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    US-Konzerne dominieren unter wertvollsten Börsenunternehmen

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Amerikanische Konzerne dominieren nach wie vor unter den wertvollsten Börsenunternehmen der Welt. Europäische Firmen fallen immer weiter zurück.

    dow jones industrual average
    Dow Jones Industrial Average verlor 1,81 Prozent bei 33'296,96 Punkten. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die wertvollsten Börsenunternehmen der Welt kommen zu einem grossen Teil aus Amerika.
    • Dies, obwohl die Aktienkurse von Apple, Microsoft und Co. zuletzt im Sinkflug waren.
    • Europa fällt zurück.

    Amerikanische Konzerne dominieren nach wie vor unter den wertvollsten Börsenunternehmen der Welt – auch wenn die Aktien von Apple, Microsoft, Alphabet und Tesla eingebrochen sind. Europa und Deutschland fallen gleichzeitig zurück. Die Vereinigten Staaten hängen Europa trotz grosser Kursverluste von US-Techkonzernen an der Börse ab.

    61 der Top 100 sind US-Firmen

    Unter den 100 wertvollsten Börsenunternehmen der Welt stammen alleine 61 aus den USA, nur eins weniger als im Vorjahr, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt. Unter den ersten zehn ist demnach kein Unternehmen aus Europa vertreten und nur eines von ausserhalb der USA – der Ölkonzern Saudi Aramco. An der Spitze des am Donnerstag veröffentlichten Rankings blieb zum Stichtag 27. Dezember Apple mit gut zwei Billionen Dollar Börsenwert vor Saudi Aramco und Microsoft.

    Apple-CEO Tim Cook spricht auf einer Veranstaltung auf dem Campus des Apple-Hauptquartiers in Cupertino.
    Apple-CEO Tim Cook spricht auf einer Veranstaltung auf dem Campus des Apple-Hauptquartiers in Cupertino. - Jeff Chiu/AP/dpa

    Deutschland ist unter den Top 100 gar nicht vertreten – der Softwarehersteller SAP als wertvollster Dax-Wert kommt erst auf Rang 106. Der Industriegasekonzern Linde, der seit der Fusion mit dem US-Unternehmen Praxair seinen Sitz in Irland hat, belegt Rang 59.

    Tech-Riesen führen Feld an

    Unternehmen aus den USA dominieren schon seit vielen Jahren die Weltbörsen – beflügelt vom Wachstum der Techkonzerne, die im Börsenboom der vergangenen Jahre rasant an Wert gewonnen hatten. Doch mit den Zinserhöhungen der grossen Zentralbanken im schwachen Börsenjahr 2022 bekamen die zinssensiblen Tech-Riesen Gegenwind. Technologiekonzerne verloren EY zufolge im Verlauf des Jahres 33 Prozent ihres Börsenwerts. Allein Tesla, Apple, Meta, Microsoft, Alphabet und Amazon büssten zusammen 4,6 Billionen Dollar ein.

    tesla senkt preise
    Wettbewerbsdruck: Tesla senkt die Preise auch in Europa und den USA. - sda - KEYSTONE/AP dpa-Zentralbild POOL/PATRICK PLEUL

    Insgesamt verloren die 100 der grössten Börsenunternehmen 7,2 Billionen Dollar oder 20 Prozent ihres Werts. Während auch Konsumgüter- und Telekommunikationsfirmen kräftige Kursverluste verzeichneten, ging es dank höherer Rohstoffpreise vor allem für Energiekonzerne aufwärts (plus 12 Prozent). «Der starke Anstieg der Zinsen, der Ukraine-Krieg und die weltweit steigenden Energiepreise – all diese Entwicklungen haben Spuren an den Weltbörsen hinterlassen», sagte Henrik Ahlers, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung.

    LVMH europäischer Spitzenreiter

    Unter den 100 grössten Börsenunternehmen haben EY zufolge nur 15 ihre Zentrale in Europa, wertvollster Vertreter ist demnach der französische Luxuskonzern LVMH auf Rang 15. Aus Asien kommen 19 der grössten Börsenunternehmen, angeführt vom Techkonzern Tencent.

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    LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton ist im Aufwärtstrend. - Keystone

    Die Bedeutung Europas an der Börse schwindet seit Jahren. Ende 2007, vor dem Höhepunkt der Finanzkrise, kamen laut EY noch 46 der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt aus Europa und immerhin sieben aus Deutschland. Ende 2021 waren es noch zwei: SAP und Siemens. Die Bundesrepublik sei an den Börsen unterrepräsentiert, sagte Ahlers. Doch die Regeln für die digitale Wirtschaft würden von Unternehmen aus den USA und Asien gemacht.

    In Deutschland fehlten eine ausgeprägte Gründerkultur und gute Finanzierungsbedingungen für junge Firmen. Jedoch hat Deutschland viele mittelständische Weltmarktführer und auch nicht-börsennotierte Konzerne von Weltrang wie Lidl und Aldi oder den Autozulieferer Bosch.

    Dazu kommt, dass Deutschland und Europa überdurchschnittlich stark unter dem Ukraine-Krieg und dem Anstieg der Energiepreise leiden. «In den USA können Industrieunternehmen derzeit deutlich günstiger produzieren, der Krieg ist für sie weit weg, eine Gaskrise muss dort niemand fürchten», sagte Ahlers. Daher spreche wenig für eine Renaissance Deutschlands und Europas an den Weltbörsen im neuen Jahr.

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