Schlag gegen digitale Drogendealer im Aargau – zwei Festnahmen

Im Kanton Aargau konnten zwei Drogendealer verhaftet werden, die vornehmlich im digitalen Raum ihre Drogen vertrieben haben.

Der niederländische Zoll hat im Hafen von Rotterdam drei Tonnen Kokain gefunden (Symbolbild). Foto: picture alliance / dpa
Im Kanton Aargau wurden diverse Drogen sichergestellt. - dpa-infocom GmbH

Den Aargauer Strafverfolgungsbehörden ist die Sicherstellung von rund 12 Kilogramm Kokain gelungen. Gegen zwei beschuldigte Männer aus der Türkei führt die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Hausdurchsuchungen im Aargau

Die Strafverfolgungsbehörden wurden auf einen öffentlich-zugänglichen Kanal auf einem Messengerdienst aufmerksam, über welchen mutmasslich Betäubungsmittel zum Verkauf angeboten wurden.

Im Zuge der Ermittlungen führten die Behörden Hausdurchsuchungen in Niederrohrdorf und Nussbaumen durch. Dabei konnten rund 12 Kilogramm Kokain, andere Betäubungsmittel wie Ketamin und MDMA, rund 100'000 Franken Bargeld, Kryptovermögen sowie weitere Gegenstände, die für den Betäubungsmittelhandel bestimmt sind, sichergestellt werden.

Zwei aus der Türkei stammende Männer im Alter von 25 und 26 Jahren konnten im Zuge der Ermittlungen von der Kantonspolizei festgenommen und durch die Staatsanwaltschaft Baden in Untersuchungshaft versetzt werden.

In der laufenden Strafuntersuchung werden den beiden Beschuldigten qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen.

Betäubungsmittelhandel im digitalen Raum

Der vorliegende Fall steht exemplarisch für eine Entwicklung, welche die Strafverfolgungsbehörden zunehmend beschäftigt.

Smartphone mit verschiedenen Anwendungen
Die Dealer vertreiben ihre Drogen im digitalen Raum. - AFP/Archiv

Der Handel mit Betäubungsmitteln, mitunter auch in grösseren Mengen, findet längst nicht mehr in unbeobachteten Hinterhöfen oder dunklen Gassen statt.

Deals zu illegalen Substanzen sind vor allem in digitalen Kommunikationsräumen und den sozialen Medien, die alltäglich genutzt werden und leicht zugänglich sind, hoch präsent.

Technisch anspruchsvolle Ermittlungen

Gleichzeitig zeigt sich vermehrt, dass beschuldigte Personen versuchen, deliktisch erlangte Vermögenswerte über Kryptowährungen oder andere digitale Strukturen dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

Ermittlungen in diesem Bereich erfordern spezialisiertes technisches Fachwissen, die Auswertung komplexer digitaler Spuren sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen innerhalb der Strafverfolgungsbehörden.

Im vorliegenden Verfahren waren aufgrund der technischen und finanziellen Komplexität des Sachverhalts neben der Staatsanwaltschaft Baden auch spezialisierte Mitarbeitende der Kantonalen Staatsanwaltschaft eingebunden.

Digitale Kriminalität verändert Ermittlungen

Verfahren im Bereich der digitalen Betäubungsmittelkriminalität entwickeln sich zunehmend zu technisch, finanziell und organisatorisch anspruchsvollen Ermittlungen. Der Aufwand beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf klassische Polizeiarbeit oder einzelne Einvernahmen.

Vielmehr sind häufig umfangreiche digitale Auswertungen, die Sicherung virtueller Vermögenswerte sowie die koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Spezialistinnen und Spezialisten erforderlich.

Damit steigen auch die Anforderungen an personelle Ressourcen, technische Infrastruktur und spezialisierte Aus- und Weiterbildungen innerhalb der Strafverfolgungsbehörden kontinuierlich an.

Mit der Sicherstellung von rund 12 Kilogramm Kokain ist den Strafverfolgungsbehörden ein bedeutender Ermittlungserfolg im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel gelungen.

Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung für die beiden Beschuldigten.

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