Bern: Kirchgemeindehaus ist jetzt das Kinderhaus Rossfeld
In Bern hat das Kinderhaus Rossfeld an der Reichenbachstrasse den Betrieb aufgenommen. Es vereint Schulklassen, Tagesbetreuung, Kita und Bibliothek.

Nach rund zwei Jahren Bauzeit hat das Kinderhaus Rossfeld gestern zum Beginn des neuen Schuljahres seinen Betrieb aufgenommen.
Das zuvor kirchlich genutzte Gebäude-Ensemble vereint neu Räume für Basisstufenklassen und schulische Tagesbetreuung, eine Kita sowie den Standort Rossfeld der Kornhausbibliotheken unter einem Dach.
Die Bauarbeiten zur Umnutzung des ehemaligen Pfarr- und des Kirchgemeindehauses Matthäus zum Kinderhaus Rossfeld konnten plangemäss abgeschlossen werden. «Mit dem Kinderhaus Rossfeld konnte die Stadt Bern ein neuartiges Projekt realisieren, das verschiedene Bereiche aus Bildung und Betreuung an einem Standort zusammenführt.
Die gemeinsame Nutzung ermöglicht nachhaltige räumliche und betriebliche Synergien», sagte Stadtpräsidentin Marieke Kruit anlässlich der Medienorientierung zur Eröffnung.
Vom Kirchgemeindehaus zum Kinderhaus
Das Gebäudeensemble an der Reichenbachstrasse 110 – 114 wurde in den 1960er Jahren erstellt. Es umfasst die pyramidenförmige Kirche, die Sakristei, das Kirchgemeindehaus sowie das Pfarrhaus, die um einen zentralen Platz angeordnet sind. Die Stadt Bern erwarb die Anlage 2019 im Baurecht.
Der Baukredit von 16,1 Millionen Franken wurde im Juni 2024 von den Stimmberechtigten genehmigt.
Seit August 2024 wurden das ehemalige Pfarr- und das Kirchgemeindehaus saniert und durch einen Neubau miteinander verbunden. Im Erdgeschoss des ehemaligen Kirchge- meindehauses wurde eine zusätzliche Fläche von rund 150 m geschaffen, um dort eine Quartier- und Schulbibliothek unterzubringen. Die Räume für Schulunterricht und Tagesbetreuung sowie ein Mehrzweckraum sind im Innern des Kirchgemeindehauses untergebracht.
Der Zwischenbau nimmt die Sichtbetonbauweise der bestehenden Gebäude auf und fügt sich ins Ensemble ein. Er beherbergt die drei Gruppen der Kita Brenodor (ehemals Kita Aaregg).
«Mit dem Kinderhaus ist ein Lern- und Lebensort entstanden, der für die Kinder im Quartier ein wichtiger Ort und für das ganze Quartier bedeutend ist», sagte die Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, Ursina Anderegg, am heutigen Medientermin.
Photovoltaik und Begrünung
Auf den Flachdächern der Gebäude wurden im Rahmen eines Jugendsolarprojektes durch Schülerinnen und Schüler der Volksschule Hochfeld Photovoltaik-Elemente installiert. Die Dachflächen wurden extensiv begrünt und auch der Aussenraum erfuhr mit der Entsiegelung von Teilflächen und der Pflanzung zusätzlicher Bäume eine ökologische Aufwertung. Im Sinne einer ressourcenschonenden Bauweise wurden bestehende Bauteile wie Fenster und Radiatoren instandgesetzt und wiederverwendet.
Archäologische Artefakte und Kunstprojekt
Das Kinderhaus befindet sich an einem archäologisch bedeutsamen Ort mit benachbartem gallorömischem Amphitheater und Archäologiepfad. Bereits vor dem Umbau waren diverse Artefakte in Ausstellungsvitrinen ausgestellt. Diese wurden im Rahmen der Bauarbeiten in die Fassade der Bibliothek integriert und bleiben weiterhin öffentlich zugänglich.
Die archäologischen Funde auf der Engehalbinsel dienten als Ausgangspunkt für das Kunst-und-Bau-Projekt Brenodora der Künstlerin Nadine K. Cenoz. In einem mehrstufigen Verfahren schuf sie bronzene «Fundstücke», die an keltische und römische Münzen erinnern. Die Kunstobjekte sind an drei Standorten im Kinderhaus platziert und erinnern an die Geschichte des Ortes.







