Berner Hepatologie prägt neue Leber-Empfehlungen mit

Inselspital Bern
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Fachpersonen des Inselspitals Bern haben internationale Empfehlungen mitentwickelt, die Risiken bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen früher erkennen.

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Notfallzentrum. (Symbolbild) - keystone

Neue internationale Empfehlungen sollen helfen, bei Menschen mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen das Risiko einer gefährlichen Verschlechterung besser vorherzusagen. Nichtinvasive Untersuchungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die neuen Empfehlungen zeigen auf, wie gefährdete Patientinnen und Patienten gezielter vorbeugend behandelt und bei Menschen mit niedrigem Risiko unnötige invasive Untersuchungen vermieden werden können.

Fachpersonen des Inselspitals, Universitätsspital Bern, und der Universität Bern haben die Empfehlungen mitentwickelt.

Fortgeschrittene chronische Lebererkrankungen können lange unbemerkt bleiben. Im Verlauf der Erkrankung kann jedoch der Druck im Blutgefässsystem der Leber krankhaft ansteigen – es entsteht eine sogenannte portale Hypertonie. Sie kann zu Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder Störungen der Gehirnfunktion führen.

Tritt erstmals eine solche Dekompensation auf, steigt das Sterberisiko deutlich.

Der neue internationale Baveno-VIII-Konsensus richtet den Blick deshalb verstärkt auf das individuelle Risiko. Im Vordergrund steht nicht mehr allein die Frage, ob eine klinisch bedeutsame portale Hypertonie vorliegt. Entscheidend wird zunehmend, bei wem eine Dekompensation droht und wer deshalb besonders von einer vorbeugenden Behandlung profitieren kann.

Weniger invasive Untersuchungen, gezieltere Prävention

Die neuen Empfehlungen setzen bei der Risikoeinschätzung verstärkt auf nicht-invasive Verfahren. Messungen der Lebersteifigkeit können zusammen mit der Zahl der Blutplättchen eine klinisch bedeutsame portale Hypertonie bei bestimmten Patientinnen und Patienten mit hoher Sicherheit ausschliessen. Messungen der Milzsteifigkeit und weitere Verfahren zur Risikoberechnung können die Einschätzung ergänzen.

Für Patientinnen und Patienten hat diese genauere Risikoeinschätzung konkrete Folgen: Wer ein erhöhtes Risiko für eine Dekompensation trägt, soll möglichst früh erkannt und gezielt vorbeugend behandelt werden. Umgekehrt können bestimmte Patientinnen und Patienten mit niedrigem Risiko auf eine Magenspiegelung zur Suche nach Krampfadern in der Speiseröhre verzichten. Die Empfehlungen legen anhand nicht-invasiver Messwerte fest, wann eine solche Untersuchung nicht erforderlich ist.

«Entscheidend ist nicht mehr nur die Frage, wie weit eine Lebererkrankung fortgeschritten ist. Wir wollen möglichst früh erkennen, bei wem die Gefahr einer Dekompensation besonders gross ist», sagt Prof. Dr. med. Annalisa Berzigotti, Klinikdirektorin und Chefärztin der Universitätsklinik für Hepatologie am Inselspital. «So können wir vorbeugende Behandlungen gezielter einsetzen und unnötige invasive Untersuchungen vermeiden.»

Risiken erkennen, bevor Komplikationen auftreten

Die Baveno-Empfehlungen haben sich seit den ersten Konsensuskonferenzen von der Behandlung bereits eingetretener Blutungen hin zu einem stärker präventionsorientierten Ansatz entwickelt. Baveno VIII umfasst neben der Risikoeinschätzung unter anderem Empfehlungen zur Prävention und Behandlung von Komplikationen der portalen Hypertonie sowie zu Gefässerkrankungen der Leber. Insgesamt erreichten 272 Aussagen und Empfehlungen einen Konsens von mindestens 80 Prozent; zudem definierten die Fachleute 153 prioritäre Forschungsfragen.

Berner Hepatologie prägt internationale Empfehlungen mit

Die Baveno-Konsensuskonferenzen finden seit 1990 im Abstand von rund fünf Jahren statt und haben die Behandlung fortgeschrittener Lebererkrankungen und der portalen Hypertonie über Jahrzehnte mitgeprägt. An Baveno VIII waren vier Fachpersonen des Inselspitals und der Universität Bern beteiligt. Mit Annalisa Berzigotti als Chair der Baveno Cooperation übernimmt die Berner Hepatologie eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung des internationalen Konsensus.

Publikation

Baveno VIII Faculty (Berzigotti A et al). Baveno VIII – Advancing Consensus in Portal Hypertension. Journal of Hepatology. 2026.

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Kommentare

User #6921 (nicht angemeldet)

Sehr gute Idee, die Früherkennung zu verbessern!

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