Thyssenkrupp wird dank Stahlgeschäft zuversichtlicher
Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp wird nach einem besseren dritten Geschäftsquartal etwas zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Rückenwind kommt ausgerechnet vom lange schwächelnden Stahlgeschäft, wo Sparmassnahmen und niedrigere Rohstoffpreise Wirkung zeigen.

Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) stieg von April bis Juni gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro. Unter dem Strich erzielte Thyssenkrupp einen Gewinn von 34 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein hoher Verlust angefallen war. Dazu trug allerdings ein Buchgewinn von 131 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Beteiligung am Stahlunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann bei.
Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang brach dagegen um 24 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro ein. Thyssenkrupp begründete den Rückgang mit aussergewöhnlich hohen Aufträgen für die Marinesparte TKMS im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr engte der Konzern seine Prognose ein. Der bereinigte Betriebsgewinn soll nun zwischen 600 und 900 Millionen Euro liegen, nachdem bisher 500 bis 900 Millionen angepeilt worden waren. Auch beim erwarteten Nettoverlust wurde die Spanne etwas eingeengt.
Besonders das Stahlgeschäft entwickelt sich besser. Die Sparte leidet zwar seit Jahren unter günstiger Konkurrenz aus Asien und hohen Energiekosten in Deutschland. Mit einem umfassenden Sparprogramm steuert Thyssenkrupp aber gegen. Bis 2030 soll mehr als ein Drittel der Stellen wegfallen.
Gleichzeitig befindet sich der gesamte Konzern in einem tiefgreifenden Umbau. Thyssenkrupp will sich zu einer Holding entwickeln und seine einzelnen Geschäftsbereiche schrittweise für externe Investoren öffnen. Nach dem Teil-Börsengang der Marinesparte TKMS soll bis Ende Jahr auch das Geschäft mit dem Vertrieb von Werkstoffen an die Börse gebracht werden.
Risiken sieht der Konzern derzeit im niedrigen Wasserstand des Rheins, der den Gütertransport und damit die Versorgung mit Rohstoffen erschwert. Die Belieferung der Kunden sei aktuell zwar nicht gefährdet, sagte Finanzchef Axel Hamann. Halte die Situation länger an, seien Auswirkungen auf das Ergebnis aber nicht ausgeschlossen.










