Versicherungsriese Helvetia Baloise verspricht hohe Dividenden
Mehr Gewicht am Markt, ein profitableres Geschäft und attraktive Dividenden: Das verspricht der Schulterschluss der beiden traditionsreichen Versicherungen Helvetia und Baloise. Zunächst müssen allerdings Konzernchef Fabian Rupprecht und sein Team die beiden Unternehmen erfolgreich zusammenführen.

Am Mittwoch hat Helvetia Baloise fünf Monate nach der offiziell durchgeführten Fusion detaillierter aufgezeigt, wo die Reise hingehen soll. Zugleich wurden die Einzelabschlüsse 2025 der beiden Fusionspartner sowie Pro-Forma-Kennzahlen zu dem in acht europäischen Märkten agierenden Versicherungsriesen, darunter die Schweiz, Deutschland, Spanien, Belgien oder Italien, publiziert.
Mit einem im Jahr 2025 kombinierten Geschäftsvolumen von 19,8 Milliarden Franken, einem dem Geschäft zugrunde liegenden Gewinn von 1,03 Milliarden und einem Eigenkapital im Umfang von 13,8 Milliarden, bringt Helvetia Baloise einiges an Gewicht auf die Waage. Ihren Angaben zufolge zählt sie in Europa zu den Top-10 der börsenkotierten Versicherungen.
Primäres Ziel der Fusion ist aber nicht Grösse, sondern vielmehr Profitabilität. Wie bereits an der vor rund einem Jahr gemachten Fusionsankündigung geht Rupprecht davon aus, dass daraus Synergien im Umfang von 350 Millionen Franken erschlossen werden können.
Das soll in erster Linie über einen einschneidenden Stellenabbau erreicht werden. Von den konzernweit rund 22'000 Vollzeitstellen dürften – wie ebenfalls bereits bekannt – bis zu 2600 verloren gehen. Bis Ende März 2026 seien durch Abgänge oder Kündigungen bereits etwas mehr als 1100 Vollzeitstellen abgebaut worden, hiess es.
Rechnet man jene Spar- und Effizienzmassnahmen dazu, die von den Versicherern bereits vor dem Fusionsvorhaben angestossen worden sind, dann ergibt sich gar ein Synergiepotenzial in Höhe von rund 650 Millionen Franken. Bis Ende 2028 sollen davon 90 Prozent erreicht werden.
Mit dem Sparprogramm will Rupprecht den Konzern fit für die Zukunft trimmen. Bis 2028 soll die dem Geschäft zugrunde liegende Eigenkapitalrendite in den Bereich von 16 bis 18 Prozent geführt werden. 2025 wurde auf Pro-Forma-Basis eine Rendite auf dem Eigenkapital von 15,4 Prozent erzielt.
Sowohl die Helvetia als auch die Baloise hatten im vergangenen Jahr im Nichtlebengeschäft von einem günstigen Schadensverlauf profitiert und ihre um fusionsbedingte Einmaleffekte und andere Faktoren bereinigten Gewinne trotz «erheblicher Kosten» aus dem Bergsturz in Blatten um jeweils einen Fünftel gesteigert.
Mit Blick nach vorne will Rupprecht mit Helvetia Baloise aus «einer Position der Stärke» heraus wachsen, dies nicht zuletzt im Bereich Spezialversicherungen. Dabei gelte es, die im angestammten Geschäft erreichten Marktpositionen zu halten oder gar auszubauen. Auch die Baloise Bank bleibt vorerst im Konzern.
Den Aktionärinnen und Aktionären verspricht die Gruppe, in den Jahren 2026 bis 2028 über 2,8 Milliarden Franken an Dividenden auszuschütten. In diesem Jahr erhalten sie 7,70 Franken je Aktie respektive total 765,5 Millionen Franken. Und im Jahr 2029 soll die Dividende um mehr als 50 Prozent über dem 2025-Niveau liegen.
Dieses über den Erwartungen liegende Versprechen hat die Helvetia-Baloise-Aktie am Mittwoch zunächst beflügelt und zu Handelsbeginn um beinahe 4 Prozent in die Höhe klettern lassen. Bis am frühen Nachmittag zum Beginn des in London geplanten Investorentreffens, war die Euphorie allerdings wieder verflogen und der Kursgewinn weggeschmolzen.






