An den Zufahrten zur Basler Innenstadt werden statt terrorsichere nur normale Polleranlagen installiert. Dies hat die Basler Regierung aus Kostengründen entschieden. Anti-Terror-Poller würden über zwei Millionen Franken mehr kosten als geplant.
Stadt Basel Niki Reiser
Die Stadt Basel. - Keystone

2019 hatte der Basler Grosse Rat für die Polleranlagen 2,4 Millionen Franken bewilligt. Bis jetzt konnte der Auftrag für die Umsetzung des Projekts jedoch nicht vergeben werden können, weil die nach der Ausschreibung im Frühling 2020 eingereichten Angebote weit höhere Kosten vorsehen als bewilligt wurden, wie die Regierung am Montag mitteilte.

Das Problem besteht darin, dass die Polleranlagen nicht nur die Verkehrsregeln für die fussgängerfreundliche Basler Innenstadt verdeutlichen sollen. Vielmehr sollen sie auch verhindern, dass Terroristen in die Innenstadt fahren können. Die Regierung hat nun beschlossen, auf diese Anforderung zu verzichten und es bei normalen Pollern bewenden zu lassen.

Anti-Terror-Poller hätten gemäss der Mitteilung Mehrkosten von mehr als zwei Millionen zur Folge. Sowohl die Entwicklung solcher Poller wie auch deren Verankerung im Boden wären viel teurer als geplant. Zudem stehe an den vorgesehenen Standorten für das notwendige massive Fundament teils gar nicht genug Platz zur Verfügung.

Die Regierung verzichtet deshalb darauf, beim Parlament zusätzliche Mittel für zertifizierte Anti-Terror-Poller zu beantragen. Ohnehin könnten nicht alle Zufahrten zur Innenstadt vor Terroristen geschützt werden. Nach Auffassung der Regierung bieten normale Polleranlagen wie in andern Städten auch in Basel ausreichenden Schutz für Gebiete mit vielen Fussgängern.

Erstellt werden sollen in Basel insgesamt sieben Polleranlagen. Als neue Standorte sind der Fischmarkt, die Freie Strasse, die Rittergasse die Kasernenstrasse sowie die Steinenvorstadt (zwei Anlagen) vorgesehen, Die seit 2016 bestehende Pilotanlage am Spalenberg soll zudem optimiert werden.

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