt beispielhaft, wie vorhandene Bauteile neue architektonische Qualitäten entwickeln können.
Ausgeschnittene Betonelemente werden als tragende Struktur eingesetzt, während zum Beispiel die metallischen Garderobenschränke als charakteristische Fassadenelemente eingesetzt werden und so an ihren Ursprungsort im «Weyerli» erinnern. Das filigrane Dach besteht aus wiederverwendeten Holzlatten, die zu einem Fachwerk ausgebildet und mit Kunststoff-Rohren bedeckt sind. Das Zusammenspiel von robusten und leichten Elementen verleiht dem Pavillon eine ausgewogene Materialität und unterstützt seine langfristige Nutzbarkeit.
Pilotverfahren für zirkuläre Architektur
Der Wettbewerb wurde als Pilotverfahren für ein modellhaftes Qualitätsverfahren im Bereich des zirkulären und nachhaltigen Bauens durchgeführt. Anders als bei konventionellen Architekturwettbewerben standen nicht primär die Funktionen und Anforderungen an das Gebäude im Zentrum. Vielmehr bildeten die verfügbaren Bauteilressourcen und deren Wiederverwendung den Ausgangspunkt für die Entwürfe.
Die Ansprüche an die architektonische Qualität blieben dabei unverändert. Mit dem Pilotverfahren wollte die Stadt Bern Erfahrungen für künftige Wettbewerbe gewinnen und prüfen, inwieweit sich eine konsequent zirkuläre Architektur im Wettbewerbsverfahren ermitteln lässt.
Siegerprojekt wird 2028 realisiert
Das Siegerprojekt «Stübli» wird nun gemäss den Empfehlungen der Jury weiterentwickelt und konkretisiert. Der Bau des Pavillons ist 2028 im Zusammenhang mit der Realisierung des Gesamtprojekts «Freiraum unter dem Viadukt» vorgesehen.
Öffentliche Vernissage Stadtpavillon-Projekte
Die vierzehn eingereichten Projekte werden im Rahmen einer Vernissage am Montag, 19. Oktober im Restaurant Hallenbad & Kunsteisbahn Weyermannshaus vorgestellt. Programm:
17:30-17:45 Begrüssung und Einführung
17:45-18:00 Einblick in die Methode
18:00-18:25 Laudatio & Vorstellung der Projekte
18:25-19:00 Begehung Bauteilmine Weyermannhaus
19:00-19:40 Gesprächsrunde zu zirkulärem Bauen
19:40-20:30 Apéro und Besichtigung der Projekte
Vom 21. bis 30. Oktober findet eine öffentliche Ausstellung der Projekte der engeren






