Neue PVA: ARA Rehmatte steigert eigene Energieproduktion
Mit der neuen PV-Anlage können künftig rund 30 Prozent des Strombedarfs der Abwasserreinigungsanlage Rehmatte durch erneuerbare Energie gedeckt werden.

Wie die Gemeinde Fislisbach schreibt, hat der Abwasserverband Rehmatte am 16. Juni 2026 die neue Photovoltaikanlage über den überdachten Nachklärbecken erfolgreich in Betrieb genommen.
Mit der neuen Anlage können künftig rund 30 Prozent des gesamten Strombedarfs der Abwasserreinigungsanlage (ARA) durch erneuerbare Energie gedeckt werden.
Zusammen mit dem bestehenden Blockheizkraftwerk, das das anfallende Klärgas in Strom und Wärme umwandelt, produziert die ARA damit rund 90 Prozent ihres Energiebedarfs selbst.
Gleich zwei wichtige Herausforderungen nachhaltig gelöst
Die ARA Rehmatte reinigt jährlich rund 1,7 Millionen Kubikmeter Abwasser aus den Gemeinden Baden-Rütihof, Birmenstorf, Fislisbach und Mülligen. Die Anlage wurde 1972 erstellt und im Jahr 2019 mit einem zusätzlichen Becken erweitert.
Die exponierte Lage der Nachklärbecken und die steigenden Temperaturen führten in den vergangenen Jahren zu einem verstärkten Algenwachstum. Dies verursachte zunehmend Verschmutzungen an den Räumereinrichtungen und beeinträchtigte die Betriebssicherheit der Anlage.
Um dem entgegenzuwirken, liess der Abwasserverband Rehmatte ein Projekt zur Überdachung der Nachklärbecken ausarbeiten. Die neu geschaffene Dachfläche konnte gleichzeitig für die Installation einer Photovoltaikanlage genutzt werden. Dadurch wird die Eigenproduktion von elektrischer Energie deutlich gesteigert.
«Mit diesem Projekt konnten wir gleich zwei wichtige Herausforderungen nachhaltig lösen», betont Verbandspräsidentin Simone Bärtschi.
Nach nur drei Monaten Bauzeit offiziell in Betrieb genommen
Nachdem die Stimmberechtigten der vier Verbandsgemeinden im Sommer 2025 den Investitionskredit von 620'000 Franken genehmigt hatten, konnten die Bauarbeiten im März 2026 aufgenommen werden.
Bereits nach rund drei Monaten Bauzeit wurde die neue Überdachung am 16. Juni 2026 im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier offiziell in Betrieb genommen. Die Photovoltaikanlage verfügt über eine installierte Leistung von 175 kWp und wird jährlich rund 180'000 Kilowattstunden Strom produzieren.
Thomas Schluep, Betriebsleiter des Abwasserverbands Baden Wettingen, der für den Betrieb der ARA Rehmatte verantwortlich ist, hebt die Wirtschaftlichkeit des Projekts hervor: «Dank der Doppelnutzung der Überdachung amortisieren sich die Investitionskosten für den Solarteil bereits nach rund sieben Jahren durch die Einsparungen beim Strombezug.»
Er geht zudem davon aus, dass das Projekt innerhalb des bewilligten Kredits abgeschlossen werden kann. Zusätzlich werden Förderbeiträge von rund 50'000 Franken für die Photovoltaikanlage erwartet.
Weitere Optimierungsmassnahmen geplant
Bedauerlich sei hingegen die neue gesetzliche Regelung, wonach grössere Photovoltaikanlagen für überschüssig produzierten und ins Stromnetz eingespeisten Strom nur noch den Marktpreis erhalten.
Dennoch wird der Abwasserverband Rehmatte seine Energieproduktion und den Eigenverbrauch auch künftig weiter optimieren. Geplant sind unter anderem die Erneuerung des bestehenden Blockheizkraftwerks sowie die Prüfung eines Batteriespeichers, um Lastspitzen besser auszugleichen und die Eigenverbrauchsquote weiter zu erhöhen.
Verbandspräsidentin Simone Bärtschi dankt allen beteiligten Planern, Unternehmen und Mitarbeitenden für ihren engagierten Einsatz. «Dank der hervorragenden Zusammenarbeit konnte das Projekt termingerecht umgesetzt werden. Nun hoffen wir auf einen sonnigen Sommer, damit die neue Anlage ihr volles Potenzial entfalten kann.»










