Einzelhandel rechnet 2020 mit dem elften Umsatzplus in Folge
Deutschlands Verbraucher bleiben auch dieses Jahr in Kauflaune - damit rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE).

Das Wichtigste in Kürze
- Vor allem der Online-Handel wächst - Geschäfte in Innenstädten «in Schieflage».
Er erwartet für 2020 eine Umsatzsteigerung um 2,5 Prozent auf rund 557 Milliarden Euro; das wäre das elfte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Vor allem der Online-Handel wächst kräftig. Mittelständische Händler in den Innenstädten dagegen geraten «zunehmend in Schieflage».
«Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Konsum sind weiterhin gut. Der Konsum bleibt der Treiber für die Gesamtwirtschaft», sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag in Berlin.
Eine Umfrage des HDE unter 500 Händlern aller Grössen und Standorte zeige, dass rund ein Drittel mit positiven Erwartungen ins Jahr geht. 30 Prozent rechnen mit einem schlechteren Verlauf als 2019. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Branche preisbereinigt um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Sorgen müssen sich laut HDE vor allem kleinere Einzelhändler in den Innenstädten machen, weil die Kunden dort seltener einkaufen und mehr Geld im Internet ausgeben. Der stationäre Einzelhandel habe seit 2010 rund 39.000 Standorte verloren. «Händler, Politik und Gesellschaft sind gefordert, die Innenstädte zu retten und müssen an einem Strang ziehen», forderte Hauptgeschäftsführer Genth.
Dabei gehe es nicht ohne eine gut ausgebaute Infrastruktur wie Strassen, Fahrradwege und öffentlichen Personennahverkehr, um die Erreichbarkeit der Stadtzentren sicherzustellen. Ausserdem fordert der Handel verlässlichere Regeln für die Sonntagsöffnung, um mit «Events» die Kunden für einen Innenstadtbummel begeistern zu können.
«Wenn der Handel stirbt, sterben Stadtzentren und damit ein Stück Heimat», sagte Genth. Der Handel sei auch wegen seines grossen gesellschaftlichen Engagements von einer Milliarde Euro im Jahr eine tragende Säule in vielen Städten, Gemeinden und Kommunen. Der HDE vertritt rund 300.000 Unternehmen mit 450.000 Standorten und drei Millionen Beschäftigten.










