Zofingen feiert das 50-jährige Jubiläum des aargauischen Bauverwalterverbands, der zur Förderung des Berufsstandes und zum Erfahrungsaustausch gegründet wurde.
Blick vom Heiternplatz auf dem Zofinger Hausberg Heitern auf die Altstadt mit der Stadtkirche und die Jurakette. - Zofingen
Blick vom Heiternplatz auf dem Zofinger Hausberg Heitern auf die Altstadt mit der Stadtkirche und die Jurakette. - Zofingen - Nau.ch / Werner Rolli

Der aargauische Bauverwalterverband (ABV), den 26 Bauverwalter 1971 in Rheinfelden vor allem zur Förderung des Berufsstandes und zum Meinungs- sowie Erfahrungsaustausch gegründet haben, feiert sein 50-jähriges Bestehen. Vieles wurde erreicht und noch Vieles bleibt zu tun. Die Wegmarke des halben Zentenars des ABV gibt Anlass zur Standortbestimmung, der Entwicklung und Veränderung dieses Berufsstandes sowie zum Ausblick. Der Festakt wird am 5. November 2021 in Baden gefeiert.

Die Aufgaben der Gemeinden sind anspruchsvoller

In all den Jahren sind die Tätigkeiten in den Gemeinden nicht nur viel breiter, sondern auch anspruchsvoller und herausfordernder geworden. In den letzten 50 Jahren sind immer mehr aufwändige (Vollzugs-) Aufgaben vom Bund resp. Kanton an die Gemeinden delegiert worden. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang umfassende und zeitintensive Handlungsfelder, wie der Natur- und Umweltschutz, der Gewässerschutz, die Energie, die Raumordnung, die Mobilität und der Klimaschutz.

Der Spielraum für die Gemeinden – als unterste Hierarchiestufe im föderalen System – wird stark von gesellschaftlichen und politischen Prozessen bestimmt und eingeengt. Beredtes Beispiel dafür ist die inflationäre Entwicklung der Baubewilligungen. Reichten vor ein paar Jahren noch ein paar Seiten, so ist es heute für einfache Bauvorhaben nicht selten ein Vielfaches davon.

Viele Gemeinden stossen an ihre Grenzen

Neue Handlungsfelder sind hinzugekommen, wie die Agglomeration oder der funktionale Raum. Viele Gemeinden stossen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben bezüglich personellen Ressourcen und interdisziplinären Fachkenntnissen oft an ihre Grenzen. Die Tätigkeit einer Bauverwaltung umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Berufsfeldern (von der Architektur, über den Verkehr zur Rechtswissenschaft usw.), die selten von der Bauverwaltung ohne Beizug und Unterstützung von externen Fachleuten alleine bewältigt werden kann.

Für den ABV ist die Weiterbildung wichtig

Der ABV engagiert sich im Fachbeirat als Aufsichtsbehörde beim Lehrgang des DAS «Öffentliches Gemeinwesen Fachkompetenz Bauverwalter/in» am Institut für Nonprofit- und Public Management der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Zusammen mit Dozierenden aus der öffentlichen Verwaltung, der Privatwirtschaft und der Fachhochschule definiert der Fachbeirat die inhaltlichen Schwerpunkte der Kurse und ist für den Unterricht zuständig. Ziel ist es, die Ausgewogenheit, die Vielseitigkeit, den Praxisbezug und die Aktualität des Weiterbildungskonzepts zu gewährleisten.

Geblieben sind über all die Jahre die Kern- und Daueraufgaben der Mitglieder des ABV

Die Aufgaben der Mitglieder des ABV sind die Stärkung des Vertrauens der Einwohnenden in die Fachabteilungen der Gemeinde, die baufachliche, kompetente, bürger- und zeitnahe Beratung, ein effizienter Vollzug der Bauvorschriften, die rasche und rechtsgenügliche Entscheidungen und das verlässliche und transparente Verfahren.

Der ABV wünscht sich für die nächsten 50 Jahre ein Mehr an Miteinander zwischen den staatlichen Ebenen und der Bevölkerung sowie weniger neben- oder sogar gegeneinander. Aufgabendelegationen an die Gemeinden sind dort sinnvoll, wo ihnen Spielraum zugestanden wird und der stufengerechte Vollzug auch gewährleistet werden kann. Die Bauverwalter wahren Interessen der Gemeinden, mit Verständnis und Respekt vor der Komplexität der breiten Aufgabenerfüllung.

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