Stadt Bern

    Bern: Mehr als die Hälfte pendelt mit dem ÖV zur Arbeit

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    In der Stadt Bern nutzen 53 Prozent der Arbeitspendelnden den öffentlichen Verkehr, 22 Prozent das Velo. Das Auto spielt mit 15 Prozent eine kleine Rolle.

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    Gemeindeverwaltung (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

    Der öffentliche Verkehr ist für Stadtbernerinnen und Stadtberner das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel für den Arbeitsweg – deutlich häufiger als für die arbeitspendelnde Wohnbevölkerung im Kanton oder in der Schweiz. Auch beim Velo liegt die Stadt vorne, während der motorisierte Individualverkehr eine untergeordnete Rolle spielt.

    Das vorliegende Themenblatt beleuchtet das Pendelverhalten nach Geschlecht, Alter und Stadtteil, basierend auf Daten der Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik.

    Öffentlicher Verkehr und Velo für Stadtbernerinnen und Stadtberner am wichtigsten

    Das Mobilitätsverhalten der arbeitspendelnden Stadtbernerinnen und Stadtberner unterscheidet sich deutlich von der arbeitspendelnden Wohnbevölkerung des Kantons Bern und der Gesamtschweiz. Der öffentliche Verkehr ist für arbeitspendelnde Stadtbernerinnen und Stadtberner mit 53% das am häufigsten genutzte Hauptverkehrsmittel, während sein Anteil der arbeitspendelnden Wohnbevölkerung des Kantons Bern und der Schweiz jeweils bei knapp einem Drittel liegt. Der Veloverkehr ist für Stadtbernerinnen und Stadtberner mit einem Anteil von 22% das zweithäufigste Hauptverkehrsmittel – deutlich mehr als für Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons (12%) oder der Schweiz (9%).

    Am stärksten unterscheidet sich das Mobilitätsverhalten beim motorisierten Individualverkehr: Für die arbeitspendelnde Wohnbevölkerung der Stadt Bern liegt sein Anteil bei 15%. Das ist rund ein Drittel des Anteils des Kantons Bern. Schweizweit nutzt mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen das Auto oder das Motorrad für den Arbeitsweg.

    Lediglich der Anteil des Fussverkehrs ist bei allen drei Raumeinheiten vergleichbar und für jeweils rund 10% der Pendelnden das Hauptverkehrsmittel.

    Rund vier zupendelnde Personen auf eine wegpendelnde Person in der Stadt Bern

    Die Stadt Bern verzeichnet einen Zustrom von knapp 94'000 Pendelnden, die ihren Arbeitsweg in einer anderen Gemeinde beginnen und in der Stadt Bern arbeiten. Jede zehnte dieser Personen stammt aus der Gemeinde Köniz, je 4% aus Ostermundigen und Thun. Unter den zehn häufigsten Herkunftsgemeinden befindet sich keine aus einem anderen Kanton.

    Demgegenüber verlassen über 22'000 Bernerinnen und Berner auf ihrem Arbeitsweg die Stadt Bern, um in einer anderen Gemeinde zu arbeiten. Auch bei den Wegpendelnden hat Köniz als Arbeitsort den grössten Anteil: 16% aller wegpendelnden Bernerinnen und Berner arbeiten in dieser Gemeinde. Je 5% pendeln nach Ittigen, Muri und Ostermundigen.

    Die erste ausserkantonale Gemeinde ist mit 4% die Stadt Zürich an sechster Stelle.

    Öffentlicher Verkehr mit höchstem Anteil

    Beim Hauptverkehrsmittel der Zu-, Weg- und Binnenpendelnden weist der öffentliche Verkehr in allen drei Pendelrichtungen den höchsten Anteil auf. Drei Fünftel der Zu- wie auch der Wegpendelnden legen ihren Arbeitsweg hauptsächlich mit Zug, Tram oder Bus zurück. Bei den Binnenpendelnden sind es knapp die Hälfte.

    Velo oder E-Bike nutzen 7% der Zu-, 11% der Weg- und 29% der innerhalb der Stadt Pendelnden für den Arbeitsweg. Während der Fussverkehr beim Pendeln über die Gemeindegrenze hinweg praktisch keine Rolle spielt, ist er für 16% der Binnenpendelnden das Hauptverkehrsmittel. Knapp ein Drittel der Zupendelnden legt den Arbeitsweg mit Auto oder Motorrad zurück, bei den Wegpendelnden sind es gut ein Viertel.

    Für Personen, die in Bern wohnen und arbeiten, spielt der motorisierte Individualverkehr mit 7% eine untergeordnete Rolle.

    Männer doppelt so häufig mit motorisiertem Individualverkehr unterwegs als Frauen

    Die prozentualen Anteile der Hauptverkehrsmittel der arbeitspendelnen Stadtbernerinnen und Stadtberner aufgeschlüsselt nach Geschlecht, zeigen beim Fuss- und Veloverkehr keine signifikanten Unterschiede. Anders beim motorisierten Individualverkehr: Dieser ist bei den Frauen mit knapp 10% ungefähr gleichbedeutend wie der Fussverkehr. Bei der männlichen Stadtbevölkerung ist diese Fortbewegungsart mit 20% doppelt so häufig auf dem Arbeitsweg anzutreffen.

    Der öffentliche Verkehr ist für beide Geschlechter das am häufigsten verwendete Hauptverkehrsmittel. Der Anteil bei den Frauen ist mit 58% aber zehn Prozentpunkte höher als bei den Männern.

    Junge Stadtbernerinnen und Stadtberner setzen am stärksten auf den öffentlichen Verkehr

    In allen Altersgruppen ist der öffentliche Verkehr das häufigste Verkehrsmittel für arbeitspendelnde Stadtbernerinnen und Stadtberner, seine Bedeutung nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab. Während in der jüngsten Gruppe zwei von drei Arbeitswegen mit dem ÖV zurückgelegt werden, liegt dieser Wert bei den beiden ältesten Gruppen bei knapp unter 50%.

    Das Velo ist in den drei mittleren Altersgruppen das zweithäufigste Verkehrsmittel, mit einem Höchstwert bei den 35- bis 44-Jährigen von 27%. In der jüngsten Gruppe ist das Velo mit 10% dagegen deutlich weniger beliebt für den Arbeitsweg.

    Bümpliz-Oberbottigen: anderes Mobilitätsverhalten als im Rest der Stadt

    In allen sechs Stadtteilen ist der öffentliche Verkehr das meistgenutzte Verkehrsmittel für den Arbeitsweg. Besonders ausgeprägt ist dies im Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen, wo der öffentliche Verkehr mit 58% den höchsten Anteil aller Stadtteile erreicht. Ein Wert, der sich vor allem durch den dort vergleichsweise schwachen Langsamverkehr erklärt: Dieser macht in Bümpliz-Oberbottigen 17% aus, deutlich weniger als in den übrigen Stadtteilen, wo er mit Anteilen zwischen 31% und 42% durchwegs an zweiter Stelle liegt.

    Stattdessen belegt in Bümpliz-Oberbottigen der motorisierte Individualverkehr mit 25% den zweiten Platz und gleichzeitig den höchsten Wert aller Stadtteile. Am tiefsten ist der Anteil des Auto- und Motorradverkehrs mit 9% im Stadtteil Länggasse-Felsenau.

    Corona-Knick bei den Zupendelnden

    Werden die aktuellsten Mobilitätsdaten mit Daten früherer Erhebungen verglichen, fällt der Rückgang bei den Zupendelnden ins Auge. Insbesondere die Daten aus den Jahren 2019 bis 2021, welche die Zeit während der Coronapandemie abbilden, zeigen bei den in die Stadt Bern pendelnden Personen einen Einbruch um gut 15’000. Auch wenn dieser Wert in den aktuellen Zahlen wieder um rund 2000 Personen zugenommen hat, haben sich gesellschaftliche Veränderungen wie vermehrtes Homeoffice merklich auf das Mobilitätsverhalten ausgewirkt.

    Auch bei den Weg- und Binnenpendelnden ist während der Coronajahre ein Rückgang festzustellen, dieser ist mit rund 2000 respektive 3000 Personen weniger hoch ausgefallen.

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